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Wasserfilter kaufen: wann er sich lohnt und worauf du achtest

Von der Preisdrache-Redaktion · Aktualisiert am · So arbeiten wir

<p>Für die Gesundheit brauchst du in Deutschland in der Regel keinen Wasserfilter: Die Verbraucherzentrale schreibt, der Einsatz von Filtern für Leitungswasser sei „in der Regel nicht notwendig“, und das Umweltbundesamt rät von zusätzlichen Geräten zur Wasserbehandlung im Haushalt ab. Ein <strong>Wasserfilter</strong> kann trotzdem sinnvoll sein, wenn dich der Chlorgeschmack stört, wenn du Kalk aus Tee- oder Kaffeewasser reduzieren willst oder wenn du eine bewusste Entscheidung für Komfort triffst. Dann zählen drei Dinge: die Bauart (Kanne, Hahnfilter, Untertisch), die Wechselregel der Kartusche und deine Disziplin beim Wechseln und Reinigen.</p><p>Die Seite ordnet Behördenaussagen und Herstellerangaben ein und rechnet für sechs Modelle durch, wie viele Kartuschen pro Jahr bei 2, 4 und 6 Litern Tagesbedarf anfallen. Wer stattdessen Umkehrosmose erwägt, liest den Ratgeber <a href="/ratgeber/osmoseanlage-kaufen/">Osmoseanlage kaufen</a>; wer Sprudelwasser möchte, findet Hilfe im Ratgeber <a href="/ratgeber/wassersprudler-kaufen/">Wassersprudler kaufen</a>.</p>

Wasserfilter im Vergleich 2026

Stand 11. Oktober 2026 · Werbung Links mit * sind Affiliate-Links

PlatzModellWertungBauartFassungsvermögenKartuschenlaufzeit (Hersteller)Wechselanzeige
1 Mit NormbezugBWT Vida 8,4 Tischwasserfilter (Kanne)2,6 l gesamt120 l bei 15–17,8 °dH, spätestens 4 Wochen (28 Tage)Easy-Control oder manuell, je nach Ausführung Preis prüfen*
2 EinstiegBRITA Style Essential 8,1 Tischwasserfilter (Kanne)2,4 l gesamt, 1,4 l gefiltert4 Wochen oder bis zu 150 l (MAXTRA PRO PURE PERFORMANCE)LED (BRITA Smart Light) Preis prüfen*
3 Große FüllmengeLaica Prime Line 7,7 Tischwasserfilter (Kanne)3,0 l gesamt, 2,0 l Filterkapazitätbis zu 150 l bzw. 1 Monat (bi-flux)Abnehmbarer elektronischer Indikator Preis prüfen*
4 UntertischBWT AQA Pura 7,3 Untertischfilter (Aktivkohle)Durchfluss 180 l/h10.000 l bzw. etwa 1 Jahrk. A. Preis prüfen*
5 HahnfilterBRITA ON TAP V 7,0 Wasserhahnfilter600 l Filterleistungbis zu 600 L; Kalenderrad Beginn + 4 MonateAnaloge Anzeige Preis prüfen*
6 Große KartuscheAquaphor Provence A5 6,6 Tischwasserfilter (Kanne)4,2 l Kannenvolumen350 l Filterlebensdauer; Zeitgrenze k. A.Zähler für die Filterlaufzeit (laut Aquaphor, Bauart k. A.) Preis prüfen*
1
Mit Normbezug

BWT Vida

Für Haushalte mit hartem Wasser, die eine Kanne mit klarer 4-Wochen-Regel und Magnesium-Kartusche suchen.

8,4/10
  • BWT nennt die mikrobiologischen Anforderungen nach DIN 10521 als erfüllt
  • Feste Zeitgrenze von 4 Wochen laut Anleitung
  • Kartusche gibt laut BWT Magnesium ab
  • Kanne und Trichter laut Anleitung spülmaschinengeeignet
  • Literangabe nur für 15–17,8 °dH genannt
  • Gefiltertes Volumen je Füllung: k. A.
Bauart
Tischwasserfilter (Kanne)
Fassungsvermögen
2,6 l gesamt
Kartuschenlaufzeit (Hersteller)
120 l bei 15–17,8 °dH, spätestens 4 Wochen (28 Tage)
Wechselanzeige
Easy-Control oder manuell, je nach Ausführung
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2
Einstieg

BRITA Style Essential

Für alle, die eine kompakte Kanne für die Kühlschranktür mit Wechselerinnerung per LED wollen.

8,1/10
  • Passt laut Brita in die übliche Kühlschranktür (23,9 × 27,3 × 10,5 cm)
  • LED-Anzeige erinnert an den Kartuschenwechsel
  • Kanne spülmaschinengeeignet (LED vorher entnehmen)
  • Brita nennt PFAS-Reduktion (NSF/ANSI 53)
  • Nur 1,4 l gefiltert je Füllung
  • Bei 6 l Tagesbedarf greift die Literzahl vor den 4 Wochen
Bauart
Tischwasserfilter (Kanne)
Fassungsvermögen
2,4 l gesamt, 1,4 l gefiltert
Kartuschenlaufzeit (Hersteller)
4 Wochen oder bis zu 150 l (MAXTRA PRO PURE PERFORMANCE)
Wechselanzeige
LED (BRITA Smart Light)
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3
Große Füllmenge

Laica Prime Line

Für Haushalte mit höherem Verbrauch, die seltener nachfüllen wollen.

7,7/10
  • 2,0 l Filterkapazität je Füllung laut Laica
  • Schnelles Füllfenster
  • Kartuschenzustandsanzeige mit abnehmbarem Indikator
  • Hergestellt in Italien laut Laica
  • Laica nennt „1 Monat“, keine exakte Tageszahl
  • Keine Normangabe auf der Herstellerseite gefunden
Bauart
Tischwasserfilter (Kanne)
Fassungsvermögen
3,0 l gesamt, 2,0 l Filterkapazität
Kartuschenlaufzeit (Hersteller)
bis zu 150 l bzw. 1 Monat (bi-flux)
Wechselanzeige
Abnehmbarer elektronischer Indikator
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4
Untertisch

BWT AQA Pura

Für alle, die Geschmack und Chlor am Hahn reduzieren und nur selten Kartuschen wechseln wollen.

7,3/10
  • Kartusche laut BWT werkzeuglos per Drehung zu wechseln
  • Laut BWT dafür ausgelegt, das gesamte kalte Küchenwasser zu filtern
  • 10.000 l Kapazität bzw. etwa ein Jahr
  • 24 Monate Herstellergarantie
  • Einbau unter der Spüle nötig
  • Maximale Wassertemperatur 30 °C
Bauart
Untertischfilter (Aktivkohle)
Fassungsvermögen
Durchfluss 180 l/h
Kartuschenlaufzeit (Hersteller)
10.000 l bzw. etwa 1 Jahr
Wechselanzeige
k. A.
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5
Hahnfilter

BRITA ON TAP V

Für Haushalte, die kaltes Wasser direkt am Hahn filtern wollen und keinen Kalkschutz brauchen.

7,0/10
  • Drei Funktionen: gefilterter und ungefilterter Strahl sowie ungefilterte Brause
  • Fünf Adapter für gängige Armaturen im Lieferumfang
  • Ionenaustauscher-Vlies filtert laut Brita Schwermetalle wie Blei
  • Rechnerisch 3–4 Kartuschen pro Jahr bei 2–6 l Tagesbedarf
  • Reduziert laut Brita keinen Kalk
  • Nur kaltes Wasser von 5–23 °C
Bauart
Wasserhahnfilter
Fassungsvermögen
600 l Filterleistung
Kartuschenlaufzeit (Hersteller)
bis zu 600 L; Kalenderrad Beginn + 4 Monate
Wechselanzeige
Analoge Anzeige
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6
Große Kartusche

Aquaphor Provence A5

Für Haushalte mit hohem Verbrauch, die eine Kartusche mit großer Literangabe suchen.

6,6/10
  • 350 l Filterlebensdauer laut Aquaphor
  • Flip-top-Deckel
  • Aquaphor nennt Reduktion von Chlor, Schwermetallen und PFAS
  • Eine Ersatzkartusche A5 im Lieferumfang laut Hersteller
  • Zeitgrenze auf der Herstellerseite nicht genannt
  • Gefiltertes Volumen je Füllung: k. A.
Bauart
Tischwasserfilter (Kanne)
Fassungsvermögen
4,2 l Kannenvolumen
Kartuschenlaufzeit (Hersteller)
350 l Filterlebensdauer; Zeitgrenze k. A.
Wechselanzeige
Zähler für die Filterlaufzeit (laut Aquaphor, Bauart k. A.)
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So entsteht die Wertung: Die Wertung ist eine Datenblatt-Einschätzung nach den Kriterien dieses Ratgebers: klare Wechselregel (Liter und Zeit), Wechselanzeige, Normangaben des Herstellers und Fassungsvermögen. Es gibt keinen Praxistest; Angaben ohne Beleg stehen als „k. A.“. Preise ändern sich laufend – den aktuellen Preis siehst du beim Händler. *Affiliate-Links: Als Amazon-Partner und Partner weiterer Shops verdienen wir an qualifizierten Verkäufen eine Provision; für dich ändert sich der Preis nicht.

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Brauchst du überhaupt einen Wasserfilter?

Das Umweltbundesamt (UBA) schreibt im Ratgeber „Trinkwasser aus dem Hahn“ (2020): „Eine zusätzliche Reinigung oder Behandlung des Trinkwassers, welches aus öffentlichen Wasserversorgungsanlagen stammt, ist im Gebäude in der Regel nicht notwendig.“ Das Amt nennt auch die Risiken solcher Geräte: In Filtern, die nicht regelmäßig getauscht werden, können sich Bakterien vermehren, und zurückgehaltene Stoffe können sich anreichern und später in höherer Konzentration wieder ins Wasser gelangen. Aus diesen Gründen rät das UBA von der Verwendung dieser Geräte ab.

Die Verbraucherzentrale kommt zum gleichen Ergebnis. Ihre Kurzfassung: Aus gesundheitlicher Sicht sei der Einsatz von Filtern für Leitungswasser in der Regel nicht notwendig, Trinkwasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz sei prinzipiell schadstoffarm und gut überwacht, und auch Kleinkinder und Kranke brauchten kein gefiltertes Wasser. Sinnvoll und laut DIN 1988 vorgeschrieben ist nur der mechanische Partikelfilter direkt hinter der Wasserzähleranlage, der die Hausleitungen vor Rostteilchen schützt. Den setzt ein Installateur, nicht du.

Wann ein Filter trotzdem passt, ergibt sich aus den Quellen selbst:

  • Geschmack: Aktivkohle nimmt Chlor- und Geruchsstoffe auf. Das ist Komfort, keine Gesundheitsmaßnahme.
  • Kalk: Das UBA schreibt, hartes Wasser mit mehr Calcium und Magnesium sei gesundheitlich nicht schädlich. Für Wasserkocher, Kaffeemaschine und Tee kann weicheres Wasser dennoch gewünscht sein.
  • Sehr hartes Wasser im Gebäude: Bei Calcium ab 2,5 mmol/l sieht das technische Regelwerk (DIN 1988-200) laut UBA eine Enthärtung oder Stabilisierung vor, wenn das Warmwasser auf über 60 °C erwärmt wird. Das ist eine Anlage für den Fachbetrieb, keine Kanne.
  • Verdacht auf Bleileitungen: Die Verbraucherzentrale schreibt, Trinkwasserfilter sollten nicht verwendet werden, um Blei herauszufiltern; Häuser, die nach 1973 gebaut wurden, haben keine Bleirohre. Bei Verdacht lässt du das Leitungswasser untersuchen.

Was die Trinkwasserverordnung vorgibt

Maßstab für Leitungswasser ist die Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2023). Aus Anlage 2 (chemische Parameter) stammen diese Grenzwerte: Nitrat 50 mg/l, Kupfer 2,0 mg/l und Blei 0,010 mg/l bis zum Ablauf des 11. Januar 2028, danach 0,0050 mg/l. Für Blei und Kupfer gilt der Grenzwert als überschritten, wenn bei einer gestaffelten Stagnationsbeprobung einer der drei Messwerte darüber liegt. Die Werte beschreiben also auch Wasser, das nach Standzeit in der Hausinstallation entnommen wurde, nicht nur Wasser am Wasserwerk.

Für Filter heißt das: Sie setzen erst am Hahn an und ändern nichts an Rohren, Armaturen oder Speichern. Zu Keimen im Rohrnetz schreibt die Verbraucherzentrale, ein Hygieneproblem im Leitungsnetz sollte nicht mit einem Filter behoben werden. Das UBA rät, Wasser, das 4 Stunden oder länger in der Leitung stand, vor der Nutzung ablaufen zu lassen.

Ein Filter ist außerdem keine Ersatzaufbereitung. BWT schreibt in der Anleitung zur Magnesium-Mineralizer-Kanne, das Gerät sei nicht für die Behandlung von verseuchtem Wasser bestimmt und dürfe nur mit Kaltwasser betrieben werden, das die gesetzlichen Anforderungen an Trinkwasserqualität erfüllt. Wird offiziell zum Abkochen aufgefordert, gilt das laut BWT auch für gefiltertes Wasser.

Kanne, Hahnfilter oder Untertisch: die drei Bauarten

Tischwasserfilter (Kanne): Du füllst Leitungswasser in den Trichter, es läuft durch die Kartusche in die Kanne. Das gefilterte Volumen ist kleiner als die Gesamtangabe: Brita nennt für die Style Essential 2,4 l Gesamtkapazität und 1,4 l gefiltert, Laica für die Prime Line 3,0 l gesamt und 2,0 l Filterkapazität. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Tischfilter im Kühlschrank aufzubewahren; die Style Essential misst laut Brita 23,9 × 27,3 × 10,5 cm und passt in die übliche Kühlschranktür.

Wasserhahnfilter: Der Filter sitzt am Auslauf. Brita beschreibt den ON TAP V mit 600 L Filterleistung, drei Funktionen (gefilterter Strahl, ungefilterter Strahl, ungefilterte Brause) und fünf mitgelieferten Adaptern. Er filtert laut Brita nur kaltes Wasser zwischen 5 °C und 23 °C und reduziert keinen Kalk; das Ionenaustauscher-Vlies filtert Schwermetalle wie Blei. Wer Kalkschutz sucht, ist hier falsch.

Untertisch-Aktivkohlefilter: Er wird an die Kaltwasserleitung unter der Spüle angeschlossen. BWT nennt für den AQA Pura 10.000 l Kapazität (etwa ein Jahr), 180 l/h Durchfluss, 3/8-Zoll-Anschluss und höchstens 30 °C Wassertemperatur. Die Aktivkohle hält laut BWT Partikel zurück, die für Geschmack und Geruch verantwortlich sind, etwa Chlor. Frag vor dem Einbau beim Installateur oder Wasserversorger nach.

Kartuschenangaben richtig lesen: Liter, Zeit und Wasserhärte

Viele Kartuschen haben zwei Grenzen: eine Literzahl und eine Zeitspanne. Es gilt die, die zuerst erreicht wird. BWT beschreibt das für den elektronischen Wechselanzeiger so: Die Anzeige blinkt, wenn die maximale Anzahl an Füllungen oder die maximale Nutzungsdauer überschritten wird, je nachdem, was zuerst eintritt. Die Herstellerangaben der sechs Modelle in der Rechnung unten:

  • BRITA MAXTRA PRO PURE PERFORMANCE: laut Brita für 4 Wochen oder bis zu 150 Liter.
  • BWT Magnesium Mineralizer: laut Anleitung 120 l bei Gesamthärte 15 bis 17,8 °dH (ovale Kartusche) beziehungsweise 100 l (runde Kartusche), Wechsel spätestens nach 4 Wochen. Der elektronische Anzeiger ist beim Penguin auf 28 Tage programmiert.
  • Laica bi-flux: laut Laica 150 Liter bzw. 1 Monat.
  • Aquaphor A5: 350 l Filterlebensdauer laut Aquaphor; eine Zeitgrenze nennt die Herstellerseite nicht.
  • BRITA ON TAP V: bis zu 600 L; am Kalenderrad stellst du laut Brita den Monat „Beginn der Nutzung + 4 Monate“ ein.
  • BWT AQA Pura: 10.000 l bzw. etwa ein Jahr.

Die Wasserhärte entscheidet mit: BWT schreibt, die Kapazität für den Härte-Rückhalt hänge von der Wasserhärte ab, und je härter das Wasser, desto früher sei die Kartusche erschöpft. Auch Brita bindet die Kalkangabe an eine Prüfbedingung: Für die Kalkreduktion nennt Brita eine Prüfung nach DIN EN 17093:2018 bei 11 °dH für bis zu 120 l, nicht für 150 l. Bei hartem Wasser kann die Kartusche also früher am Ende sein, als die Literangabe vermuten lässt. Den Härtebereich nennt dir dein Wasserversorger.

Hygiene und Wechsel: wo Filter schaden können

Das größte Risiko eines Tischfilters ist nicht das Leitungswasser, sondern der Filter selbst. Die Verbraucherzentrale schreibt, Trinkwasser sei ein verderbliches Lebensmittel, das schnell verkeime, wenn es zu lange im Behälter stehe oder mit alten Filtern in Kontakt komme. Ihr Rat bei Tischwasserfiltern: Bedienungsanleitung befolgen, Kartusche regelmäßig wechseln, den Filter regelmäßig reinigen und im Kühlschrank aufbewahren.

Was Hersteller konkret verlangen, nennt BWT in der Anleitung: gefiltertes Wasser nicht länger als 24 Stunden lagern, das System mindestens einmal wöchentlich mit Spülmittel reinigen, nach mehr als zwei Wochen Stillstand die Kartusche ersetzen und nach Pausen von mehr als 2 Tagen die erste Füllung ausgießen. Die Kartusche enthält laut BWT geringe Mengen Silber, um das Wachstum von Keimen zu unterdrücken. Für Säuglingsnahrung und immungeschwächte Menschen empfiehlt BWT, Leitungswasser vor dem Verzehr abzukochen, auch gefiltertes.

Für den Alltag heißt das: Kartuschenwechsel, Kannenreinigung und Kühlschranklagerung gehören zum Betrieb. Eine Wechselanzeige hilft dabei, ersetzt aber die Reinigung nicht. Die Modelle unterscheiden sich in der Anzeige: Brita setzt bei der Style Essential auf eine LED (Smart Light), beim ON TAP V auf eine analoge Anzeige, BWT je nach Ausführung auf Easy-Control oder einen manuellen Anzeiger, Laica auf einen abnehmbaren elektronischen Indikator.

Normen und Prüfzeichen: was sie aussagen

Zwei Normverweise tauchen bei Kannenfiltern auf. BWT schreibt, die Filterkartuschen erfüllten die mikrobiologischen Anforderungen an Wasserfilter nach DIN 10521 sowie die Anforderungen nach DIN 10521 zum Chlor-, Blei- und Kupferrückhaltevermögen. Brita nennt für die Kalkreduktion eine Prüfung nach DIN EN 17093:2018 und für PFAS wie PFOS/PFOA eine Prüfung nach NSF/ANSI 53.

Beide Angaben stammen von den Herstellern selbst. Sie beschreiben Prüfbedingungen (Härte, Wassermenge, Stoffe), keinen Dauerbetrieb in deiner Küche. Das UBA ergänzt, dass sich in nicht regelmäßig getauschten Filtern Bakterien vermehren können; eine Normangabe ersetzt den Wechsel also nicht.

Die Rechnung: Kartuschen pro Jahr bei 2, 4 und 6 Litern Tagesbedarf

Datenbasis: sechs Modelle mit belegten Herstellerangaben, Stand 10/2026. Gerechnet wird, wie viele Kartuschen pro Jahr nötig sind, wenn du täglich 2, 4 oder 6 Liter gefiltertes Wasser brauchst und die Kartusche an Liter- und Zeitgrenze des Herstellers wechselst. Laica gibt „1 Monat“ an; dafür sind 30 Tage angesetzt. Beim ON TAP V gehen die 4 Monate vom Kalenderrad in die Rechnung ein. Der Aquaphor-Wert gilt nur für das Literlimit, weil die Herstellerseite keine Zeitgrenze nennt.

  • 2 l pro Tag: Style Essential 14 Kartuschen, BWT Vida 14, Laica Prime Line 13, Aquaphor Provence A5 3, ON TAP V 3, BWT AQA Pura 1.
  • 4 l pro Tag: Style Essential 14, Vida 14, Laica 13, Aquaphor 5, ON TAP V 3, AQA Pura 1.
  • 6 l pro Tag: Style Essential 15, Vida 19, Laica 15, Aquaphor 7, ON TAP V 4, AQA Pura 1.

Welche Grenze zuerst greift, hängt von deinem Verbrauch ab. Die Zeitgrenze entscheidet, solange du unter diesem Schwellwert bleibst: Style Essential 5,36 l pro Tag, Laica Prime Line 5,00, BRITA ON TAP V 4,93, BWT Vida 4,29. Darüber ist die Literzahl maßgeblich. Bei 2 l und bei 4 l pro Tag liegen die drei Kannen mit Zeitgrenze bei 13 bis 14 Kartuschen im Jahr; wer weniger trinkt, spart also keine Kartuschen, sondern lässt Filterkapazität ungenutzt. Bei 6 l pro Tag steigt die Vida auf 19, weil ihre 120 l die Literzahl früh erreichen.

Zum Kannenformat: Bei 4 l Tagesbedarf musst du die Style Essential (1,4 l gefiltert je Füllung) rechnerisch 2,9-mal und die Laica Prime Line (2,0 l) 2,0-mal am Tag füllen; bei 6 l sind es 4,3 beziehungsweise 3,0 Füllungen. Für die Vida nennt die BWT-Anleitung kein gefiltertes Volumen je Füllung, daher fehlt sie in dieser Zeile. Neben der Kartusche zählt für Vieltrinker also auch das Kannenvolumen.

Typische Fehlkäufe

  • Filter als Bleischutz: Die Verbraucherzentrale rät davon ab. Bei Verdacht auf Bleileitungen gehört das Wasser ins Labor.
  • Hahnfilter für Kalkschutz: Der ON TAP V reduziert laut Brita keinen Kalk. Für Kaffeemaschine und Wasserkocher brauchst du eine Kanne mit Kalk-Kartusche oder eine Lösung für die Hausinstallation.
  • Zu kleine Kanne: Bei 4 l Tagesbedarf sind mit 1,4 l gefiltert je Füllung rechnerisch 2,9 Füllungen pro Tag nötig.
  • Kartusche über die Zeitgrenze nutzen: Die Herstellerangaben kennen Wochen- und Literlimits. Bei geringem Verbrauch läuft die Zeit trotzdem weiter, wie die Rechnung oben zeigt.
  • Maße nicht geprüft: Die Verbraucherzentrale empfiehlt die Kühlschranklagerung. Miss vorher den Platz; die Style Essential hat laut Brita 23,9 × 27,3 × 10,5 cm.
  • Warmes Wasser durch den Hahnfilter: Brita erlaubt nur 5 bis 23 °C.
  • Tischfilter für Säuglingsnahrung: BWT empfiehlt auch bei gefiltertem Wasser das Abkochen; die Verbraucherzentrale schreibt, Kleinkinder und Kranke brauchten kein gefiltertes Wasser.

Empfehlung nach Typ

  • Du willst nur besseren Geschmack: Eine Kanne mit Aktivkohle-Kartusche und konsequentem 4-Wochen-Wechsel (Style Essential, Vida, Laica Prime Line) oder ein Hahnfilter, wenn Kalk keine Rolle spielt (ON TAP V).
  • Du kochst viel mit Kaffee und Tee und hast hartes Wasser: Eine Kanne mit Ionenaustauscher-Kartusche. Die Kalkangabe gilt laut Hersteller für eine bestimmte Härte; frag deinen Wasserversorger nach dem Härtebereich.
  • Du trinkst mehr als 5 l gefiltertes Wasser am Tag: Eine Kanne erreicht dann die Literlimits; ein Untertischfilter wie der AQA Pura (10.000 l) ist darauf ausgelegt, oder du verzichtest auf den Filter.
  • Du willst möglichst wenige Kartuschen wechseln: Hahnfilter (3 bis 4 pro Jahr) und Untertisch (1 pro Jahr) liegen laut Rechnung vorn.
  • Verdacht auf Blei, Keime im Rohrnetz oder Kranke im Haushalt: Kein Filter, sondern Wasseranalyse über Wasserversorger oder Gesundheitsamt.

Häufige Fragen

Ist ein Wasserfilter in Deutschland nötig?

In der Regel nicht. Die Verbraucherzentrale schreibt, aus gesundheitlicher Sicht sei der Einsatz von Filtern für Leitungswasser in der Regel nicht notwendig, und das Umweltbundesamt rät von zusätzlichen Geräten zur Wasserbehandlung im Haushalt ab. Ein Filter ist Komfort für Geschmack oder Kalk.

Wie oft musst du die Kartusche wechseln?

Nach der Herstellerregel, je nachdem, was zuerst eintritt: Brita nennt 4 Wochen oder bis zu 150 Liter, BWT spätestens nach 4 Wochen, Laica 1 Monat bzw. 150 Liter. Hahnfilter und Untertischfilter haben längere Intervalle (ON TAP V bis 600 L, AQA Pura 10.000 l bzw. etwa ein Jahr).

Filtert ein Wasserfilter Blei heraus?

Hersteller wie Brita und BWT nennen Blei als reduzierbaren Stoff, die Verbraucherzentrale schreibt aber, Filter sollten nicht verwendet werden, um Blei herauszufiltern. Bei Verdacht auf Bleileitungen lässt du das Wasser untersuchen.

Kann ein Tischwasserfilter verkeimen?

Ja, wenn er nicht gepflegt wird. Die Verbraucherzentrale und das UBA warnen vor Verkeimung bei zu langer Standzeit und nicht gewechselten Kartuschen. BWT verlangt in der Anleitung unter anderem wöchentliches Reinigen und höchstens 24 Stunden Lagerung des gefilterten Wassers.

Reduziert der Brita ON TAP V Kalk?

Nein. Brita schreibt in den Fragen zum ON TAP (Pro) Wasserfilter, dass Kalk nicht gefiltert wird; das Ionenaustauscher-Vlies filtert Schwermetalle wie Blei.

Welche Normen gibt es für Wasserfilter?

BWT nennt DIN 10521 für mikrobiologische Anforderungen sowie Chlor-, Blei- und Kupferrückhalt. Brita nennt für die Kalkreduktion eine Prüfung nach DIN EN 17093:2018 bei 11 °dH für bis zu 120 l. Das sind Herstellerangaben.

Eignet sich gefiltertes Wasser für Säuglingsnahrung?

BWT empfiehlt, Leitungswasser für Säuglingsnahrung und für immungeschwächte Personen vor dem Verzehr abzukochen, auch gefiltertes. Die Verbraucherzentrale schreibt, dass Kleinkinder und Kranke kein gefiltertes Wasser brauchen.

Quellen und Stand

  1. Umweltbundesamt: Ratgeber „Trinkwasser aus dem Hahn“ (2020, PDF) (umweltbundesamt.de)
  2. Verbraucherzentrale: Wasserfilter – Sind sie aus hygienischer Sicht notwendig? (verbraucherzentrale.de)
  3. Aquaphor: Provence A5 Filterkanne (Herstellerseite) (aquaphor.com)
  4. Trinkwasserverordnung 2023, Anlage 2 (Gesetze im Internet) (gesetze-im-internet.de)
  5. BRITA: Style Essential Tischwasserfilter (Herstellerseite) (brita.de)
  6. BRITA: ON TAP V Wasserhahnfilter (Herstellerseite) (brita.de)
  7. BWT: Bedienungsanleitung Magnesium Mineralizer Tischwasserfilter (Vida, Penguin, Slim) (bwt.com)
  8. BWT: AQA Pura Untertischfilter (Herstellerseite) (bwt.com)
  9. LAICA: Filterkanne Prime Line (Herstellerseite) (laica.com)
  10. LAICA: bi-flux Filterkartuschen (Herstellerseite) (laica.com)

Technische Angaben im Modellvergleich: Hersteller- und Händlerdatenblätter, Stand 11. Oktober 2026; nicht belegte Werte stehen als „k. A.“. Aktualisiert am . Preisdrache testet nicht selbst im Labor — wie wir Daten auswählen und gewichten, steht unter So vergleichen wir; wie wir Geld verdienen, unter Wie wir Geld verdienen. Fehler gefunden? Schreib uns über die Adresse im Impressum.

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