Kaufberatung
Arbeitsspeicher kaufen: worauf es bei DDR5, Takt und Kapazität ankommt
Von der Preisdrache-Redaktion · Aktualisiert am · So arbeiten wir
<p>Für einen aktuellen PC mit AMD-AM5-Prozessor kaufst du DDR5, als Kit aus zwei Modulen (zum Beispiel 2 x 16 GB) mit DDR5-6000 und CL30 oder CL36; für den Laptop brauchst du SO-DIMM, für Mini-PCs oft ebenfalls. AMD gibt für Ryzen 7000 laut Datenblatt ausschließlich DDR5 an, mit 2 Speicherkanälen. Wie viel Gigabyte du brauchst, hängt vom Einsatz ab: 16 GB reichen für Büro und Alltag, 32 GB sind die solide Wahl für Gaming und Videoschnitt. Mehr Takt bringt auf dem Datenblatt weniger als die richtige Bauform, die richtige Generation und zwei statt vier Module.</p><p>Diese Seite stützt sich auf eine Zählung über 590 Arbeitsspeicher-Datenblätter (Icecat, Stand 11.10.2026) und auf Herstellerdatenblätter. Das ist eine Auswertung von Datenblättern, kein Test: Wir haben keines der Module selbst eingebaut. Fehlt eine Angabe beim Hersteller, steht „k. A.“.</p>
Arbeitsspeicher im Vergleich 2026
| Platz | Modell | Wertung | Kapazität / Kit | Datenrate / CL | Profile (XMP / EXPO) | Bauform / Höhe | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Unser FavoritKingston FURY Beast DDR5 KF560C30BBEK2-32 | 8,6 | 32 GB (2 x 16 GB), 1Rx8 | DDR5-6000 CL30-36-36 bei 1,4 V (JEDEC-Standard: DDR5-4800 CL40-39-39 bei 1,1 V) | AMD EXPO v1.1 und Intel XMP 3.0 | 288-polig, 34,9 mm hoch mit Kühlkörper | Preis prüfen* |
| 2 | Niedrige BauformXPG Lancer Blade DDR5 AX5U6000C3016G-DTLABWH | 8,4 | 32 GB (2 x 16 GB) | DDR5-6000 CL30-40-40 bei 1,4 V (SPD: 4800 CL40-39-39 bei 1,1 V) | Intel XMP 3.0 und AMD EXPO | 288-polig, 133,35 x 33,8 x 7,8 mm, niedriger Kühlkörper | Preis prüfen* |
| 3 | Hoher TaktGoodram IRDM DDR5 IR-7200D564L34S/32GDC | 8,1 | 32 GB (2 x 16 GB) | DDR5-7200 CL34 bei 1,4 V | Intel XMP 3.0 und AMD EXPO (Angabe für die IRDM-DDR5-Reihe) | 288-polig, 133,35 x 31,25 x 6 mm je Modul | Preis prüfen* |
| 4 | Für ProfisKlevv CRAS V RGB KD5BGUA80-60A300G | 7,9 | 64 GB (2 x 32 GB) | DDR5-6000, Timing 30-36-36-76 (SPD: 4800, 40-40-40-77 bei 1,1 V); Spannung zum Kit k. A. | Intel XMP 3.0 und AMD EXPO | 288-polig, 133,3 x 44 x 8 mm, RGB | Preis prüfen* |
| 5 | Für LaptopsKingston FURY Impact DDR5 KF548S38IBK2-32 (SO-DIMM) | 7,4 | 32 GB (2 x 16 GB), 1Rx8 | DDR5-4800 CL38-38-38 bei 1,1 V | nur Intel XMP 3.0 (laut Datenblatt) | 262-polig SO-DIMM, 30 mm hoch | Preis prüfen* |
| 6 | Für EinsteigerGoodram GR5600D564L46/32G | 7,0 | 32 GB (1 Modul) | DDR5-5600 CL46 bei 1,1 V | k. A. (JEDEC-Standardmodul ohne Profil) | 288-polig, 133,35 x 31,25 x 3,6 mm, ohne Kühlkörper | Preis prüfen* |
Kingston FURY Beast DDR5 KF560C30BBEK2-32
Für alle, die einen AM5- oder Intel-DDR5-PC mit klar dokumentierten Profilen bauen.
- Zwei Profile je Standard laut Kingston-Datenblatt (6000 CL30 und 5600 CL40)
- EXPO v1.1 und XMP 3.0 im selben Kit
- Absolute Latenz rechnerisch 10,0 ns
- On-Die-ECC laut Datenblatt
- Garantiedauer im Datenblatt nicht genannt
- Ohne RGB-Beleuchtung (Icecat-Datenblatt)
- Kapazität / Kit
- 32 GB (2 x 16 GB), 1Rx8
- Datenrate / CL
- DDR5-6000 CL30-36-36 bei 1,4 V (JEDEC-Standard: DDR5-4800 CL40-39-39 bei 1,1 V)
- Profile (XMP / EXPO)
- AMD EXPO v1.1 und Intel XMP 3.0
- Bauform / Höhe
- 288-polig, 34,9 mm hoch mit Kühlkörper
XPG Lancer Blade DDR5 AX5U6000C3016G-DTLABWH
Für Gehäuse und Kühler mit wenig Platz, die trotzdem DDR5-6000 CL30 wollen.
- Niedriger Kühlkörper laut XPG für kleine Gehäuse
- Limited Lifetime Warranty laut XPG-Datenblatt
- PMIC und On-Die-ECC laut XPG
- EXPO und XMP 3.0 unterstützt
- Latenz im Profil CL30-40-40 etwas weiter gespreizt als bei Kingston (CL30-36-36)
- Ohne Beleuchtung
- Kapazität / Kit
- 32 GB (2 x 16 GB)
- Datenrate / CL
- DDR5-6000 CL30-40-40 bei 1,4 V (SPD: 4800 CL40-39-39 bei 1,1 V)
- Profile (XMP / EXPO)
- Intel XMP 3.0 und AMD EXPO
- Bauform / Höhe
- 288-polig, 133,35 x 33,8 x 7,8 mm, niedriger Kühlkörper
Goodram IRDM DDR5 IR-7200D564L34S/32GDC
Für alle, die den höheren Takt von 7200 MT/s bei zugleich niedriger Latenz wollen.
- Rechnerisch die niedrigste absolute Latenz der Tabelle (9,4 ns)
- Lifetime-Garantie laut Goodram
- Eingebauter PMIC und On-Die-ECC laut Goodram
- Niedrige Bauform
- Läuft mit 1,4 V, deutlich über den 1,1 V von Standardmodulen
- 7200 MT/s verlangt Prozessor und Board, die das Profil beherrschen
- Kapazität / Kit
- 32 GB (2 x 16 GB)
- Datenrate / CL
- DDR5-7200 CL34 bei 1,4 V
- Profile (XMP / EXPO)
- Intel XMP 3.0 und AMD EXPO (Angabe für die IRDM-DDR5-Reihe)
- Bauform / Höhe
- 288-polig, 133,35 x 31,25 x 6 mm je Modul
Klevv CRAS V RGB KD5BGUA80-60A300G
Für Videoschnitt und virtuelle Maschinen mit 64 GB im Zweier-Kit.
- 64 GB im Zweier-Kit
- RGB-Beleuchtung laut Klevv
- Limited Lifetime Warranty laut Klevv
- PMIC und On-Die-ECC laut Klevv
- 44 mm Höhe: kann mit großen Luftkühlern kollidieren
- Spannung zum einzelnen Kit nicht genannt
- Kapazität / Kit
- 64 GB (2 x 32 GB)
- Datenrate / CL
- DDR5-6000, Timing 30-36-36-76 (SPD: 4800, 40-40-40-77 bei 1,1 V); Spannung zum Kit k. A.
- Profile (XMP / EXPO)
- Intel XMP 3.0 und AMD EXPO
- Bauform / Höhe
- 288-polig, 133,3 x 44 x 8 mm, RGB
Kingston FURY Impact DDR5 KF548S38IBK2-32 (SO-DIMM)
Für Laptops und Mini-PCs mit DDR5-SO-DIMM-Steckplätzen.
- Passt in Laptops mit DDR5-Steckplätzen
- Läuft mit 1,1 V Standardspannung
- On-Die-ECC laut Kingston
- Zweier-Kit
- Mit 4800 MT/s langsamer als die DDR5-5600-SO-DIMM im Bestand
- Kein EXPO-Profil
- Kapazität / Kit
- 32 GB (2 x 16 GB), 1Rx8
- Datenrate / CL
- DDR5-4800 CL38-38-38 bei 1,1 V
- Profile (XMP / EXPO)
- nur Intel XMP 3.0 (laut Datenblatt)
- Bauform / Höhe
- 262-polig SO-DIMM, 30 mm hoch
Goodram GR5600D564L46/32G
Für einfache Rechner ohne Übertaktung, in denen ein einzelnes 32-GB-Modul reicht.
- Standard-Spannung 1,1 V laut Goodram
- Lifetime-Garantie laut Goodram
- Flache Bauform
- Einfacher Aufbau ohne Profil
- Rechnerisch 16,4 ns Latenz
- Als Einzelmodul nur ein Kanal, bis ein zweites Modul steckt
- Kapazität / Kit
- 32 GB (1 Modul)
- Datenrate / CL
- DDR5-5600 CL46 bei 1,1 V
- Profile (XMP / EXPO)
- k. A. (JEDEC-Standardmodul ohne Profil)
- Bauform / Höhe
- 288-polig, 133,35 x 31,25 x 3,6 mm, ohne Kühlkörper
So entsteht die Wertung: Die Wertung gewichtet Datenblattangaben zu Kapazität, Datenrate und Latenz, Profilen und Bauform, wie in diesem Ratgeber beschrieben; fehlende oder nicht eindeutig zugeordnete Angaben geben Abzug. Es ist kein Praxistest; Werte ohne Herstellerbeleg stehen als „k. A.“. Die Nanosekunden-Latenz ist unsere Rechnung aus CL und Datenrate. Preise ändern sich laufend – den aktuellen Preis siehst du beim Händler. *Affiliate-Links: Als Amazon-Partner und Partner weiterer Shops verdienen wir an qualifizierten Verkäufen eine Provision; für dich ändert sich der Preis nicht.
DDR4 oder DDR5: Welche Generation braucht dein Mainboard?
Die Generation bestimmt der Prozessor zusammen mit dem Mainboard, nicht dein Wunsch. DDR4 und DDR5 sind nicht kompatibel; in ein DDR5-Board steckst du kein DDR4-Modul und umgekehrt. Bei AMD ist die Lage klar: Für den Ryzen 5 7600 nennt AMD als Systemspeicher-Typ „DDR5“, 2 Kanäle und bis zu 128 GB (AMD-Produktseite). Wer ein AM5-System baut, kauft also DDR5. Bei Intel hängt es vom Board ab, denn Intel nennt den XMP-Standard sowohl für DDR4 als auch für DDR5 (Intel-Seite zu XMP). Lies deshalb die Speicherunterstützung im Datenblatt deines Mainboards, bevor du bestellst.
Was ändert sich mit DDR5? Laut JEDEC (Pressemitteilung zum Standard JESD79-5) verdoppelt DDR5 die Bandbreite gegenüber DDR4, senkt die Versorgungsspannung Vdd von 1,2 auf 1,1 Volt und bringt On-Die-ECC mit; jedes DDR5-Modul hat zwei voneinander unabhängige 40-Bit-Subkanäle, und die Spannungsregelung sitzt auf dem Modul. Praktisch heißt das: Auf dem Modul sitzt ein eigener Spannungswandler (PMIC), den die Hersteller in ihren Datenblättern ausdrücklich nennen. DDR4 bleibt trotzdem sinnvoll, wenn du ein vorhandenes DDR4-System aufrüstest, statt Mainboard und Prozessor zu tauschen.
Kurz: Prüfe zuerst das Mainboard-Handbuch. Neues System auf AM5-Basis gleich DDR5. Vorhandenes DDR4-Board gleich DDR4, und zwar in der Taktklasse, die der Prozessor unterstützt. Mehr zum Zusammenspiel mit den übrigen Teilen findest du im Ratgeber Gaming-PC kaufen.
DIMM oder SO-DIMM: Passt das Modul in deinen Rechner?
Desktop-PCs nehmen DIMM-Module, Laptops und viele Mini-PCs die kleineren SO-DIMM. Beide gibt es als DDR4 und DDR5, aber mit unterschiedlicher Kontaktzahl: Desktop-Module sind 288-polig, DDR4-SO-DIMM 260-polig und DDR5-SO-DIMM 262-polig, so weisen es die Datenblätter aus. Beim Kauf lohnt es sich daher, auf „SO-DIMM“ und die Pinzahl zu achten statt nur auf „DDR“.
Bei Laptops kommt eine zweite Hürde dazu: Manche Geräte haben den Speicher aufgelötet, dann ist ein Tausch unmöglich. Ob dein Gerät Steckplätze hat, steht im Wartungshandbuch des Herstellers, nicht im Speicherdatenblatt. Das gilt auch für Mini-PCs: Viele Barebones liefern Steckplätze, andere nicht. Schau dazu in unsere Ratgeber Laptop kaufen für den Alltag und Mini-PC kaufen. Bei Server-Modulen mit Registered-Aufbau und ECC sind Desktop-Boards in der Regel nicht vorgesehen; solche Module erscheinen im Datenblatt-Bestand häufig (siehe unten), sind für einen normalen PC aber nicht gedacht.
Was die Datenblätter zeigen
In den 590 Datenblättern unserer Produktdatenbank (Icecat, Stand 11.10.2026) lässt sich auszählen, was Hersteller und Händler ins Datenblatt schreiben. Das ist eine Zählung über diese Datenblätter, keine Marktstatistik: Der Bestand enthält überproportional viele Server-Module. Alle Module findest du im Hub Arbeitsspeicher.
- Generation: Von 588 Datenblättern mit Angabe nennen 318 DDR5 und 270 DDR4.
- Bauform: Von 585 Datenblättern mit Angabe sind 439 288-polige DIMM, 76 260-polige SO-DIMM (alle DDR4) und 70 262-polige SO-DIMM (alle DDR5, soweit die Generation angegeben ist: 68 von 70).
- Kapazität: 8 bis 256 GB je Eintrag, Median 32 GB. Am häufigsten sind 16 GB (151 Datenblätter), 32 GB (131), 64 GB (131), 8 GB (107) und 128 GB (44).
- Module je Packung: 503 Datenblätter beschreiben ein Einzelmodul, 79 ein Zweier-Kit, 5 ein Vierer-Kit und 3 ein Achter-Kit.
- Datenrate: Von 589 Angaben liegen sie zwischen 2133 und 8800, Median 4800 MT/s. Am häufigsten sind 3200 (174 Datenblätter), 5600 (139), 2666 (92), 6000 (53), 4800 (50) und 6400 (43).
- CAS-Latenz (CL): 358 Datenblätter nennen sie, von CL15 bis CL52, Median CL22. Bei den 288-poligen Modulen (n = 300) liegt der Median bei CL30, bei DDR5-SO-DIMM (n = 22) bei CL46, bei DDR4-SO-DIMM (n = 31) bei CL19.
- Spannung: Von 581 Angaben nennen 267 den Wert 1,2 Volt (DDR4) und 203 den Wert 1,1 Volt (DDR5); 42 Datenblätter stehen bei 1,4 und 40 bei 1,35 Volt, das sind übertaktete Gaming-Kits. Einzelne Einträge wie 135,1 Volt sind offensichtliche Datenblattfehler und zählen wir nicht mit.
- Server-Anteil: 263 von 560 Datenblättern mit Angabe sind „Registered (buffered)“, 280 ungepuffert; 317 von 582 nennen ECC. Marke Origin Storage allein stellt 384 der 590 Datenblätter.
- Beleuchtung: Nur 54 von 464 Datenblättern mit Angabe nennen RGB-Beleuchtung, alle bei 288-poligen Modulen.
- SO-DIMM-Ausschnitt: Die 262-poligen DDR5-Module liegen zu 58 von 70 bei 5600 MT/s; nur 7 nennen 4800. Bei den 260-poligen DDR4-Modulen sind 55 von 76 mit 3200 angegeben und 63 von 76 mit 16 GB.
Was daraus folgt: Der Normalfall im Bestand ist ein Einzelmodul mit 16 bis 64 GB. Dual-Channel-Kits sind in den Datenblättern in der Minderheit, obwohl sie für Desktop-PCs der übliche Weg sind. RGB ist die Ausnahme. Und die CL-Angabe fehlt bei 232 von 590 Datenblättern, sodass du die Latenz im Zweifel beim Hersteller nachschlagen musst.
Kapazität: 16, 32 oder 64 GB?
Kapazität bestimmt, ob dein System auslagert, nicht ob es schneller wird. Eine feste Grenze nennt kein Hersteller; Anhaltspunkte liefern nur die Ausstattungen der Datenblätter. Im Bestand sind 16 GB (151 Einträge) und 32 GB (131) die häufigsten Größen, dazu kommen 64 GB (131), die überwiegend aus Server-Modulen stammen. Sinnvolle Faustregeln, als Orientierung und nicht als Messung gemeint:
- 16 GB (2 x 8 GB): Büro, Browser, Streaming, einfache Spiele. Bei neuen DDR5-Systemen ist das die Untergrenze.
- 32 GB (2 x 16 GB): Standard für Gaming-PCs, Bildbearbeitung und mehrere geöffnete Programme. Dazu passen die Kits aus unserer Vergleichstabelle.
- 64 GB (2 x 32 GB): Videoschnitt, virtuelle Maschinen, große Projekte. Klevv bietet die CRAS-V-RGB-Reihe bis 64 GB im Zweier-Kit, XPG und Kingston ebenfalls.
- 96 und 128 GB: nur mit Boards, die große Module unterstützen. AMD nennt für Ryzen 7000 maximal 128 GB (Ryzen-5-7600-Seite).
Beachte bei Zweier-Kits die Schreibweise. „32 GB (2 x 16 GB)“ ist die Gesamtmenge, bei Kingston heißt es im Datenblatt „32GB (16GB 2G x 64-Bit x 2 pcs.)“. Ein Einzelmodul mit 32 GB läuft dagegen nur auf einem Kanal, solange kein zweites Modul steckt.
Wer vor allem eine schnelle Platte vermisst, sollte auch einen Blick in den Ratgeber SSD kaufen werfen: Mehr Arbeitsspeicher beschleunigt kein Programm, das vom Laden der Daten ausgebremst wird.
Takt und Latenz: Was die Zahlen bedeuten
Auf der Verpackung stehen zwei Zahlen, die zusammengehören: die Datenrate (zum Beispiel DDR5-6000, in MT/s) und die CAS-Latenz (CL30). Ein höherer Takt bringt nur etwas, wenn die Latenz nicht im gleichen Maß steigt. Die Umrechnung ist einfach: Die absolute Latenz in Nanosekunden ergibt sich als CL mal 2.000 geteilt durch die Datenrate in MT/s. Das ist unsere Rechnung aus den Herstellerwerten, keine Messung. Beispiele aus den Datenblättern der Vergleichstabelle:
- Kingston FURY Beast DDR5-6000 CL30: 10,0 ns.
- Goodram IRDM DDR5-7200 CL34: 9,4 ns.
- Kingston FURY Impact DDR5-4800 CL38 (SO-DIMM): 15,8 ns.
- Goodram GR5600D564L46/32G, DDR5-5600 CL46: 16,4 ns.
Die Spanne zwischen 9,4 und 16,4 ns zeigt: Ein Modul mit 7200 MT/s und CL34 ist rechnerisch nur knapp schneller als eines mit 6000 MT/s und CL30. Gerade für Spiele und Alltagsprogramme rechnest du mit dem kleineren Aufschlag. Gleichzeitig liegt der CL-Median bei den 288-poligen Modulen im Bestand bei CL30 (n = 300), der der DDR5-SO-DIMM bei CL46 (n = 22): Laptop-Speicher läuft in der Regel mit höherer Latenz.
Wichtig: Der Prozessor gibt die offizielle Grenze vor. AMD nennt für den Ryzen 5 7600 bei zwei Modulen DDR5-5200, bei vier Modulen DDR5-3600 (AMD-Produktseite). Alles darüber läuft als Übertaktung über ein Speicherprofil, mit dem die Hersteller werben, das aber nicht der Prozessor-Spezifikation entspricht. DDR5-6000 mit CL30 ist nach unserer eigenen Einordnung (keine Herstellerangabe) ein verbreiteter Kompromiss aus Takt und Latenz; das Kingston-Datenblatt führt dieses Profil als EXPO Profile #0 und XMP Profile #1.
XMP, EXPO und Standardtakt
Ein neues Modul läuft zunächst nicht mit dem Werbetakt, sondern mit dem JEDEC-Standardwert. Beim Kingston FURY Beast steht im Datenblatt als SPD-Vorgabe DDR5-4800 CL40-39-39 bei 1,1 Volt, der beworbene Wert DDR5-6000 CL30-36-36 bei 1,4 Volt kommt erst über ein Profil. XPG nennt für die Lancer-Blade-Reihe SPD-Vorgaben von 4800 oder 5600 MT/s bei 1,1 Volt, Klevv für CRAS V RGB 4800 MT/s mit 40-40-40-77 bei 1,1 Volt. Ohne Aktivierung im BIOS bekommst du also deutlich weniger als auf der Packung.
- XMP 3.0 ist Intels Profil-Standard für DDR5. Laut Intel unterstützt er bis zu fünf Profile (drei vom Hersteller vorgegeben, zwei überschreibbar).
- EXPO ist das AMD-Gegenstück; die Hersteller-Datenblätter von Kingston, XPG, Klevv und Goodram nennen für die Gaming-Kits EXPO und XMP 3.0. Beim Kingston FURY Beast gilt laut Datenblatt EXPO v1.1.
- Nur XMP kennzeichnet Kingston bei den SO-DIMM der Impact-Reihe: Das Datenblatt des KF548S38IBK2-32 nennt nur Intel XMP 3.0.
Hinweis zur Garantie: Intel schreibt auf seiner XMP-Seite, dass Frequenz- und Spannungswerte außerhalb der Intel-Spezifikation die Prozessorgarantie beeinträchtigen können. Das ist Herstellerangabe, die du bei der Entscheidung für Profile mitdenken solltest. Welche Profile dein Board kann, steht im Mainboard-Handbuch; die Grafikkarte spielt dabei keine Rolle, mehr dazu im Ratgeber Grafikkarte kaufen.
Dual-Channel, Module und Bauhöhe
Für Desktop-PCs gilt: zwei gleiche Module, gleiche Steckplätze, am besten ein Kit. AMD nennt für Ryzen 7000 zwei Speicherkanäle. Die Datenblätter zeigen den Preis der Bestückung deutlich: Beim Ryzen 5 7600 nennt AMD mit zwei Modulen (2x1R) DDR5-5200, mit vier Modulen (4x1R) nur DDR5-3600. Wer also vier Riegel setzt, verliert Takt. Zwei große Module (2 x 32 GB) sind in der Regel besser als vier kleine, sofern das Board 32-GB-Module unterstützt.
Dual-Channel ist nicht dasselbe wie die zwei Subkanäle auf einem DDR5-Modul: Letztere beschreibt JEDEC als Eigenschaft jedes einzelnen Moduls. Dual-Channel bezeichnet den Betrieb über zwei Steckplätze des Mainboards. Ein Einzelmodul von 32 GB, wie das Goodram GR5600D564L46/32G, nutzt dagegen nur einen Kanal.
Die Bauhöhe wird oft übersehen. Das Kingston FURY Beast ist laut Datenblatt 34,9 mm hoch, das XPG Lancer Blade nennt Maße von 133,35 x 33,8 x 7,8 mm, die Klevv-CRAS-V-RGB-Module 133,3 x 44 x 8 mm, die Goodram IRDM mit 133,35 x 31,25 x 6 mm. Bei einem großen Tower-Kühler kollidieren Module mit 44 mm Höhe leicht mit dem Kühlerkörper; prüfe die Freiräume im Handbuch deines Kühlers. Das SO-DIMM Kingston FURY Impact ist laut Datenblatt 30 mm hoch.
Typische Fehlkäufe
- Falsche Generation bestellt: DDR4-Module in ein DDR5-Board oder umgekehrt. Beide haben 288 Kontakte, passen aber nicht in dieselbe Fassung. Lies die Generation im Board-Datenblatt, nicht nur auf dem Kartonbild.
- SO-DIMM statt DIMM (oder andersherum): Im Bestand sind 146 von 585 Datenblättern SO-DIMM (76 + 70). Wer im Laptop-Ratgeber ankommt, braucht 260 oder 262 Pins, nicht 288.
- Server-Speicher gekauft: 263 der 560 Datenblätter mit Angabe sind Registered. Solche Module laufen nicht auf normalen Desktop-Boards.
- Profil nie aktiviert: Ein Kit mit 6000 MT/s läuft ohne XMP oder EXPO mit dem JEDEC-Wert, bei Kingston FURY Beast mit 4800 MT/s.
- Vier Riegel statt zwei: AMD gibt für den Ryzen 5 7600 bei vier Modulen DDR5-3600 statt DDR5-5200 an.
- Nur auf den Takt geachtet: 7200 MT/s mit CL34 ist rechnerisch (9,4 ns) kaum schneller als 6000 MT/s mit CL30 (10,0 ns).
- Kühlerfreiheit vergessen: Module mit 44 mm Bauhöhe wie das Klevv CRAS V RGB passen nicht unter jeden Luftkühler.
- Ähnliche Artikelnummern verwechselt: Kingston führt allein bei der FURY-Beast-Reihe Varianten mit und ohne RGB, mit EXPO oder XMP, in Schwarz und Weiß. Vergleiche die vollständige Artikelnummer.
Die Modelle der Vergleichstabelle
Die Tabelle zeigt sechs Kits und Module von vier Herstellern, von der Einsteiger-Standardvariante bis zum Hochtakt-Kit, dazu ein SO-DIMM-Set für Laptops. Verglichen werden vier Kriterien: Kapazität und Kit, Datenrate mit Latenz, Profile und Bauform. Die Wertung gewichtet Angaben aus Datenblättern, sie ist kein Praxistest. Alle sechs Module haben eine Produktseite in unserer Datenbank:
- Kingston FURY Beast KF560C30BBEK2-32: 2 x 16 GB, DDR5-6000 CL30, EXPO und XMP 3.0.
- XPG Lancer Blade AX5U6000C3016G-DTLABWH: 2 x 16 GB, DDR5-6000 CL30-40-40, niedrige Bauform.
- Goodram IRDM IR-7200D564L34S/32GDC: 2 x 16 GB, DDR5-7200 CL34.
- Klevv CRAS V RGB KD5BGUA80-60A300G: 2 x 32 GB, DDR5-6000 CL30, RGB.
- Kingston FURY Impact KF548S38IBK2-32: SO-DIMM-Kit 2 x 16 GB, DDR5-4800 CL38.
- Goodram GR5600D564L46/32G: Einzelmodul 32 GB, DDR5-5600 CL46.
Empfehlung nach Typ
- Neuer AM5-PC für Spiele und Alltag: ein Zweier-Kit mit 32 GB, DDR5-6000 und CL30 oder CL36, mit EXPO-Profil, wie das Kingston FURY Beast.
- Kleines Gehäuse oder großer Kühler: ein Kit mit niedriger Bauform, wie das XPG Lancer Blade; Maße im Handbuch des Kühlers gegenprüfen.
- Du willst den höchsten Takt: ein Kit wie das Goodram IRDM mit 7200 MT/s; dein Prozessor und dein Board müssen das Profil schaffen.
- Videoschnitt oder virtuelle Maschinen: ein Zweier-Kit mit 64 GB wie das Klevv CRAS V RGB, wenn dein Board 32-GB-Module annimmt und der Kühler Platz lässt.
- Laptop oder Mini-PC mit Steckplätzen: SO-DIMM in passender Generation, zum Beispiel das Kingston FURY Impact; Pinzahl 260 (DDR4) oder 262 (DDR5) prüfen.
- Einfacher Bürorechner ohne Übertaktung: ein Standardmodul ohne Profil, wie das Goodram GR5600D564L46/32G, mit 1,1 Volt nach Standard.
Welcher Speichertyp und wie viele Riegel passen, legt das Board fest: Mainboard kaufen.
Modelle nachschlagen: Produktdaten
Häufige Fragen
Brauche ich DDR4 oder DDR5?
Das bestimmt das Mainboard. Für Ryzen 7000 nennt AMD ausschließlich DDR5 mit 2 Kanälen (Ryzen-5-7600-Produktseite). Bei Intel-Boards steht die Unterstützung im Mainboard-Datenblatt. In unserer Zählung über 590 Datenblätter nennen 318 DDR5 und 270 DDR4.
Wie viel Arbeitsspeicher reicht 2026?
Als Orientierung: 16 GB für Büro und Alltag, 32 GB für Gaming und Bildbearbeitung, 64 GB für Videoschnitt und virtuelle Maschinen. Im Datenblatt-Bestand liegt der Median der Kapazität bei 32 GB; am häufigsten sind 16 GB (151 von 590).
Was ist der Unterschied zwischen DIMM und SO-DIMM?
DIMM sind die großen Module für Desktop-PCs mit 288 Kontakten. SO-DIMM sind die kleineren Laptop-Module, DDR4 mit 260, DDR5 mit 262 Kontakten (laut Datenblättern). In unserer Zählung sind 439 von 585 Datenblättern DIMM, 146 SO-DIMM.
Was bedeutet CL30 oder CL36?
Das ist die CAS-Latenz in Taktzyklen. Mit der Datenrate umgerechnet ergibt sich die Latenz in Nanosekunden: CL mal 2.000 geteilt durch MT/s. DDR5-6000 CL30 sind demnach 10,0 ns, DDR5-5600 CL46 sind 16,4 ns.
Muss ich XMP oder EXPO im BIOS aktivieren?
Ja, sonst läuft das Kit mit dem JEDEC-Standardwert. Beim Kingston FURY Beast KF560C30BBEK2-32 ist das laut Datenblatt DDR5-4800 CL40-39-39 bei 1,1 Volt; der Werbetakt DDR5-6000 CL30 kommt erst über ein Profil. Intel weist darauf hin, dass Werte außerhalb der Spezifikation die Prozessorgarantie beeinträchtigen können.
Zwei oder vier Module?
Zwei. AMD nennt für den Ryzen 5 7600 bei zwei Modulen DDR5-5200, bei vier Modulen nur DDR5-3600. Zwei größere Module sind meist die bessere Wahl als vier kleine.
Passt Server-Speicher in meinen PC?
In der Regel nicht. 263 von 560 Datenblättern mit Angabe sind Registered-Module, 317 von 582 nennen ECC. Solche Module sind für Server-Boards gedacht; achte auf die Angabe „Unregistered (unbuffered)“.
Quellen und Stand
- Icecat Open Catalog: Datenblätter (eigene Zählung über 590 Arbeitsspeicher-Datenblätter, Stand 11.10.2026) (icecat.biz)
- Kingston: Datenblatt FURY Beast KF560C30BBEK2-32 (Hersteller) (kingston.com)
- Kingston: Datenblatt FURY Impact SODIMM KF548S38IBK2-32 (Hersteller) (kingston.com)
- XPG: Datenblatt LANCER BLADE DDR5 Memory (Hersteller) (assets.adata.com)
- Klevv: CRAS V RGB DDR5 (Herstellerseite) (klevv.com)
- Goodram: Datenblatt IRDM DDR5 DIMM (Hersteller) (goodram.com)
- Goodram: Datenblatt DDR5 DIMM (Hersteller) (goodram.com)
- AMD: Ryzen 5 7600 (Herstellerseite, Speicher-Spezifikation) (amd.com)
- Intel: Extreme Memory Profile (XMP) (intel.com)
- JEDEC: Pressemitteilung zum DDR5-Standard JESD79-5 (jedec.org)
Technische Angaben im Modellvergleich: Hersteller- und Händlerdatenblätter, Stand 11. Oktober 2026; nicht belegte Werte stehen als „k. A.“. Aktualisiert am . Preisdrache testet nicht selbst im Labor — wie wir Daten auswählen und gewichten, steht unter So vergleichen wir; wie wir Geld verdienen, unter Wie wir Geld verdienen. Fehler gefunden? Schreib uns über die Adresse im Impressum.
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