Kaufberatung
NAS-Festplatte kaufen: worauf es im Datenblatt ankommt
Von der Preisdrache-Redaktion · Aktualisiert am · So arbeiten wir
<p>Für ein NAS im Heim- oder Kleinbüro brauchst du eine 3,5-Zoll-Festplatte mit konventioneller Aufzeichnung (CMR), 24/7-Freigabe des Herstellers und einer Workload-Angabe von mindestens 180 TB pro Jahr; Modelle mit 550 TB pro Jahr, 5 Jahren Garantie und 2,5 Mio. Stunden MTBF lohnen sich erst bei mehreren Nutzern, vielen Schächten oder dauerhaft hoher Schreiblast. Normale Desktop-Platten werden von den Herstellern nicht für den Dauerbetrieb im Mehrschacht-Gehäuse beworben.</p><p>Diese Seite stützt sich auf eine eigene Auswertung von 36 Festplatten-Datenblättern (Icecat, Stand 11.10.2026) und auf Hersteller-Datenblätter von Seagate, Western Digital und Toshiba. Es ist eine Auswertung von Datenblättern, keine Messung: Wir haben keine der Platten selbst benutzt. Wo ein Hersteller etwas nicht nennt, steht „k. A.“.</p>
NAS-Festplatten im Vergleich 2026
| Platz | Modell | Wertung | Aufzeichnung | Workload (TB/Jahr) | MTBF | Drehzahl | Garantie | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Unser FavoritWD Red Pro WD142KFGX (14 TB) | 8,8 | CMR | 550 | 2,5 Mio. h | 7.200 U/min | 5 Jahre | Preis prüfen* |
| 2 | Für ProfisSeagate IronWolf Pro ST30000NT011 (30 TB) | 8,5 | CMR | 550 | 2,5 Mio. h | 7.200 U/min | 5 Jahre | Preis prüfen* |
| 3 | Toshiba N300 HDWG480UZSVA (8 TB) | 7,9 | CMR | bis 180 | 1,0 Mio. h | 7.200 U/min | k. A. | Preis prüfen* |
| 4 | Preis-LeistungSeagate IronWolf ST12000VN0008 (12 TB) | 7,8 | CMR | 180 | 1,0 Mio. h | 7.200 U/min | 3 Jahre | Preis prüfen* |
| 5 | WD Red Plus WD80EFPX (8 TB) | 7,6 | CMR | 180 | 1,0 Mio. h | 5.640 U/min | 3 Jahre | Preis prüfen* |
| 6 | Für EinsteigerSeagate IronWolf ST6000VN006 (6 TB) | 7,2 | CMR | 180 | 1,0 Mio. h | 5.400 U/min | 3 Jahre | Preis prüfen* |
WD Red Pro WD142KFGX (14 TB)
Für alle, die ein leises Modell mit 5 Jahren Garantie und hoher Workload-Freigabe suchen.
- 550 TB pro Jahr laut WD
- 5 Jahre Garantie laut WD
- 20 dBA im Leerlauf, 3,6 W laut WD
- 512 MB Cache, Drehschwingungssensoren laut WD
- Nicht in unserer Produktdatenbank; Werte nur vom WD-Datenblatt
- Für kleine Heim-NAS mehr Freigabe als nötig
- Aufzeichnung
- CMR
- Workload (TB/Jahr)
- 550
- MTBF
- 2,5 Mio. h
- Drehzahl
- 7.200 U/min
- Garantie
- 5 Jahre
Seagate IronWolf Pro ST30000NT011 (30 TB)
Für alle, die viel Kapazität auf wenigen Schächten brauchen und 5 Jahre Garantie wollen.
- 550 TB pro Jahr und 5 Jahre Garantie laut Seagate
- 512 MB Cache laut Seagate
- 3 Jahre Rescue Data Recovery laut Seagate
- Fehlerrate 1 pro 10E15 Bit laut Seagate
- 28 dBA im Leerlauf und 6,8 W laut Seagate
- Lange Wiederaufbauzeit bei 30 TB
- Aufzeichnung
- CMR
- Workload (TB/Jahr)
- 550
- MTBF
- 2,5 Mio. h
- Drehzahl
- 7.200 U/min
- Garantie
- 5 Jahre
Toshiba N300 HDWG480UZSVA (8 TB)
Für Heim-NAS mit bis zu 8 Schächten, die ein 7.200er-CMR-Modell suchen.
- CMR und 24/7-Betrieb laut Toshiba
- Bis zu 180 TB pro Jahr laut Toshiba
- Fehlerrate 1 pro 10E15 Bit laut Toshiba
- Rotationsvibrations- und Stoßsensor laut Toshiba
- Garantiedauer im Toshiba-Datenblatt nicht genannt
- Cache, Leerlauf-Verbrauch und Lautstärke dieser Kapazität nicht eindeutig zuzuordnen
- Aufzeichnung
- CMR
- Workload (TB/Jahr)
- bis 180
- MTBF
- 1,0 Mio. h
- Drehzahl
- 7.200 U/min
- Garantie
- k. A.
Seagate IronWolf ST12000VN0008 (12 TB)
Für Heim-NAS mit 1 bis 8 Schächten und normaler Last.
- CMR laut Seagate
- 180 TB pro Jahr, 3 Jahre Garantie laut Seagate
- 256 MB Cache, Drehschwingungssensoren laut Seagate
- 3 Jahre Rescue Data Recovery laut Seagate
- 28 dBA im Leerlauf, 5,1 W laut Seagate
- Nur für 1 bis 8 Schächte freigegeben
- Aufzeichnung
- CMR
- Workload (TB/Jahr)
- 180
- MTBF
- 1,0 Mio. h
- Drehzahl
- 7.200 U/min
- Garantie
- 3 Jahre
WD Red Plus WD80EFPX (8 TB)
Für Heim-NAS, die ein sparsames Modell mit 3 Jahren Garantie suchen.
- CMR laut WD
- 180 TB pro Jahr, 3 Jahre Garantie laut WD
- 24 dBA im Leerlauf (28 dBA beim Zugriff), 3,4 W laut WD
- 256 MB Cache laut WD
- Nicht in unserer Produktdatenbank; Werte nur vom WD-Datenblatt
- Fehlerrate nur 1 pro 10^14 Bit laut WD
- Aufzeichnung
- CMR
- Workload (TB/Jahr)
- 180
- MTBF
- 1,0 Mio. h
- Drehzahl
- 5.640 U/min
- Garantie
- 3 Jahre
Seagate IronWolf ST6000VN006 (6 TB)
Für kleine Heim-NAS mit wenig Last und Wunsch nach leisem, sparsamem Betrieb.
- CMR laut Seagate
- 26 dBA und 3,4 W im Leerlauf laut Seagate
- 256 MB Cache
- 3 Jahre Garantie laut Seagate
- Geringere Drehzahl, kleinere Kapazität
- Fehlerrate 1 pro 10E14 Bit laut Seagate
- Aufzeichnung
- CMR
- Workload (TB/Jahr)
- 180
- MTBF
- 1,0 Mio. h
- Drehzahl
- 5.400 U/min
- Garantie
- 3 Jahre
So entsteht die Wertung: Die Wertung gewichtet Datenblattangaben zu Aufzeichnung, Workload, MTBF, Drehzahl und Garantie sowie Lautstärke und Leerlauf-Verbrauch, wie in diesem Ratgeber beschrieben; fehlende oder nicht eindeutig zuordenbare Angaben geben Abzug. Es ist keine Praxismessung; Werte ohne Herstellerbeleg stehen als „k. A.“. Preise ändern sich laufend – den aktuellen Preis siehst du beim Händler. *Affiliate-Links: Als Amazon-Partner und Partner weiterer Shops verdienen wir an qualifizierten Verkäufen eine Provision; für dich ändert sich der Preis nicht.
Welcher Festplatten-Typ passt zu deinem NAS?
Die Platte im NAS läuft anders als die im PC: Sie dreht rund um die Uhr, sitzt mit mehreren Schwestern in einem Gehäuse (und wird von deren Vibrationen mit belastet) und wird von der RAID-Software auch dann gelesen, wenn niemand etwas öffnet. Hersteller bauen deshalb eigene NAS-Linien mit angepasster Firmware, Drehschwingungssensoren und höheren Freigaben für die jährliche Datenmenge. Wie du das NAS-Gehäuse selbst auswählst, steht im Ratgeber NAS kaufen; hier geht es nur um die Laufwerke darin.
Grob lassen sich drei Klassen unterscheiden:
- Einstieg (Heim-NAS, 1 bis 4 Schächte): Seagate IronWolf, WD Red Plus, Toshiba N300. Alle drei nennen laut Datenblatt 180 TB pro Jahr Workload, 3 Jahre Garantie (Seagate und WD; Toshiba nennt im Datenblatt keine Garantiedauer) und CMR.
- Oberklasse (Kleinbüro, viele Schächte, viele Nutzer): Seagate IronWolf Pro und WD Red Pro mit 550 TB pro Jahr, 5 Jahren Garantie und bis zu 2,5 Mio. Stunden MTBF.
- Große Kapazitäten über 20 TB: bei Seagate und WD Heliumlaufwerke mit 512 MB Cache. Sie lohnen sich, wenn Schächte knapp sind, nicht automatisch wegen der Preisklasse.
Die Preisklasse bestimmt hier die Freigabe und die Garantie, nicht die Geschwindigkeit: Auch die schnellsten NAS-Platten bleiben deutlich unter dem, was eine SSD liefert. Wenn du viele kleine Dateien oder Datenbanken auf dem NAS betreibst, ist ein SSD-Zwischenspeicher oft sinnvoller als eine schnellere Festplatte. Preise nennen wir hier nicht; sie ändern sich laufend.
Unsere Auswertung: was 36 Festplatten-Datenblätter zeigen
In den 36 Datenblättern unserer Produktdatenbank (Icecat, Stand 11.10.2026) ist 17 Mal „NAS“ als Einsatzzweck eingetragen. Das ist eine Zählung über diese Datenblätter, keine Marktstatistik. Wichtig zur Einordnung: 34 der 36 Datenblätter stammen von Seagate, 2 von Origin Storage (SAS-Platten für Server). WD und Toshiba sind in unserer Datenbank nicht vertreten; ihre Werte stammen deshalb ausschließlich aus Hersteller-Datenblättern, nicht aus dieser Auswertung. Nicht jedes Feld ist bei jeder Platte befüllt, deshalb schwankt die Zahl der Datenblätter je Merkmal.
Für die 17 NAS-Datenblätter gilt (alle Seagate, alle 3,5 Zoll, alle Serial ATA III):
- Kapazität: 17 Angaben von 2 bis 30 TB, der Median liegt bei 8 TB. Am häufigsten ist 8 TB (4 Mal).
- Arbeitslast: 10 Datenblätter nennen sie. 7 Mal sind es 550 TB pro Jahr, 3 Mal 180 TB pro Jahr.
- MTBF: 15 Angaben von 1,0 bis 2,5 Mio. Stunden. 6 Mal 1,0 Mio., 5 Mal 2,0 Mio., 2 Mal 1,2 Mio. und 2 Mal 2,5 Mio. Stunden.
- Drehzahl: 11 Mal 7.200, 6 Mal 5.400 Umdrehungen pro Minute.
- Cache: 15 Mal 256 MB, 2 Mal 512 MB.
- Leerlauf-Verbrauch: 15 Angaben von 2,8 bis 7,8 Watt, der Median liegt bei 5 Watt.
- Lautstärke im Leerlauf: 11 Angaben von 21 bis 28 dB.
- Stoßfestigkeit im Betrieb: 17 Angaben von 30 bis 80 G; 9 Mal 70 G, 6 Mal 80 G, 2 Mal 30 G.
Was daraus folgt: Die 550-TB-Modelle (IronWolf Pro) stellen die Mehrheit der Datenblätter mit Workload-Angabe, das ist aber ein Effekt unserer Datenbank, nicht des Marktes. Auffällig ist der Zusammenhang mit Drehzahl und Verbrauch: Die sechs 5.400er-Datenblätter (Seagate ST2000VN003, ST4000VN006, ST4000VN006_B1, ST6000VN006, ST8000VN002 und dessen Viererpack) nennen 2,8 bis 4 Watt im Leerlauf und, soweit angegeben, 21 bis 26 dB; die IronWolf-Pro-Modelle ST6000NT001, ST8000NT001 und ST10000NT001 nennen 7,1 bis 7,8 Watt und 28 dB. Wer sein NAS im Wohnzimmer betreibt, sollte also Verbrauch und Lautstärke nicht außer Acht lassen.
Außerdem gibt es Datenblattfehler, die wir nicht übernehmen: Die Einträge „Laptop“ (Seagate ST32000NT000) oder „PC“ (ST24000NM000C) als Einsatzzweck sind offensichtlich ungenau und fließen nicht ein. Bei einzelnen Modellen weichen Icecat und Hersteller zudem ab: Für die ST10000VN000 steht in unserem Datenblatt 5 Watt im Leerlauf, Seagate nennt 7,8 Watt; für die ST6000VN006 stehen 4 Watt, Seagate nennt 3,4 Watt. In der Vergleichstabelle gilt deshalb immer die Herstellerangabe.
CMR oder SMR: die wichtigste Frage zuerst
CMR steht für konventionelle Magnetaufzeichnung (conventional magnetic recording), SMR für überlappende Aufzeichnung (shingled magnetic recording). Bei SMR liegen die Spuren wie Dachschindeln übereinander; Seagate beschreibt das auf seiner CMR/SMR-Übersicht als „track overlay“, das die Datendichte erhöht. Der Preis: Wird mitten in einem Band etwas geändert, muss die Platte benachbarte Spuren neu schreiben. Für sequenzielles Archivieren ist das unkritisch, für RAID-Verbünde mit zufälligen Schreibzugriffen und für den Wiederaufbau nach einem Plattenausfall sind CMR-Platten die sicherere Wahl.
Deshalb gilt für NAS: nur Platten kaufen, bei denen der Hersteller CMR ausdrücklich nennt. Was die Hersteller selbst dazu angeben:
- Seagate: Laut der Herstellerübersicht sind IronWolf von 2 bis 16 TB und IronWolf Pro von 2 bis 24 TB CMR; für die Pro-Reihe mit 28 bis 32 TB nennt Seagate Mozaic-HAMR-Technik, ebenfalls mit CMR. Eine SMR-Ausführung führt Seagate für diese beiden Linien nicht auf („N/A“). Die Datenblätter der IronWolf-Reihe sprechen von einem „All-CMR Portfolio“.
- WD: Das Datenblatt der WD Red Plus (2 bis 12 TB) und das der WD Red Pro (2 bis 26 TB) listen für jedes Modell „CMR“ als Aufzeichnungstechnik auf. Bei der WD Red ohne Zusatz nennt WD in seinem Blogbeitrag „On WD Red NAS Drives“ vom 23.06.2020 Device-Managed-SMR (DMSMR) für die Kapazitäten von 2 bis 6 TB; Red Plus und Red Pro führt WD als CMR-Linien. Kaufst du eine „WD Red“ ohne Plus oder Pro, prüfe die Modellnummer beim Hersteller.
- Toshiba: Das N300-Datenblatt nennt „CMR technology“ für alle Kapazitäten von 4 bis 24 TB.
Die Tücke steckt in den Namen: Desktop-Linien wie Seagate Barracuda tauchen in unserer Datenbank zwar mit „PC“ als Einsatzzweck auf, nennen im Icecat-Datenblatt aber keine Aufzeichnungsart. Ein Datenblatt ohne CMR-Angabe ist kein Beleg für CMR. Schau bei jedem Kandidaten, ob der Hersteller die Aufzeichnungsart ausdrücklich nennt, und nimm im Zweifel ein Modell, bei dem das der Fall ist. Das gilt auch für Marktplatz-Angebote, bei denen die Modellnummer im Titel nicht zur Beschreibung passt.
Arbeitslast (TB/Jahr) und MTBF richtig lesen
Die Arbeitslast (Workload Rate) gibt an, wie viele Terabyte pro Jahr die Platte laut Hersteller verarbeiten soll. Toshiba definiert sie im N300-Datenblatt als die Datenmenge, die per Hostbefehl geschrieben, gelesen oder verifiziert wird. Das ist wichtig, weil Lesen mitzählt: Ein RAID-Scrub (die regelmäßige Datenprüfung), ein Wiederaufbau und Backups auf das NAS belasten die Platte, ohne dass du eine Datei anfasst.
Die Hersteller ziehen zwei Linien:
- 180 TB pro Jahr: Seagate IronWolf (laut Datenblatt für 1 bis 8 Schächte), WD Red Plus und Toshiba N300 (laut Toshiba bis zu 8 Schächte bei 4 bis 10 TB, bei größeren Kapazitäten je nach Modell bis zu 12).
- 550 TB pro Jahr: Seagate IronWolf Pro (laut Datenblatt für eine unbegrenzte Zahl Schächte) und WD Red Pro (WD nennt „unlimited # of bays“).
Ein Rechenbeispiel: 180 TB pro Jahr entsprechen rund 0,49 TB pro Tag, 550 TB pro Jahr rund 1,5 TB pro Tag. In einem Heim-NAS mit Familienfotos, Medien und einem nächtlichen Backup erreichst du den unteren Wert nicht annähernd. Anders sieht es bei Videoschnitt über das Netzwerk, Überwachungskameras mit Daueraufnahme oder einem Team mit dauerndem Zugriff aus.
Die MTBF (mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen) wirkt wie eine Lebensdauer, ist es aber nicht. Toshiba schreibt im Datenblatt selbst, MTTF/MTBF sei „not a guarantee or estimate of product life“, sondern ein statistischer Wert über eine große Zahl von Produkten. Die Spanne in den Datenblättern: 1,0 Mio. Stunden bei Seagate IronWolf und WD Red Plus, 1,0 Mio. Stunden bei Toshiba N300 mit 4 bis 10 TB (1,2 Mio. bei größeren Kapazitäten), 2,0 Mio. Stunden bei kleineren WD Red Pro (10 und 12 TB), 2,5 Mio. Stunden bei Seagate IronWolf Pro (28 und 30 TB) und größeren WD Red Pro. Als Vergleichsgröße zwischen Modellen taugt die MTBF, als Prognose für deine einzelne Platte nicht. Wichtiger als der Zahlenvergleich ist der Rhythmus: Plane ein Backup außerhalb des NAS ein (die Faustregel 3-2-1: drei Kopien, zwei Medien, eine außer Haus), denn RAID ersetzt keine Sicherung.
Drehzahl, Cache, Lautstärke und Stromverbrauch
Diese vier Werte entscheiden, ob dich das NAS im Alltag stört.
- Drehzahl: 5.400 oder 5.640 U/min bei kleineren und sparsameren Modellen, 7.200 U/min bei den schnelleren. Seagate IronWolf mit 6 TB (ST6000VN006) nennt laut Datenblatt 5.400 U/min, die WD Red Plus 8 TB (WD80EFPX) 5.640 U/min, alle IronWolf Pro, WD Red Pro und Toshiba N300 7.200 U/min. Mehr Drehzahl bringt schnellere Zugriffe und höhere maximale Übertragungsraten, kostet aber Strom und erhöht die Lautstärke.
- Cache: 256 MB bei den meisten kleineren Modellen, 512 MB bei den großen. Der Cache puffert kurze Spitzen; für den Heimgebrauch ist der Unterschied zwischen 256 und 512 MB nach Herstellerangabe kein Kaufgrund.
- Lautstärke: Seagate gibt für IronWolf 10 bis 18 TB 28 dBA im Leerlauf an, für die IronWolf 6 TB 26 dBA. WD nennt für Red Pro 14 TB 20 dBA und für die Red Plus 8 TB 24 dBA im Leerlauf (28 dBA beim Zugriff); Toshiba nennt für die N300 ab 12 TB 20 dB, für die Modelle mit 4 bis 10 TB 31 bis 34 dB. Hier zeigt sich ein klarer Unterschied zwischen den Datenblättern, den du nur durch Messung bestätigen könntest; wir haben das nicht gemessen.
- Leerlauf-Verbrauch: Seagate IronWolf 6 TB 3,4 Watt, IronWolf 12 TB 5,1 Watt, IronWolf Pro 30 TB 6,8 Watt; WD Red Plus 8 TB 3,4 Watt, WD Red Pro 14 TB 3,6 Watt; Toshiba N300 je nach Kapazität zwischen 3,3 und 5,74 Watt. Bei vier Platten im Dauerbetrieb sind 1 bis 3 Watt Unterschied je Platte über das Jahr durchaus relevant.
Die Unterschiede zwischen den Herstellern sind teilweise auf verschiedene Messmethoden zurückzuführen; die Angaben sind nicht direkt vergleichbar. Als Daumenregel für den Wohnbereich: Wähle ein Modell mit 5.400 bis 5.640 U/min oder ein Heliummodell mit niedrigem Leerlaufwert, und stelle das NAS auf eine entkoppelte Fläche. Für den Serverraum zählen Drehzahl und Workload mehr.
Garantie, Fehlerrate und Datenrettung
Die Herstellergarantie ist ein freiwilliges Versprechen zusätzlich zu den gesetzlichen Rechten gegenüber dem Händler. Sie unterscheidet sich je Linie deutlich:
- 3 Jahre: Seagate IronWolf und WD Red Plus laut Datenblatt.
- 5 Jahre: Seagate IronWolf Pro und WD Red Pro laut Datenblatt.
- Toshiba N300: Das Hersteller-Datenblatt nennt keine Garantiedauer; Händlerangaben weichen teils voneinander ab. Wir tragen deshalb „k. A.“ ein. Prüfe die Dauer beim Händler vor dem Kauf.
Seagate legt zudem drei Jahre „Rescue Data Recovery Services“ bei, laut eigener Angabe mit 95 Prozent Erfolgsquote; die Leistung ist nicht in allen Ländern verfügbar. Das ersetzt kein Backup, kann aber im Schadensfall Kosten sparen. WD und Toshiba nennen vergleichbare Leistungen in den von uns ausgewerteten Datenblättern nicht.
Die Rate nicht korrigierbarer Lesefehler steht ebenfalls im Datenblatt: Seagate IronWolf und IronWolf Pro nennen „1 per 10E15“ gelesene Bits (bei einigen kleineren IronWolf-Modellen wie der ST6000VN006 „1 per 10E14“). WD Red Plus nennt „<1 in 10^14“, WD Red Pro meist „<1 in 10^15“, Toshiba N300 je nach Kapazität „1 per 10E15“ oder „1 per 10E14“. Rechnerisch entspricht ein Fehler je 10^14 Bits etwa einem je 12,5 TB gelesener Daten. Bei großen Platten, die bei einem Wiederaufbau komplett gelesen werden, ist die höhere Klasse (10^15) deshalb ein echter Pluspunkt. Wichtig: Das ist eine Hersteller-Obergrenze, keine Messung an deiner Platte.
Vor einem Kauf lohnt außerdem der Blick auf die Plattenhöhe und die Bauart: Alle NAS-Modelle in unserer Auswertung haben 3,5 Zoll. Auch die Hersteller-Freigabeliste deines NAS-Gehäuses (Synology, QNAP, Asustor und andere führen eigene) zählt.
Typische Fehlkäufe bei NAS-Festplatten
- Desktop-Platte im NAS: Barracuda- oder andere PC-Modelle sind in unserer Datenbank nicht als NAS-Platten eingetragen; 24/7-Freigabe, Drehschwingungssensoren und RAID-Firmware sind dort nicht angegeben. In unserer Datenbank tragen die Seagate-Barracuda-Datenblätter ausdrücklich „PC“ als Einsatzzweck.
- SMR-Modell erwischt: Eine Platte, bei der der Hersteller keine Aufzeichnungsart nennt, ist keine sichere Wahl. Nimm nur Modelle, die CMR ausdrücklich nennen.
- Überdimensionierte Pro-Platte für ein Heim-NAS: 550 TB pro Jahr sind mehr als das 3-fache von 180 TB. Wenn du nicht mehr als ein bis zwei Nutzer hast, zahlst du für Freigaben, die du nie ausschöpfst. Die längere Garantie kann trotzdem sinnvoll sein.
- Zu laut für den Aufstellort: 28 dB im Leerlauf (Seagate IronWolf, IronWolf Pro) gegenüber 20 dB (WD Red Pro 14 TB, Toshiba N300 ab 12 TB) klingen nach wenig, sind aber ein hörbarer Unterschied in einem ruhigen Raum. Prüfe die Werte im Datenblatt.
- Verpackungseinheit verwechselt: Mehrere Datenblätter in unserer Datenbank tragen den Zusatz „4 PACK“; das sind Viererpackungen, keine einzelnen Platten. Vergleiche die Stückzahl im Angebot.
- Modellnummer verwechselt: Bei Seagate, WD und Toshiba gibt es für dieselbe Kapazität mehrere Modelle mit ähnlichem Namen (zum Beispiel Seagate IronWolf Pro ST30000NT011 und eine Variante mit „NTZ“ im Handelsnamen; WD142KFGX und WD141KFGX bei der Red Pro 14 TB). Vergleiche die vollständige Bezeichnung mit dem Hersteller-Datenblatt.
- Alle Platten gleichzeitig vom selben Los: Wer vier gleiche Platten aus einer Lieferung nimmt, riskiert, dass sie ähnlich altern. Das ist kein Mangel, aber ein Grund für Backups und ein Ersatzlaufwerk.
- Gehäuse-Kompatibilität ignoriert: Einige NAS-Hersteller führen Freigabelisten. Prüfe vor dem Kauf, ob dein Modell dort steht.
Die Modelle der Vergleichstabelle
Die Tabelle zeigt sechs NAS-Festplatten von drei Marken, vom Einstieg bis zur Oberklasse. Verglichen werden fünf Kriterien, die der Hersteller selbst im Datenblatt nennt: Aufzeichnungsverfahren, Arbeitslast, MTBF, Drehzahl und Garantie. Die Wertung gewichtet diese Datenblattangaben und die Lautstärke- und Verbrauchswerte aus diesem Ratgeber. Sie ist keine Praxismessung. Wo der Hersteller etwas nicht nennt, steht „k. A.“ und das Modell bekommt einen Abzug.
- WD Red Pro WD142KFGX (14 TB): CMR, 550 TB pro Jahr, 2,5 Mio. Stunden MTBF, 7.200 U/min, 5 Jahre Garantie laut WD; 512 MB Cache, 20 dBA im Leerlauf.
- Seagate IronWolf Pro ST30000NT011 (30 TB): CMR, 550 TB pro Jahr, 2,5 Mio. Stunden MTBF, 5 Jahre Garantie laut Seagate; Heliumlaufwerk mit 512 MB Cache, 28 dBA im Leerlauf. Dieses Modell ist auch in unserer Produktdatenbank geführt.
- Toshiba N300 HDWG480UZSVA (8 TB): CMR, bis zu 180 TB pro Jahr, 1,0 Mio. Stunden MTBF, 7.200 U/min und bis zu 8 Schächte laut Toshiba; Garantiedauer, genaue Cache-Größe, Leerlauf-Verbrauch und Lautstärke dieser Kapazität sind im Datenblatt nicht eindeutig zuzuordnen.
- Seagate IronWolf ST12000VN0008 (12 TB): CMR, 180 TB pro Jahr, 1,0 Mio. Stunden MTBF, 7.200 U/min, 3 Jahre Garantie laut Seagate; 256 MB Cache. Zum Modell gibt es eine Produktseite.
- WD Red Plus WD80EFPX (8 TB): CMR, 180 TB pro Jahr, 1,0 Mio. Stunden MTBF, 5.640 U/min, 3 Jahre Garantie laut WD; 256 MB Cache, 24 dBA im Leerlauf (28 dBA beim Zugriff), 3,4 Watt im Leerlauf.
- Seagate IronWolf ST6000VN006 (6 TB): CMR, 180 TB pro Jahr, 1,0 Mio. Stunden MTBF, 5.400 U/min, 3 Jahre Garantie laut Seagate; 26 dBA und 3,4 Watt im Leerlauf. Die Produktseite in unserer Datenbank führt das Modell als Viererpack.
Alle weiteren Seagate-Modelle findest du im Hub Festplatten. Weil WD und Toshiba dort nicht vertreten sind, stammen deren Angaben nur von den Herstellerseiten.
Empfehlung nach Typ
- Heim-NAS mit 2 bis 4 Schächten (Fotos, Medien, Backups): eine CMR-Platte der Einstiegsklasse mit 180 TB pro Jahr, etwa Seagate IronWolf, WD Red Plus oder Toshiba N300. Wähle bei Aufstellung im Wohnraum ein Modell mit niedriger Leerlaufleistung.
- Kleinbüro oder Videoschnitt über das Netzwerk: eine Platte mit 550 TB pro Jahr und 5 Jahren Garantie wie WD Red Pro oder Seagate IronWolf Pro. Plane Ersatz im Regal.
- Wenige Schächte, viel Platz nötig: ein Heliummodell über 20 TB, zum Beispiel die Seagate IronWolf Pro mit 30 TB. Bedenke den längeren Wiederaufbau bei einem Ausfall und die Fehlerrate von 1 pro 10E15 Bit.
- Ruhiger Aufstellort: laut Datenblatt die Modelle mit 20 dB(A) (WD Red Pro 14 TB, Toshiba N300 ab 12 TB) oder kleine Kapazitäten mit 5.400 U/min.
- Wenig Strom: Modelle mit 3,4 bis 3,6 Watt im Leerlauf, etwa WD Red Plus 8 TB und WD Red Pro 14 TB.
- Ersatz für eine ausgefallene Platte: bleib bei derselben Linie und mindestens derselben Drehzahl und Kapazität, damit das RAID sauber arbeitet.
Modelle nachschlagen: Produktdaten
Häufige Fragen
Brauche ich für ein NAS wirklich eine NAS-Festplatte?
Für den Dauerbetrieb im Mehrschacht-Gehäuse: ja. NAS-Linien wie Seagate IronWolf, WD Red Plus und Toshiba N300 sind laut Datenblatt für den 24/7-Betrieb ausgelegt und nennen CMR sowie 180 TB pro Jahr Workload. Bei Desktop-Platten fehlen diese Angaben in den Datenblättern häufig.
Was ist der Unterschied zwischen CMR und SMR?
Bei CMR liegen die Spuren getrennt nebeneinander, bei SMR überlappen sie wie Dachschindeln. SMR erhöht die Datendichte, macht aber Umschreiben aufwendiger. Für RAID im NAS sind CMR-Platten die sichere Wahl; Seagate führt für IronWolf und IronWolf Pro nur CMR auf, WD und Toshiba nennen CMR in den Datenblättern von Red Plus, Red Pro und N300.
Reichen 180 TB pro Jahr Workload?
Für ein Heim-NAS fast immer. 180 TB pro Jahr sind rund 0,49 TB pro Tag. In den 10 Datenblättern unserer Auswertung mit Workload-Angabe stehen 3 Mal 180 und 7 Mal 550 TB pro Jahr. Die 550-TB-Klasse lohnt sich bei Videoschnitt, vielen Nutzern oder Daueraufnahme.
Wie aussagekräftig ist die MTBF?
Nur als Vergleichswert. Toshiba schreibt im Datenblatt, MTTF/MTBF sei keine Garantie und keine Schätzung der Produktlebensdauer. In unserer Auswertung von 15 NAS-Datenblättern liegt die Spanne bei 1,0 bis 2,5 Mio. Stunden. Backups sind wichtiger als die Zahl.
Welche Garantie ist üblich?
Seagate IronWolf und WD Red Plus nennen 3 Jahre, Seagate IronWolf Pro und WD Red Pro 5 Jahre. Das Toshiba-N300-Datenblatt nennt keine Garantiedauer, deshalb steht dort „k. A.“. Die Herstellergarantie gilt zusätzlich zu den gesetzlichen Rechten gegenüber dem Händler.
Welche Platte ist leise und sparsam?
Laut Datenblatt nennen WD Red Pro 14 TB 20 dBA und Toshiba N300 ab 12 TB 20 dB im Leerlauf, Seagate IronWolf 6 TB 26 dBA, IronWolf 10 bis 18 TB und IronWolf Pro 28 dBA. Bei den Seagate-NAS-Datenblättern unserer Datenbank reichen die Leerlaufwerte von 2,8 bis 7,8 Watt, der Median liegt bei 5 Watt.
Warum fehlen WD und Toshiba in der Auswertung?
In unserer Produktdatenbank (Icecat, Stand 11.10.2026) stammen 34 von 36 Festplatten-Datenblättern von Seagate und 2 von Origin Storage. Für WD Red Plus, WD Red Pro und Toshiba N300 nutzen wir daher nur die Hersteller-Datenblätter, nicht unsere Zählung.
Quellen und Stand
- Icecat Open Catalog: Datenblätter (eigene Auswertung von 36 Festplatten-Datenblättern, Stand 11.10.2026) (icecat.biz)
- Seagate: IronWolf Datenblatt (ST12000VN0008, ST6000VN006 u. a.) (seagate.com)
- Seagate: IronWolf Pro 30 TB Datenblatt (ST30000NT011) (seagate.com)
- Seagate: IronWolf (Herstellerseite) (seagate.com)
- Seagate: CMR/SMR-Übersicht (seagate.com)
- Western Digital: Datenblatt WD Red Pro NAS HDD (documents.westerndigital.com)
- Western Digital: Datenblatt WD Red Plus (documents.westerndigital.com)
- Toshiba: N300 NAS Hard Drives (Herstellerdatenblatt) (toshiba.semicon-storage.com)
- Western Digital: Blogbeitrag „On WD Red NAS Drives“ (23.06.2020) (blog.westerndigital.com)
Technische Angaben im Modellvergleich: Hersteller- und Händlerdatenblätter, Stand 11. Oktober 2026; nicht belegte Werte stehen als „k. A.“. Aktualisiert am . Preisdrache testet nicht selbst im Labor — wie wir Daten auswählen und gewichten, steht unter So vergleichen wir; wie wir Geld verdienen, unter Wie wir Geld verdienen. Fehler gefunden? Schreib uns über die Adresse im Impressum.
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