Kaufberatung
Winterreifen kaufen: die ehrliche Kaufberatung
Von der Preisdrache-Redaktion · Aktualisiert am · So arbeiten wir
Ein Winterreifen ist rechtlich nur dann einer, wenn er das Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke, kurz 3PMSF) trägt. Die bloße Kennzeichnung M+S reicht seit dem 1. Oktober 2024 nicht mehr. Eine Pflicht zum Wechsel zu einem festen Datum gibt es nicht, aber bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- und Reifglätte darfst du nur mit passender Bereifung fahren. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du das EU-Reifenlabel einordnest (und wo es dir nichts über Schnee verrät), warum 4 mm Profil sinnvoller sind als die gesetzlichen 1,6 mm, wie du Alter, Größe und Indizes liest und was der ADAC-Winterreifentest 2026 gezeigt hat. Unten findest du sechs aktuelle Profile im Vergleich. Wer wenig fährt und selten Schnee sieht, findet im <a href="/ratgeber/allwetterreifen-kaufen/">Allwetterreifen-Ratgeber</a> die Alternative.
Winterreifen im Vergleich 2026
| Platz | Modell | Wertung | Nasshaftung (Label) | Rollwiderstand (Label) | Geräusch | ADAC-Winterreifentest 2026 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Unser FavoritContinental WinterContact TS 870 | 9,0 | B | C | 70 dB (Klasse B) | 2,2 (185/65 R15), 2,3 (225/50 R17) | Preis prüfen* |
| 2 | Für MittelklassePirelli Cinturato Winter 3 | 8,8 | B | C | 72 dB (Klasse B) | 2,2 (225/50 R17) | Preis prüfen* |
| 3 | LaufleistungGoodyear UltraGrip Performance 3 | 8,6 | B | C | 70 dB (Klasse B) | 2,4 (225/50 R17) | Preis prüfen* |
| 4 | Michelin Alpin 7 | 8,3 | B | C | 71 dB (Klasse B) | 2,5 (185/65 R15) | Preis prüfen* |
| 5 | Bestes LabelNokian Snowproof 2 | 8,0 | B | B | 69 dB (Klasse A) | keine Platzierung belegt | Preis prüfen* |
| 6 | Bridgestone Blizzak 6 | 7,6 | B | C | 70 dB (Klasse B) | keine Platzierung belegt | Preis prüfen* |
Continental WinterContact TS 870
Für Vielfahrer, die das Profil mit der besten ADAC-Einstufung über beide Testgrößen wollen.
- Beste Gesamtnote des ADAC-Winterreifentests 2026 in 185/65 R15, zweiter Platz in 225/50 R17
- Fahrsicherheit 2,0 in 185/65 R15 laut ADAC
- Labelwerte der Hauptvariante 205/55 R16 91H: Nasshaftung B, 70 dB
- Rollwiderstand nur Klasse C
- ADAC-Noten gelten nicht für 205/55 R16
- Nasshaftung (Label)
- B
- Rollwiderstand (Label)
- C
- Geräusch
- 70 dB (Klasse B)
- ADAC-Winterreifentest 2026
- 2,2 (185/65 R15), 2,3 (225/50 R17)
Pirelli Cinturato Winter 3
Für Fahrer eines Mittelklassewagens in 17 Zoll, die ein ausgewogenes Profil suchen.
- Beste Gesamtnote in 225/50 R17 im ADAC-Winterreifentest 2026
- Ausgewogen auf trockener und winterlicher Fahrbahn laut ADAC
- Labelwerte der Hauptvariante 205/55 R16 94H: Nasshaftung B
- In der Kleinwagengröße des ADAC-Tests nicht belegt
- 72 dB Abrollgeräusch, höchster Wert dieser Auswahl
- Nasshaftung (Label)
- B
- Rollwiderstand (Label)
- C
- Geräusch
- 72 dB (Klasse B)
- ADAC-Winterreifentest 2026
- 2,2 (225/50 R17)
Goodyear UltraGrip Performance 3
Für Vielfahrer, die auf lange Laufleistung und eine gute Umweltbilanz achten.
- Note gut (2,4) in 225/50 R17 im ADAC-Winterreifentest 2026
- Umweltbilanz laut ADAC stark, Laufleistung sehr gut
- Labelwerte der Hauptvariante 205/55 R16 91H: Nasshaftung B, 70 dB
- In der Kleinwagengröße des ADAC-Tests nicht belegt
- Rollwiderstand nur Klasse C
- Nasshaftung (Label)
- B
- Rollwiderstand (Label)
- C
- Geräusch
- 70 dB (Klasse B)
- ADAC-Winterreifentest 2026
- 2,4 (225/50 R17)
Michelin Alpin 7
Für Fahrer, die ein Profil mit belegter Platzierung unter den ersten Zwei in der Kleinwagengröße wollen.
- Platz 2 in 185/65 R15 im ADAC-Winterreifentest 2026, Note gut
- Labelwerte der Hauptvariante 205/55 R16 91H: Nasshaftung B
- Mehrere Indexvarianten (91H, 91T, 94H)
- Rollwiderstand nur Klasse C
- 71 dB Abrollgeräusch
- Nasshaftung (Label)
- B
- Rollwiderstand (Label)
- C
- Geräusch
- 71 dB (Klasse B)
- ADAC-Winterreifentest 2026
- 2,5 (185/65 R15)
Nokian Snowproof 2
Für Fahrer, die Rollwiderstand und Geräusch im Label priorisieren.
- Rollwiderstand B in der Hauptvariante 94H (die 91H hat C)
- 69 dB und Geräuschklasse A laut EU-Label
- Platz 9 von 389 Winterreifen-Einträgen in 205/55 R16 nach Label-Rang
- Keine belegte Platzierung im ADAC-Winterreifentest 2026
- Labelwerte unterscheiden sich je Variante
- Nasshaftung (Label)
- B
- Rollwiderstand (Label)
- B
- Geräusch
- 69 dB (Klasse A)
- ADAC-Winterreifentest 2026
- keine Platzierung belegt
Bridgestone Blizzak 6
Für Fahrer, die ein aktuelles Blizzak-Profil suchen und Labelwerte als Mindestanspruch nehmen.
- Labelwerte der Hauptvariante 205/55 R16 91H: Nasshaftung B, 70 dB
- Mehrere Indexvarianten (91H, 91T, 94H, 94V)
- Aktuelles Profil mit 40 Einträgen in unserer Datenbasis
- Keine belegte ADAC-Platzierung 2026
- Rollwiderstand nur Klasse C
- Nasshaftung (Label)
- B
- Rollwiderstand (Label)
- C
- Geräusch
- 70 dB (Klasse B)
- ADAC-Winterreifentest 2026
- keine Platzierung belegt
So entsteht die Wertung: Die Wertung gewichtet das EU-Label der Hauptvariante in 205/55 R16 (Quelle: EPREL, Auswertung Stand 09.10.2026) und die ADAC-Winterreifennote 2026 aus den Größen 185/65 R15 und 225/50 R17. Profile ohne belegte ADAC-Platzierung werden nur nach Label bewertet und darum vorsichtiger eingestuft. Die ADAC-Noten gelten nicht für 205/55 R16; kein eigener Praxistest. Preise ändern sich laufend – den aktuellen Preis siehst du beim Händler. *Affiliate-Links: Als Amazon-Partner und Partner weiterer Shops verdienen wir an qualifizierten Verkäufen eine Provision; für dich ändert sich der Preis nicht.
Was das Gesetz verlangt: situative Pflicht, kein Stichtag
Rechtsgrundlage ist § 2 Abs. 3a StVO. Danach darfst du ein Kraftfahrzeug bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nur fahren, wenn alle Räder mit Reifen ausgerüstet sind, die den Anforderungen des § 36 Abs. 4 StVZO genügen. Ein festes Zeitfenster steht nirgends im Gesetz. Die bekannte Faustregel „von Oktober bis Ostern“ ist eine Orientierung der Werkstätten, keine Rechtsnorm. Maßgeblich ist das Wetter in dem Moment, in dem du fährst.
Wer bei diesen Bedingungen ohne passende Reifen fährt, riskiert ein Bußgeld nach dem Bußgeldkatalog. Der Gesetzestext verlangt außerdem, dass du die Notwendigkeit der Fahrt prüfst, einen Abstand von mindestens dem halben Tachowert in Metern hältst und nicht schneller als 50 km/h fährst, sofern nicht noch weniger geboten ist.
Praktisch heißt das: Wenn du im Winter morgens zur Arbeit musst und dein Weg über Landstraßen, Brücken oder Steigungen führt, lautet die Frage nicht „Muss ich?“, sondern „Kann ich es mir leisten, es nicht zu tun?“. Wer nur in milden Innenstadtlagen fährt und bei Frost das Auto stehen lässt, steht anders da, braucht dann aber eine Alternative: Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol erfüllen die Anforderung genauso, siehe Allwetterreifen-Ratgeber.
Alpine-Symbol statt M+S: so erkennst du einen echten Winterreifen
§ 36 Abs. 4 StVZO definiert Winterreifen über ihre Eigenschaften bei Schnee und über das Alpine-Symbol, ein dreigipfliges Bergmotiv mit Schneeflocke (3PMSF, Three-Peak Mountain Snowflake). Dahinter steht ein genormter Bremstest auf Schnee. M+S („Matsch und Schnee“) ist dagegen nicht geschützt und beschreibt nur das Profilbild. Reifen mit reiner M+S-Kennzeichnung durften nach der Übergangsregel noch bis zum 30.09.2024 als Winterreifen genutzt werden; Ratgeberseiten nennen als Stichtag für diese Altreifen meist die Herstellung bis Ende 2017. Seit dem 1. Oktober 2024 zählt nur noch das Alpine-Symbol.
Du erkennst es an der Reifenflanke: Das Piktogramm sitzt in der Nähe der Größenangabe. Neureifen tragen es zusätzlich als Piktogramm auf dem EU-Label. Reifen mit M+S und ohne Piktogramm gelten heute als Sommer- oder Ganzjahresreifen mit Schneeprofil, nicht als Winterreifen.
Eine wichtige Einschränkung liefert der ADAC-Ganzjahresreifentest 2026: Fünf der 16 geprüften Ganzjahresreifen trugen das Alpine-Symbol und zeigten bei Schnee und Eis dennoch gravierende Schwächen, einer davon fiel auf winterlicher Fahrbahn besonders stark ab. Das Symbol belegt also eine Mindestleistung beim Bremsen und Anfahren auf Schnee, keine gute Gesamtleistung. Es ist die Eintrittskarte, nicht das Qualitätsurteil.
Das EU-Reifenlabel lesen: drei Werte und zwei Piktogramme
Seit dem 1. Mai 2021 gilt die Verordnung (EU) 2020/740. Das Label zeigt Rollwiderstand (Kraftstoffeffizienz), Nasshaftung und das externe Abrollgeräusch. Rollwiderstand und Nasshaftung laufen von A bis E (vorher A bis G), das Geräusch wird mit Schallwellen-Klasse und Dezibelwert angegeben. Dazu kommen Piktogramme für Schneehaftung (Alpine-Symbol) und, wenn der Reifen die Prüfung besteht, für Eishaftung. Jeder Reifentyp ist über den QR-Code des Labels in der europäischen Produktdatenbank EPREL hinterlegt.
Die Klassengrenzen bei Pkw-Reifen (C1) stehen im Anhang I der Verordnung. Beim Rollwiderstand ist A ein Wert bis 6,5 N/kN, B liegt bei 6,6 bis 7,7, C bei 7,8 bis 9,0, D bei 9,1 bis 10,5 und E ab 10,6. Bei der Nasshaftung liegt A bei einem Index ab 1,55, B bei 1,40 bis 1,54, C bei 1,25 bis 1,39, D bei 1,10 bis 1,24 und E bei höchstens 1,09. Die Nasshaftung wird auf nasser Fahrbahn bei Plustemperaturen geprüft. Sie sagt dir also etwas über Herbstregen, nichts über Schneematsch und Eis.
Eine eigene Auswertung unseres Datenbestands aus EPREL (Stand 09.10.2026) für die Größe 205/55 R16 zeigt, was das für die Kaufentscheidung heißt. Unter den 389 Winterreifen-Einträgen haben 8 die Nasshaftungsklasse A, 111 die Klasse B, 189 die Klasse C, 78 die Klasse D und 3 die Klasse E. Beim Rollwiderstand ist es noch eindeutiger: 6 Einträge in B, 207 in C, 167 in D und 9 in E. Kein einziger Winterreifen dieser Größe erreicht Klasse A. Das Label sortiert Winterreifen also grob in wenige Gruppen. Die Unterschiede zwischen den guten Reifen stecken in Schnee, Eis und Bremsen bei Kälte, und die zeigt das Label nicht.
Größe, Lastindex und Geschwindigkeitsindex richtig lesen
Auf der Flanke steht etwa „205/55 R16 91H“. 205 ist die Breite in Millimetern, 55 das Verhältnis von Flankenhöhe zur Breite in Prozent, R steht für Radialbauweise, 16 für den Felgendurchmesser in Zoll. 91 ist der Lastindex, H der Geschwindigkeitsindex. Die zulässigen Größen findest du im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I, Felder 15.1 und 15.2) und im Datenblatt des Herstellers (COC).
Der Lastindex folgt einer genormten Tabelle: 91 steht für 615 kg pro Reifen, 94 für 670 kg, 95 für 690 kg. Bei Kombis, SUV und Familienautos lohnt der Blick, denn bei gleicher Größe gibt es oft zwei Varianten, zum Beispiel 91H und 94H. Ein niedrigerer Lastindex als im Fahrzeugschein ist nicht zulässig. Beim Geschwindigkeitsindex gilt: Q = 160 km/h, T = 190 km/h, H = 210 km/h, V = 240 km/h, W = 270 km/h. Für Winterreifen erlaubt § 36 Abs. 5 StVZO einen Index unterhalb der Höchstgeschwindigkeit des Autos, sofern die zulässige Reifengeschwindigkeit im Blickfeld des Fahrers angegeben ist, üblich ist ein Aufkleber am Armaturenbrett. Diese Geschwindigkeit darfst du dann nicht überschreiten.
Ein Beispiel aus unseren Daten: Den Nokian Snowproof 2 gibt es in 205/55 R16 als 91H, 91T und 94H. Die Labelwerte sind nicht in jeder Variante gleich: Die Variante 94H hat Rollwiderstand B, die 91H Klasse C. Deshalb zeigen wir im Vergleich unten die Hauptvariante und nennen sie ausdrücklich. Schau beim Kauf auf das Label deiner Größe und Variante, nicht auf die Profilbezeichnung.
Profiltiefe: 1,6 mm sind das Gesetz, 4 mm die Praxis
Nach § 36 Abs. 3 StVZO muss das Hauptprofil am ganzen Umfang mindestens 1,6 mm tief sein. Das ist die Grenze für Bußgeld und Hauptuntersuchung, kein Sicherheitsniveau. Der ADAC empfiehlt bei Winterreifen mindestens 4 mm und rät in seiner Pressemitteilung zum Winterreifentest 2026, Winterreifen zu ersetzen, wenn sie älter als acht Jahre sind oder die Profiltiefe unter 4 mm fällt. Der Grund: Schnee und Matsch werden durch die Rillen abgeleitet, und Lamellen greifen nur, solange sie tief genug sind. Neue Winterreifen haben meist 8 bis 9 mm, bei 4 mm ist also rund die Hälfte verbraucht.
Die Messung ist einfach. Ein Profiltiefenmesser zeigt dir an mehreren Stellen über die Lauffläche, wo ungleichmäßiger Verschleiß sitzt. Misst du an einer Schulter weniger als in der Mitte, stimmt die Spur nicht oder der Luftdruck war zu niedrig. Die tieferen Reifen gehören nach hinten, weil ein Fahrzeug mit abgefahrenen Hinterreifen beim Bremsen und in Kurven eher ausbricht.
Wie viele Kilometer ein Satz hält, hat der ADAC 2026 gemessen: Die Kleinwagenreifen (185/65 R15) kamen im Schnitt auf etwa 31.000 km, die Mittelklassereifen (225/50 R17) auf über 45.000 km. Bei Bridgestone lag der Kleinwagenwert mit rund 22.000 km am unteren Ende. Wer 10.000 km im Jahr fährt und davon die Hälfte im Winter, nutzt den Satz im Winter nur auf etwa 5.000 km, und dann entscheidet meist das Alter, nicht das Profil.
Alter und DOT-Nummer: wann Winterreifen zu alt sind
Gummi altert auch im Keller. Weichmacher wandern aus, die Mischung härtet, die Haftung bei Kälte sinkt. Das Herstellungsdatum steht in der DOT-Nummer an der Flanke: Die letzten vier Ziffern, meist in einem Oval, geben Woche und Jahr an. „4825“ bedeutet die 48. Kalenderwoche 2025. Dreistellige Codes stammen aus der Zeit vor dem Jahr 2000.
Eine gesetzliche Altersgrenze gibt es nicht. Der ADAC rät bei Winterreifen zum Austausch nach spätestens acht Jahren. Ältere Sätze lässt du deshalb vor jeder Saison in der Werkstatt prüfen.
Beim Neukauf lohnt der Blick auf die DOT-Nummer, denn Reifen liegen im Handel mitunter länger im Lager. Prüfe zusätzlich die Flanke auf feine Risse, Beulen und Schnitte. Eingelagerte Reifen gehören trocken, kühl und dunkel gelagert, ohne Kontakt zu Öl oder Lösungsmitteln.
Was der ADAC-Winterreifentest 2026 zeigt (und wo die Grenze liegt)
Der ADAC hat im Winterreifentest 2026 (veröffentlicht am 22.09.2026) 32 Reifen in zwei Größen geprüft, jeweils 16 in 185/65 R15 für Kleinwagen und in 225/50 R17 für die Mittelklasse. Geprüft wurden Fahren und Bremsen auf trockener und nasser Fahrbahn, auf Schnee und auf Eis, dazu Umweltkriterien wie Laufleistung und Abrieb.
In 185/65 R15 erreichte der Continental WinterContact TS 870 mit 2,2 die beste Gesamtnote des Testfelds (Fahrsicherheit 2,0), der Michelin Alpin 7 folgte mit 2,5. Neun von 16 Reifen sind nicht zu empfehlen, drei davon sind „mangelhaft“. In 225/50 R17 steht der Pirelli Cinturato Winter 3 mit 2,2 an der Spitze, dahinter der Continental mit 2,3 und der Goodyear UltraGrip Performance 3 mit 2,4. Sechs der 16 Reifen in dieser Größe sind „mangelhaft“. Der ADAC schreibt, dass einige günstige Mittelklassereifen auf einem Untergrund gut abschneiden und auf einem anderen gravierende Schwächen zeigen.
Wir übertragen diese Noten ausdrücklich nicht auf andere Größen. Der ADAC erlaubt eine Übertragung nur bei höchstens 10 mm Breitenabweichung, höchstens 5 Prozentpunkten Querschnittsabweichung, gleichem Felgendurchmesser und gleicher Bauart. 205/55 R16 liegt außerhalb beider Testgrößen. Die Noten sind deshalb ein Indiz für die Güte eines Profils, kein Ergebnis für deine Größe. Sie helfen dir, die ersten drei, vier Kandidaten zu sortieren; für deine Größe lohnt der Blick, ob der ADAC sie schon einmal getestet hat.
Für wen welcher Typ, und die typischen Fehlkäufe
Vielfahrer auf Landstraße und Autobahn: Hier lohnt ein Profil aus der oberen Gruppe des ADAC-Tests mit langer prognostizierter Laufleistung und geringem Abrieb. Der Rollwiderstand wirkt sich auf den Verbrauch aus, die Winterdisziplinen auf den Bremsweg bei Schnee. Letzteres wiegt schwerer.
Stadtfahrer mit milden Wintern: Wenn du selten unter 0 Grad fährst, spricht vieles für ein Allwetterprofil mit Alpine-Symbol, siehe Allwetterreifen-Ratgeber. Bei Autobahn in der Hitze, mit Anhänger oder hoher Beladung bleiben getrennte Sommer- und Winterreifen laut ADAC die bessere Lösung.
Bergregionen und Pendler mit Steigungen: Schnee- und Eisgriff zählt mehr als Rollwiderstand. Hier gehören Profile mit gutem Winterurteil nach oben auf die Liste, die Labelwerte (meist B bei Nässe) sind zweitrangig.
Typische Fehlkäufe: Erstens der niedrigste Preis ohne Blick auf den Test. Der ADAC listet 2026 unter den Reifen mit „mangelhaft“ in der Kleinwagengröße Sunny Winter-max NW611, Atlas Polarbear HP und Rockblade Rock 868S. Zweitens ein zu niedriger Lastindex, weil nur die Größe stimmte. Drittens Reifen mit M+S ohne Alpine-Symbol. Viertens Mischbereifung mit verschiedenen Profilen, die das Fahrverhalten verändert.
Montage, Luftdruck und was nach dem Kauf zählt
Lass Reifen auswuchten und das Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS, bei Neuwagen seit 2014 Pflicht) anlernen, wenn der Satz eigene Sensoren hat. Der richtige Luftdruck steht an der Tankklappe oder in der B-Säule und gilt für kalte Reifen. Bei sinkenden Temperaturen fällt der Druck um etwa 0,1 bar je 10 Grad, im Winter also ruhig einmal im Monat nachmessen.
Fahr Winterreifen nicht durchgehend im Sommer auf. Die weichere Mischung läuft bei Hitze schneller ab und bremst auf warmem Asphalt länger. Als Faustregel für den Wechsel gilt ein Tagesmittel dauerhaft unter 7 Grad. Zu jedem registrierten Reifen findest du Label und Produktdatenblatt in der EPREL-Datenbank (eprel.ec.europa.eu).
Häufige Fragen
Ab wann sind Winterreifen in Deutschland Pflicht?
Es gibt keinen Stichtag. Nach § 2 Abs. 3a StVO darfst du bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte nur mit Reifen fahren, die § 36 Abs. 4 StVZO genügen, also mit Alpine-Symbol. „O bis O“ ist nur eine Faustregel.
Reicht M+S noch aus?
Nein. Die Übergangsfrist für Altreifen mit reiner M+S-Kennzeichnung lief am 30.09.2024 ab. Seit dem 1. Oktober 2024 zählt nur noch das Alpine-Symbol (3PMSF).
Wie tief muss das Profil sein?
Gesetzlich mindestens 1,6 mm (§ 36 Abs. 3 StVZO). Der ADAC empfiehlt bei Winterreifen mindestens 4 mm.
Wie alt dürfen Winterreifen sein?
Eine gesetzliche Grenze gibt es nicht. Der ADAC rät zum Austausch nach spätestens acht Jahren. Das Alter siehst du an der DOT-Nummer: Die letzten vier Ziffern nennen Woche und Jahr.
Sagt das EU-Label etwas über die Schneehaftung?
Nur über ein Piktogramm, das anzeigt, ob der Reifen die Alpine-Prüfung besteht. Die Klassen für Nasshaftung und Rollwiderstand beziehen sich auf nasse Fahrbahn bei Plusgraden und den Energieverbrauch, nicht auf Schnee oder Eis.
Darf ich Winterreifen mit niedrigerem Geschwindigkeitsindex fahren?
Bei Winterreifen ja, nach § 36 Abs. 5 StVZO, wenn die zulässige Reifengeschwindigkeit im Blickfeld des Fahrers angegeben ist. Diese Geschwindigkeit darfst du nicht überschreiten. Der Lastindex darf nie unter dem Fahrzeugschein-Wert liegen.
Winterreifen oder Allwetterreifen: was ist besser?
Für viel Schnee, Berge und häufige Kälte sind Winterreifen die sicherere Wahl. Für Stadt- und Kurzstreckenfahrer mit milden Wintern genügt oft ein guter Allwetterreifen mit Alpine-Symbol. Details im Allwetterreifen-Ratgeber.
Quellen und Stand
- Verordnung (EU) 2020/740: Kennzeichnung von Reifen (Amtsblatt der EU) (eur-lex.europa.eu)
- Verordnung (EU) 2020/740, Anhang I: Klassengrenzen Rollwiderstand und Nasshaftung (gesetze.legal)
- § 2 StVO (Gesetze im Internet) (gesetze-im-internet.de)
- § 36 StVZO: Bereifung (Gesetze im Internet) (gesetze-im-internet.de)
- ADAC Winterreifentest 2026 (Pressemeldung) (presse.adac.de)
- ADAC: Winterreifen 185/65 R15 im Test 2026 (adac.de)
- ADAC: Winterreifen 225/50 R17 im Test 2026 (adac.de)
- ADAC: Ganzjahresreifen 185/65 R15 im Test 2026 (adac.de)
- EPREL: Europäische Produktdatenbank (eprel.ec.europa.eu)
Technische Angaben im Modellvergleich: Hersteller- und Händlerdatenblätter, Stand 9. Oktober 2026; nicht belegte Werte stehen als „k. A.“. Aktualisiert am . Preisdrache testet nicht selbst im Labor — wie wir Daten auswählen und gewichten, steht unter So vergleichen wir; wie wir Geld verdienen, unter Wie wir Geld verdienen. Fehler gefunden? Schreib uns über die Adresse im Impressum.
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