Kaufberatung
AM5-Mainboard kaufen: Chipsatz, Formfaktor, M.2 und Netzwerk im Datenblatt
Von der Preisdrache-Redaktion · Aktualisiert am · So arbeiten wir
<p>Für ein AM5-Mainboard ist der Chipsatz die erste Weichenstellung, der Formfaktor die zweite: In den Datenblättern unserer Produktdatenbank dominiert B850 (51 von 140), gefolgt von X870E (34) und X870 (22); wer keinen besonderen Bedarf hat, landet meist bei einem B850- oder B650-Board, wer mehrere schnelle SSDs und USB4 will, bei X870 oder X870E. Die Boards A620 und B840 sind die Sparvarianten mit weniger Erweiterbarkeit.</p><p>Diese Seite ist die Unterseite zum allgemeinen Ratgeber <a href="/ratgeber/mainboard-kaufen/">Mainboard kaufen</a>. Dort geht es um Sockel, Prozessor-Kompatibilität und die Unterschiede zu Intel; hier betrachten wir nur den Sockel AM5 und vergleichen die Chipsätze untereinander. Grundlage ist eine Zählung über 140 AM5-Datenblätter (Icecat, Stand 11.10.2026), ergänzt um Herstellerseiten von ASUS, das MSI-Datenblatt, das GIGABYTE-Handbuch und die Chipsatzseite von AMD. Es ist eine Auswertung von Datenblättern, keine Messung: Wir haben kein Board selbst eingebaut. Wo eine Angabe nicht belegt ist, steht „k. A.“.</p>
AM5-Mainboards im Vergleich 2026
| Platz | Modell | Wertung | Chipsatz | Formfaktor | M.2-Plätze | LAN / WLAN | BIOS-Flashback | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Unser FavoritASUS ROG STRIX X870E-E GAMING WIFI (90MB1IB0-M0EAY0) | 9,0 | AMD X870E | ATX | 5 (3× PCIe 5.0 x4 mit Ryzen 9000/7000) | 5 Gbit, Wi-Fi 7 | Ja, laut ASUS | Preis prüfen* |
| 2 | AusgewogenMSI MAG X870 TOMAHAWK WIFI | 8,5 | AMD X870 | ATX | 4 (2× PCIe 5.0 x4, 1× PCIe 4.0 x4, 1× PCIe 4.0 x2), laut MSI | 5 Gbit (Realtek), Wi-Fi 7, laut MSI | Ja (Flash BIOS Button), laut MSI | Preis prüfen* |
| 3 | KompaktASUS ROG STRIX B850-I GAMING WIFI | 8,2 | AMD B850 | Mini-ITX (ca. 17 × 17 cm) | 2 (PCIe 5.0 x4 mit Ryzen 9000/7000) | 2,5 Gbit (Intel), Wi-Fi 7 | Ja, laut ASUS | Preis prüfen* |
| 4 | Älterer ChipsatzGIGABYTE B650 EAGLE AX | 7,7 | AMD B650 | ATX | 3 (1× PCIe 5.0 x4/x2 mit Ryzen 9000/7000, 1× PCIe 4.0 x2, 1× PCIe 4.0 x4/x2 am Chipsatz), laut GIGABYTE | 1 Gbit (Realtek), Wi-Fi 6E (Intel AX210), laut GIGABYTE | Ja (Q-Flash-Plus-Taste), laut GIGABYTE | Preis prüfen* |
| 5 | Preisklasse MittelASUS PRIME B840M-A WIFI (90MB1J20-M0EAY0) | 7,6 | AMD B840 | micro ATX (24,4 × 24,4 cm) | 3 (2× PCIe 4.0 x4, 1× PCIe 3.0 x4 über Chipsatz) | 2,5 Gbit (Realtek), Wi-Fi 6E | Ja, laut ASUS | Preis prüfen* |
| 6 | Für EinsteigerASUS TUF GAMING A620AM-PLUS WIFI (90MB1MZ0-M0EAY0) | 7,1 | AMD A620A | micro ATX (24,4 × 24,4 cm) | 2 (PCIe 4.0 x4) | 2,5 Gbit (Realtek), Wi-Fi 6 | Ja, laut ASUS | Preis prüfen* |
ASUS ROG STRIX X870E-E GAMING WIFI (90MB1IB0-M0EAY0)
Für alle, die viele schnelle SSDs, USB4 und schnelles Netzwerk in einem ATX-Gehäuse wollen.
- Fünf M.2-Plätze laut ASUS, davon drei mit PCIe 5.0 x4 bei Ryzen 9000/7000
- Zwei USB4-Anschlüsse mit 40 Gbit/s laut ASUS
- 5-Gbit-LAN (Realtek) und Wi-Fi 7 laut ASUS
- BIOS-Flashback mit Taste und LED laut ASUS
- Mit Ryzen 8000 fallen zwei M.2-Plätze weg laut ASUS
- Icecat nennt 192 GB, ASUS 256 GB maximalen Speicher; hier gilt ASUS
- Chipsatz
- AMD X870E
- Formfaktor
- ATX
- M.2-Plätze
- 5 (3× PCIe 5.0 x4 mit Ryzen 9000/7000)
- LAN / WLAN
- 5 Gbit, Wi-Fi 7
- BIOS-Flashback
- Ja, laut ASUS
MSI MAG X870 TOMAHAWK WIFI
Für alle, die ein ATX-Board mit X870, vier M.2-Plätzen, 5-Gbit-LAN und Wi-Fi 7 suchen.
- Vier M.2-Plätze, zwei davon PCIe 5.0 x4, laut MSI-Datenblatt
- 5-Gbit-LAN und Wi-Fi 7 laut MSI-Datenblatt
- Zwei USB-C-Buchsen mit 40 Gbit/s laut MSI-Datenblatt
- Flash BIOS Button laut MSI-Datenblatt
- Der vierte M.2-Platz ist laut MSI-Datenblatt nur mit PCIe 4.0 x2 angebunden
- Icecat-Datenblatt und MSI-Datenblatt widersprechen sich beim LAN (2,5 gegen 5 Gbit); es gilt MSI
- Chipsatz
- AMD X870
- Formfaktor
- ATX
- M.2-Plätze
- 4 (2× PCIe 5.0 x4, 1× PCIe 4.0 x4, 1× PCIe 4.0 x2), laut MSI
- LAN / WLAN
- 5 Gbit (Realtek), Wi-Fi 7, laut MSI
- BIOS-Flashback
- Ja (Flash BIOS Button), laut MSI
ASUS ROG STRIX B850-I GAMING WIFI
Für kleine Gehäuse im Mini-ITX-Format mit schneller SSD und Wi-Fi 7.
- Wi-Fi 7 mit 160 MHz Bandbreite laut ASUS
- Zwei M.2-Plätze mit PCIe 5.0 x4 bei Ryzen 9000/7000 laut ASUS
- Intel-2,5-Gbit-LAN laut ASUS
- BIOS-Flashback mit Taste und LED laut ASUS
- Nur zwei RAM-Plätze, bis 128 GB laut ASUS (Icecat nennt 96 GB)
- Kein USB4 auf der ASUS-Seite genannt
- Chipsatz
- AMD B850
- Formfaktor
- Mini-ITX (ca. 17 × 17 cm)
- M.2-Plätze
- 2 (PCIe 5.0 x4 mit Ryzen 9000/7000)
- LAN / WLAN
- 2,5 Gbit (Intel), Wi-Fi 7
- BIOS-Flashback
- Ja, laut ASUS
GIGABYTE B650 EAGLE AX
Für alle, die ein ATX-Board mit drei M.2-Plätzen und Wi-Fi 6E suchen und auf 2,5-Gbit-LAN verzichten können.
- Drei M.2-Plätze, einer davon PCIe 5.0, laut GIGABYTE-Handbuch
- Wi-Fi 6E mit 160 MHz laut GIGABYTE-Handbuch
- Vier RAM-Plätze bis 256 GB, DDR5 mit 5.200/4.800/4.400 MT/s laut GIGABYTE-Handbuch (Icecat nennt bis 7.600 MHz)
- Q-Flash-Plus-Taste für BIOS-Updates ohne Prozessor laut GIGABYTE-Handbuch
- Nur Gigabit-LAN laut GIGABYTE-Handbuch
- Das Handbuch gilt für B650 EAGLE AX und B650 EAGLE; die Produktseite von GIGABYTE blockierte den Abruf (HTTP 403)
- Chipsatz
- AMD B650
- Formfaktor
- ATX
- M.2-Plätze
- 3 (1× PCIe 5.0 x4/x2 mit Ryzen 9000/7000, 1× PCIe 4.0 x2, 1× PCIe 4.0 x4/x2 am Chipsatz), laut GIGABYTE
- LAN / WLAN
- 1 Gbit (Realtek), Wi-Fi 6E (Intel AX210), laut GIGABYTE
- BIOS-Flashback
- Ja (Q-Flash-Plus-Taste), laut GIGABYTE
ASUS PRIME B840M-A WIFI (90MB1J20-M0EAY0)
Für kompakte Büro- und Alltagsrechner im micro-ATX-Format mit drei M.2-Plätzen.
- Drei M.2-Plätze laut ASUS
- Wi-Fi 6E mit 2×2 und 6 GHz laut ASUS
- Bis 256 GB bei vier RAM-Plätzen laut ASUS
- BIOS-Flashback mit Taste und LED laut ASUS
- Kein PCIe 5.0 an den M.2-Plätzen laut ASUS
- Der dritte M.2-Platz läuft nur mit PCIe 3.0
- Chipsatz
- AMD B840
- Formfaktor
- micro ATX (24,4 × 24,4 cm)
- M.2-Plätze
- 3 (2× PCIe 4.0 x4, 1× PCIe 3.0 x4 über Chipsatz)
- LAN / WLAN
- 2,5 Gbit (Realtek), Wi-Fi 6E
- BIOS-Flashback
- Ja, laut ASUS
ASUS TUF GAMING A620AM-PLUS WIFI (90MB1MZ0-M0EAY0)
Für günstige Büro- und Einsteiger-Rechner mit einer oder zwei SSDs.
- Wi-Fi 6 und 2,5-Gbit-LAN laut ASUS
- Beide M.2-Plätze mit PCIe 4.0 x4 laut ASUS
- Vier RAM-Plätze bis 256 GB laut ASUS
- BIOS-Flashback mit Taste und LED laut ASUS
- Nur zwei M.2-Plätze und kein PCIe 5.0 an den M.2-Plätzen
- Nur Wi-Fi 6 mit 1×1 und ohne 6-GHz-Band
- Chipsatz
- AMD A620A
- Formfaktor
- micro ATX (24,4 × 24,4 cm)
- M.2-Plätze
- 2 (PCIe 4.0 x4)
- LAN / WLAN
- 2,5 Gbit (Realtek), Wi-Fi 6
- BIOS-Flashback
- Ja, laut ASUS
So entsteht die Wertung: Die Wertung gewichtet Datenblattangaben zu Chipsatz, Formfaktor, M.2-Ausstattung, Netzwerk und Flashback, wie in diesem Ratgeber beschrieben; fehlende oder nicht eindeutig belegte Angaben geben Abzug. Es ist keine Praxismessung; Werte ohne Beleg stehen als „k. A.“. Preise ändern sich laufend – den aktuellen Preis siehst du beim Händler. *Affiliate-Links: Als Amazon-Partner und Partner weiterer Shops verdienen wir an qualifizierten Verkäufen eine Provision; für dich ändert sich der Preis nicht.
Wer braucht welchen AM5-Chipsatz?
Alle Boards dieser Seite nutzen den Sockel AM5 und DDR5-Speicher; unterschiedlich sind die Chipsätze A620, B650, B840, B850, X870 und X870E, die darüber entscheiden, wie viele Anschlüsse und schnelle Leitungen das Board nach außen führen kann. Eine grobe Einteilung nach Einsatz:
- Büro-PC, Einstiegs-Spielerechner mit Mittelklasse-Prozessor: A620 oder A620A (die ASUS-Seite des TUF GAMING A620AM-PLUS WIFI nennt den Chipsatz „AMD A620A“) oder B840. Wenig M.2-Plätze, dafür das günstigste Preisniveau. Preise nennen wir nicht, die Klasse ist nur relativ gemeint.
- Der Standard für die meisten Gaming-Rechner: B850 oder das ältere B650. Laut Datenblatt liefern viele B850-Boards drei M.2-Plätze und WLAN auf Wi-Fi-7-Niveau.
- Workstation, mehrere NVMe-SSDs, schnelle USB-Geräte: X870 oder X870E. Beide ASUS-ROG-Strix-Boards, die wir für diese Seite auf der Herstellerseite gelesen haben (X870-F und X870E-E), nennen zwei USB4-Anschlüsse mit 40 Gbit/s.
- Kleiner Wohnzimmer- oder Büro-Rechner: Formfaktor micro ATX oder Mini-ITX; die Chipsatzwahl bleibt wie oben, nur schrumpft die Zahl der Steckplätze.
Was AMD selbst nennt: Die Spezifikationstabelle auf der AM5-Chipsatzseite von AMD führt USB 4.0 bei X870E und X870 als „Standard“, bei B850, B840 und A620/A620A als „Optional“. Für die Grafik-Anbindung gibt AMD bei X870E und X870 PCIe 5.0 an, bei B850, B840 und A620/A620A PCIe 4.0; für NVMe-SSDs PCIe 5.0 bei X870E, X870 und B850 und PCIe 4.0 bei B840 und A620/A620A. Das Übertakten des Prozessors ist laut dieser Tabelle bei B840 und A620/A620A nicht vorgesehen. Außerdem schreibt AMD, dass mit den Chipsätzen der Serien 600 und 800 alle AM5-Boards zu allen AM5-Prozessoren kompatibel sind. Welche Funktion ein einzelnes Board tatsächlich umsetzt, entscheidet der Boardhersteller; prüfe sie immer am konkreten Board.
PCIe 5.0 und USB4: was die Herstellerseiten belegen
PCIe 5.0 taucht in zwei Rollen auf: als x16-Steckplatz für die Grafikkarte und als Anbindung der M.2-Steckplätze für SSDs. Beide Rollen hängen am Prozessor, nicht allein am Chipsatz, und das steht ausdrücklich auf den ASUS-Seiten.
- Grafik-Steckplatz: Laut ASUS-Seite arbeitet beim ROG STRIX X870-F GAMING WIFI der erste x16-Steckplatz mit Ryzen 9000 und 7000 als PCIe 5.0 x16; mit Ryzen 8000 als PCIe 4.0 im x8/x4-Modus. Der zweite x16-Steckplatz kommt vom Chipsatz und ist PCIe 4.0 im x4-Modus. Beim ROG STRIX X870E-E GAMING WIFI steht dasselbe.
- M.2-Steckplätze: Beim X870E-E sind laut ASUS drei der fünf Steckplätze (M.2_1 bis M.2_3) mit Ryzen 9000 und 7000 PCIe 5.0 x4, die beiden übrigen PCIe 4.0 x4. Mit Ryzen 8000 fallen M.2_2 und M.2_3 weg, M.2_1 läuft dann mit PCIe 4.0 x4. Beim X870-F sind es vier Steckplätze, zwei davon PCIe 5.0 x4.
- B850: Das ROG STRIX B850-I GAMING WIFI hat laut ASUS zwei M.2-Steckplätze, die mit Ryzen 7000 und 9000 PCIe 5.0 x4 erreichen und mit Ryzen 8000 PCIe 4.0 x4.
- A620A und B840: Beim TUF GAMING A620AM-PLUS WIFI laufen beide M.2-Steckplätze laut ASUS mit PCIe 4.0 x4. Beim PRIME B840M-A WIFI sind es laut ASUS zwei Steckplätze mit PCIe 4.0 x4 und ein dritter mit PCIe 3.0 x4 über den Chipsatz.
- USB4: Zwei USB4-Anschlüsse (40 Gbit/s, Typ C) nennt ASUS beim X870-F und beim X870E-E. Beim ROG STRIX B850-I GAMING WIFI nennt die Seite kein USB4, sondern USB mit 20 und 10 Gbit/s; bei Boards mit USB4 steht es als eigener Eintrag in den Daten.
Der Praxisrat daraus: Prüfe beim Kauf nicht nur den Chipsatznamen, sondern im Datenblatt die Zeile mit den M.2-Plätzen und den Hinweis zur CPU-Generation. Wer einen Ryzen 8000 (Prozessor mit integrierter Grafik) einbauen will, bekommt auf manchen Boards weniger schnelle Steckplätze, wie die ASUS-Seiten zeigen.
Formfaktor: ATX, micro ATX oder Mini-ITX
Der Formfaktor bestimmt, wie viele Steckplätze du bekommst und welches Gehäuse passt. Maße laut ASUS: ATX 30,5 × 24,4 cm (12 × 9,6 Zoll, so bei ROG STRIX X870-F und X870E-E), micro ATX 24,4 × 24,4 cm (9,6 × 9,6 Zoll, so bei TUF A620AM-PLUS WIFI und PRIME B840M-A WIFI) und Mini-ITX rund 17 × 17 cm (ROG STRIX B850-I).
- ATX: Meist vier RAM-Plätze, drei bis fünf M.2-Steckplätze, mehrere Gehäuselüfter-Anschlüsse. Richtig, wenn du zusätzlich zur Grafikkarte noch Erweiterungskarten einbaust.
- micro ATX: Gleiche Sockelfläche, aber weniger Steckplätze und oft nur zwei bis vier Gehäuselüfter-Anschlüsse. Für die Mehrzahl der Gaming- und Büro-Rechner reicht das völlig.
- Mini-ITX: Nur zwei RAM-Plätze und meist zwei M.2-Steckplätze. Der CPU-Kühler und das Netzteil müssen ins Gehäuse passen, daher vor dem Kauf Höhe und Länge prüfen.
Eine Besonderheit beim ROG STRIX B850-I GAMING WIFI: Die ASUS-Seite nennt maximal 128 GB bei zwei RAM-Plätzen, das Icecat-Datenblatt nennt 96 GB. Bei Widerspruch gilt in unserer Tabelle die Herstellerangabe; die Differenz zeigt, dass Datenblattfelder bei neuen Modellen oft älteren Speicherkapazitäten folgen.
M.2-Plätze, SATA und Arbeitsspeicher
Die Zahl der M.2-Plätze ist das am häufigsten unterschätzte Kriterium. Eine einzelne SSD reicht den meisten, aber bei Systemplatte, Spielebibliothek und Arbeitsdaten sind drei Plätze bequemer als eine externe Festplatte. Achte auf die Fußnoten: Manche Steckplätze teilen Leitungen mit PCIe- oder SATA-Anschlüssen, und die WLAN-Karte belegt einen eigenen Key-E-Steckplatz, der nicht mitgezählt wird (laut Beschreibung der Hersteller-Seiten).
Beim Arbeitsspeicher unterscheiden sich AM5-Boards weniger, als die Werbung nahelegt: alle 140 Datenblätter nennen DDR5. Relevant sind die Zahl der Plätze (zwei oder vier), die höchste Kapazität und der angegebene maximale Takt. Der Takt ist ein Übertaktungswert, kein Garantiewert; bei vier belegten Plätzen sinkt der erreichbare Takt in der Praxis meist, wie es die Herstellerseiten formulieren („up to 7600+ MT/s (OC)“ beim TUF A620AM-PLUS WIFI, „up to 8000+ MT/s (OC)“ beim ROG STRIX X870-F).
SATA-Anschlüsse sind bei SSD-Systemen zweitrangig. Wer aber noch alte 2,5-Zoll-SSDs oder Festplatten mitnimmt, sollte vier oder mehr SATA-Anschlüsse haben; der Wert 2 kommt bei den kleinen Boards und Mini-ITX vor.
Netzwerk: WLAN-Stufe und LAN mit 2,5, 5 oder 10 Gbit
WLAN und LAN sind der Teil, in dem sich die Boards im Alltag am deutlichsten unterscheiden. Die Stufen:
- WLAN: Wi-Fi 6 (802.11ax) nutzt 2,4 und 5 GHz (ASUS TUF A620AM-PLUS WIFI, 1×1). Wi-Fi 6E (802.11ax) fügt das 6-GHz-Band hinzu (ASUS PRIME B840M-A WIFI, 2×2). Wi-Fi 7 (802.11be) bietet laut ASUS 2×2 auf 2,4, 5 und 6 GHz mit 160 MHz Bandbreite beim ROG STRIX B850-I und 320 MHz beim X870-F und X870E-E; die ASUS-Seite weist darauf hin, dass volle Wi-Fi-7-Funktionen Windows 11 24H2 oder neuer verlangen.
- LAN: 2,5 Gbit/s ist heute die Standardstufe der Datenblätter. Das ROG STRIX X870E-E GAMING WIFI hat laut ASUS einen Realtek-5-Gbit-Anschluss. 10 Gbit/s taucht nur bei wenigen Boards auf, meist Workstation-Modellen.
- Kabel statt Funk: Wer den Rechner per Kabel anbindet, braucht nur dann mehr als 2,5 Gbit/s, wenn Router, Switch und NAS ebenfalls mehr können. Ein 10-Gbit-Board nützt im reinen Heimnetz mit Gigabit-Router nichts.
Eine weitere Stolperstelle: Eine Variante ohne „WIFI“ im Namen hat kein WLAN-Modul. Die Datenblätter führen bei diesen Boards „Nicht verfügbar“. Ein WLAN-Modul nachzurüsten geht über einen freien Key-E-Steckplatz, aber nur, wenn das Board einen hat; bei manchen Mini-ITX-Boards ist er schon belegt.
BIOS-Flashback und Sockel-Laufzeit
Bei AM5 gilt: Ein neuer Prozessor passt oft nur nach einem BIOS-Update ins alte Board. BIOS-Flashback ist die Antwort darauf: Eine Taste an der Rückseite erlaubt das Einspielen einer BIOS-Datei vom USB-Stick, ohne dass Prozessor oder Arbeitsspeicher eingebaut sein müssen. Laut ASUS haben die fünf von uns gelesenen ASUS-Boards (TUF GAMING A620AM-PLUS WIFI, PRIME B840M-A WIFI, ROG STRIX B850-I GAMING WIFI, ROG STRIX X870-F GAMING WIFI und X870E-E GAMING WIFI) diese Funktion samt Status-LED. Bei MSI heißt die Funktion Flash BIOS Button; das MSI-Datenblatt des MAG X870 TOMAHAWK WIFI führt die Taste unter den Anschlüssen der Rückseite. Beim GIGABYTE B650 EAGLE AX führt das Handbuch (Rev. 1201) eine Q-Flash-Plus-Taste auf; bei GIGABYTE heißt die Funktion so.
Zur Laufzeit des Sockels machen wir bewusst keine Angabe. Die Chipsatzseite von AMD sagt, dass die Chipsätze der Serien 600 und 800 zu allen AM5-Prozessoren kompatibel sind, und weist darauf hin, dass für Ryzen 8000 und 9000 auf 600er-Boards ein BIOS-Update nötig sein kann; eine Aussage zur Laufzeit des Sockels enthält sie nicht. Unsere Regel: Eine Laufzeitzusage nur mit AMD-Beleg. Schau vor einem Kauf, der von einer künftigen Prozessorgeneration abhängt, auf die AMD-Produktseite und in die BIOS-Unterstützungsliste des Boardherstellers für den konkreten Prozessor.
Das Netzteil ist kein Teil dieser Entscheidung, hängt aber an den Prozessoren, die du planst: Die Leistungsklasse und die Anschlüsse erklärt der Ratgeber PC-Netzteil kaufen.
Was die Datenblätter zeigen: unsere Auswertung
In den 140 Datenblättern unserer Produktdatenbank (Icecat, Stand 11.10.2026) mit Sockel AM5 ergibt die Zählung folgendes Bild. Das ist eine Zählung über diese Datenblätter, keine Marktstatistik; „n“ ist die Zahl der Datenblätter mit Angabe. Alle Boards stehen im Hub Mainboards in der Produktdatenbank. Nach Marken verteilen sich die 140 Datenblätter auf ASUS (74), MSI (37) und GIGABYTE (29).
- Chipsatz (n = 140): 51-mal AMD B850, 34-mal X870E, 22-mal X870, 12-mal B650, 11-mal B840, 7-mal A620A, 2-mal A620 und einmal „B650 Express“.
- Formfaktor (n = 139): 93-mal ATX, 36-mal micro ATX, 5-mal Erweitertes ATX, 4-mal Mini-ITX und einmal Thin Mini-ITX.
- RAM-Steckplätze (n = 140): 124-mal vier, 16-mal zwei. Alle 140 Datenblätter nennen DDR5.
- Maximaler Arbeitsspeicher (n = 139): 256 GB in 99 Datenblättern, 192 GB in 22, 128 GB in 16 und 96 GB in 2.
- Max. RAM-Takt (n = 104): Median 8.200 MHz, Spanne 5.600 bis 11.400 MHz; am häufigsten 8.000 MHz (34) und 8.200 MHz (31).
- M.2-Steckplätze (n = 139): Median 3, Spanne 1 bis 7; drei Plätze in 55 Datenblättern, vier in 38, zwei in 25, fünf in 15, einer in 5 und sieben in 1.
- PCIe-Generation der M.2-Plätze (n = 105): 88-mal 5.0, 17-mal 4.0.
- SATA-Anschlüsse (n = 137): 109-mal vier, 27-mal zwei, einmal sechs.
- LAN (n = 130): 88-mal 2,5 Gbit, 39-mal 5 Gbit, 3-mal 10 Gbit.
- WLAN (n = 134): 86-mal Wi-Fi 7, 27-mal Wi-Fi 6E, 15-mal „Nicht verfügbar“, 6-mal Wi-Fi 6.
- Gehäuselüfter-Anschlüsse (n = 109): Median 4, Spanne 1 bis 6.
Zum Vergleich haben wir die übrigen Sockel derselben Kategorie angesehen. Bei den 75 LGA-1851-Datenblättern (Intel) liegt der Median für den maximalen RAM-Takt bei 8.800 MHz (n = 56) gegenüber 8.200 MHz bei AM5; beim Sockel AM4 (17 Datenblätter) nennen 16 DDR4 und eines DDR5, und der Median der M.2-Plätze beträgt 2 gegenüber 3 bei AM5. Bei LGA 1700 (36 Datenblätter) sind 28 DDR5 und 8 DDR4.
Was folgt daraus? Das typische AM5-Datenblatt in unserer Datenbank ist ein ATX-Board mit B850-Chipsatz, vier RAM-Plätzen, drei M.2-Steckplätzen, 2,5-Gbit-LAN und Wi-Fi 7. Wer ein kleineres Board will, bekommt weniger Plätze, aber meist keine schlechtere Netzwerkstufe. Ob die M.2-Plätze die gezählte Generation unter allen CPUs erreichen, hängt, wie oben gezeigt, vom Prozessor ab; die Zählung gibt nur das Feld wieder, das Icecat führt. Mit 124 von 140 Datenblättern mit vier RAM-Plätzen ist der Zwei-Platz-Typ eine Ausnahme der kleinen Boards.
Typische Fehlkäufe bei AM5-Boards
- Falscher Formfaktor fürs Gehäuse: Ein ATX-Board (30,5 × 24,4 cm laut ASUS) passt nicht in ein Gehäuse für micro ATX. Prüfe die Liste der unterstützten Boards beim Gehäuse.
- Chipsatz nach Namen gekauft: „Gaming“ im Namen sagt nichts über die M.2-Generation. Das ASUS TUF GAMING A620AM-PLUS WIFI läuft laut ASUS mit PCIe 4.0 an beiden M.2-Plätzen.
- Modell ohne WLAN gekauft, obwohl Funk gebraucht wird: 15 von 134 Datenblättern führen „Nicht verfügbar“. Achte auf „WIFI“ im Namen und prüfe das Datenblatt.
- Ryzen 8000 erwartet volle Steckplätze: Mit dieser Prozessorfamilie fallen laut ASUS beim ROG STRIX X870E-E zwei M.2-Steckplätze weg.
- Alte BIOS-Version, kein Flashback: Ohne BIOS-Flashback kann ein neuer Prozessor ein Board mit zu altem BIOS nicht starten. Prüfe die Prozessor-Unterstützungsliste des Herstellers und ob eine Flashback-Taste vorhanden ist.
- Anschlüsse nicht gezählt: Mit zwei SATA-Anschlüssen (27 von 137 Datenblättern) wird es eng, wenn mehrere 2,5-Zoll-Laufwerke mitziehen sollen.
- Kühlung vergessen: Der CPU-Kühler muss zum Sockel AM5 und zur Gehäusehöhe passen; das Board entscheidet nur über den Sockel, nicht über die Kühlleistung.
Die Intel-Seite des Themas und die Unterschiede zwischen Sockeln erklärt der Hauptratgeber Mainboard.
Die Boards der Vergleichstabelle
Die Tabelle oben enthält sechs AM5-Boards von drei Marken (ASUS, MSI, Gigabyte) über sechs Chipsätze und drei Formfaktoren. Alle sind in der Produktdatenbank gelistet. Angaben, die wir auf einer ASUS-Seite gelesen haben, tragen den Zusatz „laut ASUS“; beim MSI-Board stammen sie aus dem MSI-Datenblatt (PDF), beim Gigabyte-Board aus dem Handbuch (PDF).
- ASUS ROG STRIX X870E-E GAMING WIFI: ATX, fünf M.2, zwei USB4, 5-Gbit-LAN und Wi-Fi 7; das am besten ausgestattete Board der Auswahl.
- MSI MAG X870 TOMAHAWK WIFI: ATX mit vier M.2-Plätzen (2× PCIe 5.0 x4, 1× PCIe 4.0 x4, 1× PCIe 4.0 x2), zwei USB-C-Buchsen mit 40 Gbit/s, 5-Gbit-LAN und Wi-Fi 7 laut MSI-Datenblatt; das Icecat-Datenblatt nennt abweichend 2,5-Gbit-LAN.
- ASUS ROG STRIX B850-I GAMING WIFI: Mini-ITX mit zwei PCIe-5.0-M.2-Plätzen, Wi-Fi 7 und Flashback.
- GIGABYTE B650 EAGLE AX: älterer B650-Chipsatz im ATX-Format, drei M.2, 1-Gbit-LAN und Wi-Fi 6E laut GIGABYTE-Handbuch.
- ASUS PRIME B840M-A WIFI: micro ATX mit drei M.2 (zwei PCIe 4.0 und einmal PCIe 3.0 über den Chipsatz), 2,5-Gbit-LAN, Wi-Fi 6E, Flashback.
- ASUS TUF GAMING A620AM-PLUS WIFI: der Einstieg mit zwei M.2 (PCIe 4.0), 2,5-Gbit-LAN und Wi-Fi 6.
Die Wertung gewichtet Chipsatz, Formfaktor, M.2-Ausstattung, Netzwerk und Flashback. Sie ist eine Einschätzung der Datenblätter und kein Praxisurteil.
Soll es statt Ryzen ein Intel-Prozessor werden: Intel-Mainboard kaufen.
Modelle nachschlagen: Produktdaten
Häufige Fragen
Welcher Chipsatz ist bei AM5 der häufigste?
In den 140 AM5-Datenblättern unserer Produktdatenbank (Icecat, Stand 11.10.2026) steht B850 am häufigsten (51 von 140), danach X870E (34) und X870 (22). Das ist eine Zählung über diese Datenblätter, keine Marktstatistik.
Reicht ein B850-Board oder muss es X870 sein?
Das hängt von deinem Bedarf an M.2-Plätzen und USB4 ab. Die ASUS-Seiten nennen zwei USB4-Anschlüsse beim ROG STRIX X870-F und X870E-E, beim ROG STRIX B850-I nicht. Die Zahl der M.2-Plätze variiert je Board stärker als je Chipsatz; lies die Zeile im Datenblatt.
Wie viele M.2-Steckplätze brauche ich?
Für eine SSD genügt ein Platz. In den 139 Datenblättern mit Angabe liegt der Median bei 3, drei Plätze kommen in 55 Datenblättern vor, zwei in 25. Mehr als drei lohnen sich nur mit mehreren großen SSDs.
Ist PCIe 5.0 für die Grafikkarte nötig?
Nötig ist es nicht; die Frage hängt von der Grafikkarte ab, siehe Ratgeber Grafikkarte kaufen. Laut ASUS arbeitet der erste x16-Steckplatz beim ROG STRIX X870-F mit Ryzen 9000 und 7000 als PCIe 5.0 x16, mit Ryzen 8000 als PCIe 4.0 im x8/x4-Modus.
Brauche ich 5 oder 10 Gbit LAN?
Nur, wenn dein Netzwerk es nutzt. In den 130 Datenblättern mit Angabe stehen 88-mal 2,5 Gbit, 39-mal 5 Gbit und 3-mal 10 Gbit. Ohne passenden Router, Switch oder NAS bringt die höhere Stufe nichts.
Was ist BIOS-Flashback und brauche ich es?
Es erlaubt, das BIOS per USB-Stick ohne eingebauten Prozessor zu aktualisieren, was beim Wechsel auf einen neuen Prozessor nützlich ist. ASUS nennt die Funktion mit Rückseitentaste und LED bei TUF A620AM-PLUS WIFI, PRIME B840M-A WIFI, ROG STRIX B850-I und X870E-E. MSI führt beim MAG X870 TOMAHAWK WIFI laut Datenblatt einen Flash BIOS Button; für das Gigabyte-Board haben wir keine Herstellerangabe lesen können.
Wie lange wird AM5 noch unterstützt?
Dazu machen wir keine Angabe, weil wir keine AMD-Primärquelle abrufen konnten. Schau auf die Produktseite von AMD und in die Prozessor-Unterstützungsliste des Boardherstellers, bevor du den Kauf an eine künftige Prozessorgeneration knüpfst.
Quellen und Stand
- Icecat Open Catalog: Datenblätter (eigene Auswertung von 140 AM5-Mainboard-Datenblättern, Stand 11.10.2026) (icecat.biz)
- ASUS: ROG STRIX X870E-E GAMING WIFI, Technische Daten (rog.asus.com)
- ASUS: ROG STRIX X870-F GAMING WIFI, Technische Daten (rog.asus.com)
- ASUS: ROG STRIX B850-I GAMING WIFI, Technische Daten (rog.asus.com)
- ASUS: PRIME B840M-A WIFI, Technische Daten (asus.com)
- ASUS: TUF GAMING A620AM-PLUS WIFI, Technische Daten (asus.com)
- AMD: Socket AM5 Chipsätze (X870E, X870, B850, B840, A620), Spezifikationstabelle (amd.com)
- GIGABYTE: B650 EAGLE AX / B650 EAGLE, Benutzerhandbuch Rev. 1201 (PDF) (download.gigabyte.com)
- MSI: MAG X870 TOMAHAWK WIFI, Datenblatt (PDF) (storage-asset.msi.com)
Technische Angaben im Modellvergleich: Hersteller- und Händlerdatenblätter, Stand 11. Oktober 2026; nicht belegte Werte stehen als „k. A.“. Aktualisiert am . Preisdrache testet nicht selbst im Labor — wie wir Daten auswählen und gewichten, steht unter So vergleichen wir; wie wir Geld verdienen, unter Wie wir Geld verdienen. Fehler gefunden? Schreib uns über die Adresse im Impressum.
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