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Kaufberatung

Kaminofen kaufen — worauf du vor dem Kauf achten musst

Von der Preisdrache-Redaktion · Aktualisiert am 7. Oktober 2026

Bei einem Kaminofen entscheidest du nicht nur über ein Möbelstück, sondern über eine Feuerstätte mit gesetzlichen Auflagen. Die schönste Optik nützt nichts, wenn der Schornsteinfeger die Abnahme verweigert, der Ofen für deinen Raum viel zu stark ist oder ein Lüftungssystem im Haus Rauch in den Wohnraum drückt. Dieser Ratgeber sortiert die Reihenfolge: erst die Rahmenbedingungen im Haus, dann die Vorschriften (1. BImSchV, Ecodesign), dann Leistung, Bauart und Betriebskosten. Wichtig vorab: Die Abnahme und die Eignung deines Schornsteins entscheidet am Ende immer der zuständige Bezirksschornsteinfeger. Dieser Text ersetzt keine Beratung vor Ort, hilft dir aber, mit den richtigen Fragen dorthin zu gehen.

Kaminöfen (1. BImSchV Stufe 2) im Vergleich 2026

Stand 2026-10-07 · Werbung Links mit * sind Affiliate-Links

PlatzModellWertungNennwärmeleistungWirkungsgradRaumluftunabhängigBauart
1 Unser FavoritOranier Polar Neo 6 8,8 6,5 kWüber 81 %ja (DIBt-zugelassen)Stahl Preis prüfen*
2 Preis-LeistungJustus Reno R 8,6 6 kW80,2 %ja (DIBt-zugelassen)Stahl mit Speckstein Preis prüfen*
3 KompaktAustroflamm Clou Compact 8,4 6 kWüber 78 %ja (für raumluftunabhängigen Betrieb vorbereitet)Stahl Preis prüfen*
4 Für große RäumeJustus Usedom 7 8,1 7 kW79,7 % (Holz)ja (externe Verbrennungsluft)Stahl mit Speckstein Preis prüfen*
5 Hoher WirkungsgradHARK Tiamo EX 7,9 6 kW83,95 %nein laut HändlerdatenblattStahl mit Naturstein oder Keramik Preis prüfen*
6 Für EinsteigerHARK Opera B 7,4 7 kW81,4 %neinStahl mit Kacheln oder Naturstein Preis prüfen*
1
Unser Favorit

Oranier Polar Neo 6

Für dichte Häuser und Lüftungsanlagen, wenn ein raumluftunabhängiger Ofen Pflicht ist.

8,8/10
  • Raumluftunabhängig, damit auch für dichte Häuser und Lüftungsanlagen geeignet
  • Wirkungsgrad über 81 %
  • Nennwärmeleistung passt für gut gedämmte Räume mittlerer Größe
  • Hersteller mit breitem Zubehör und Fachhandelsnetz
  • Nur über den Fachhandel mit Beratung zu bekommen, Preisvergleich schwieriger
Nennwärmeleistung
6,5 kW
Wirkungsgrad
über 81 %
Raumluftunabhängig
ja (DIBt-zugelassen)
Bauart
Stahl
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2
Preis-Leistung

Justus Reno R

Für alle, die einen raumluftunabhängigen Ofen mit belegten Emissionswerten günstig suchen.

8,6/10
  • Raumluftunabhängig nach DIBt
  • Staub 38 mg/m³ und CO 1,14 g/m³, unter den Grenzwerten der Stufe 2
  • Energieeffizienzklasse A
  • Speckstein speichert Wärme nach dem Abbrennen
  • Abgastemperatur am Stutzen bis 362 °C, Schornstein muss das tragen
Nennwärmeleistung
6 kW
Wirkungsgrad
80,2 %
Raumluftunabhängig
ja (DIBt-zugelassen)
Bauart
Stahl mit Speckstein
Bei Amazon ansehen*
3
Kompakt

Austroflamm Clou Compact

Für kleinere Räume, in denen ein kompakter Ofen mit Außenluftanschluss reicht.

8,4/10
  • Kompakter Feuerraum für kleine bis mittlere Räume
  • Außenluftanschluss, mit Lüftungsanlage kombinierbar
  • Selbstschließende Feuerraumtür
  • Keramott-Auskleidung im Feuerraum
  • Wirkungsgrad im Vergleich eher am unteren Ende
Nennwärmeleistung
6 kW
Wirkungsgrad
über 78 %
Raumluftunabhängig
ja (für raumluftunabhängigen Betrieb vorbereitet)
Bauart
Stahl
Bei Amazon ansehen*
4
Für große Räume

Justus Usedom 7

Für größere oder schlechter gedämmte Räume mit höherem Wärmebedarf.

8,1/10
  • Stufe 2 der 1. BImSchV laut Datenblatt
  • Raumheizvermögen laut Hersteller 144 m³
  • Energieeffizienzklasse A
  • Externe Verbrennungsluftzufuhr möglich
  • 7 kW sind für gut gedämmte kleine Räume schnell zu viel
Nennwärmeleistung
7 kW
Wirkungsgrad
79,7 % (Holz)
Raumluftunabhängig
ja (externe Verbrennungsluft)
Bauart
Stahl mit Speckstein
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5
Hoher Wirkungsgrad

HARK Tiamo EX

Für Räume ohne Lüftungsanlage, wenn ein hoher Wirkungsgrad im Vordergrund steht.

7,9/10
  • Mit rund 84 % der höchste Wirkungsgrad dieser Liste
  • Vermiculite-Auskleidung im Feuerraum
  • Raumheizvermögen laut Hersteller bis 118 m³
  • Komfortregelung für die Luftzufuhr
  • Laut Händlerdaten raumluftabhängig, ungeeignet für Häuser mit dichter Hülle oder Lüftungsanlage
Nennwärmeleistung
6 kW
Wirkungsgrad
83,95 %
Raumluftunabhängig
nein laut Händlerdatenblatt
Bauart
Stahl mit Naturstein oder Keramik
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6
Für Einsteiger

HARK Opera B

Für Altbauten ohne dichte Hülle und ohne Lüftungsanlage.

7,4/10
  • Wirkungsgrad 81,4 %
  • Glasreinigungssystem gegen Rußablagerung
  • Feuerraum mit Vermiculite
  • Gluthalten über mindestens 4 Stunden
  • Standardversion ist nicht raumluftunabhängig nach DIBt
Nennwärmeleistung
7 kW
Wirkungsgrad
81,4 %
Raumluftunabhängig
nein
Bauart
Stahl mit Kacheln oder Naturstein
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So entsteht die Wertung: Die Wertung gewichtet Datenblatt-Kriterien aus diesem Ratgeber: Raumluftunabhängigkeit, Wirkungsgrad, passende Nennwärmeleistung und Bauart. Es gab keinen Praxistest; alle Modelle werden aktuell neu verkauft und müssen die Grenzwerte der 1. BImSchV Stufe 2 einhalten. Die Eignung für deinen Schornstein klärt der Bezirksschornsteinfeger. Preise ändern sich laufend – den aktuellen Preis siehst du beim Händler. *Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen; für dich ändert sich der Preis nicht.

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Zuerst der Schornsteinfeger, dann der Ofen

Die häufigste und teuerste Reihenfolge-Panne: Ofen gekauft, geliefert — und erst dann stellt sich heraus, dass der Schornstein nicht passt. Sprich deshalb vor dem Kauf mit dem Bezirksschornsteinfeger. Er prüft, ob dein Schornstein für den geplanten Ofen geeignet ist. Dafür zählen vor allem Querschnitt, Höhe, Zustand und ob an ihn schon andere Feuerstätten angeschlossen sind. Grundlage ist die Abgasberechnung nach DIN EN 13384, die der Hersteller-Datenblatt-Werte des Ofens (Abgasmassenstrom, Abgastemperatur, erforderlicher Förderdruck) mit deinem Schornstein abgleicht. Reicht der Zug nicht, qualmt der Ofen beim Anheizen und beim Nachlegen; ist der Zug zu stark, verbrennt das Holz zu schnell und der Wirkungsgrad sinkt.

Bring zum Termin mit: Baujahr und Bauart des Hauses, vorhandene Feuerstätten (Gasthermen, Heizung), Lüftungsanlage falls vorhanden, und das Datenblatt oder die Typenbezeichnung des Wunschofens. Dann bekommst du eine belastbare Aussage statt Bauchgefühl. Gibt es gar keinen Schornstein, ist ein nachträglicher Edelstahlschornstein an der Außenwand oder im Schacht möglich — das ist aber ein eigenes Bauvorhaben mit Genehmigungs- und Abstimmungsbedarf bei Vermieter, Eigentümergemeinschaft und Bauamt. In einer Mietwohnung brauchst du außerdem die Zustimmung des Vermieters.

1. BImSchV, Stufe 2 und Ecodesign: Was der Ofen erfüllen muss

Die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) regelt Emissionen kleiner Feuerungsanlagen. Für Kaminöfen — rechtlich Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe — gilt: Öfen, die ab dem 22. März 2010 errichtet wurden, dürfen nur betrieben werden, wenn der Hersteller per Typprüfung belegt, dass sie die Grenzwerte und den Mindestwirkungsgrad einhalten (§ 4 Abs. 3, Anlage 4). Ausgenommen sind laut Verordnung Grundöfen und offene Kamine. Die Grenzwerte nennt man Stufe 2, sie gelten für neu errichtete Öfen seit dem 1. Januar 2015: Kohlenmonoxid höchstens 1,25 g/m³ und Staub höchstens 0,04 g/m³. Beim Kauf eines Neugeräts musst du darauf nicht selbst messen: Du achtest darauf, dass der Hersteller die Einhaltung der Stufe 2 in der Konformitätserklärung bzw. im Prüfbericht ausweist.

Für Altöfen galten gestaffelte Nachrüst- oder Stilllegungsfristen, wenn sie die Werte (Staub 0,15 g/m³, CO 4 g/m³) nicht einhalten: nach Typenschild-Datum bis 31.12.2014 (bis 1974), 31.12.2017 (1975 bis 1984), 31.12.2020 (1985 bis 1994) und 31.12.2024 (1.1.1995 bis 21.3.2010). Diese letzte Frist ist inzwischen abgelaufen. Wer also einen gebrauchten Ofen kaufen will, sollte das Typenschild mit Baujahr kennen und vom Schornsteinfeger prüfen lassen, ob der Ofen die Werte nachweisen kann oder ein Filter nachgerüstet sein muss. Es gibt weitere Ausnahmen (zum Beispiel für historische Öfen oder wenn der Ofen die einzige Wärmequelle der Wohnung ist). Ob eine Ausnahme bei dir greift, klärt verbindlich der Schornsteinfeger. Ein Verbot für Kaminöfen insgesamt gibt es nicht — wer das in Schlagzeilen liest, meist ist die Nachrüstpflicht für alte Öfen gemeint.

Parallel zur nationalen 1. BImSchV gilt in der EU die Ökodesign-Verordnung (EU) 2015/1185 für Einzelraumheizgeräte für feste Brennstoffe. Seit dem 1. Januar 2022 dürfen nur noch Geräte in Verkehr gebracht werden, die sie erfüllen. Zentrale Vorgabe für Öfen mit geschlossenem Feuerraum, die nicht mit Pellets betrieben werden: ein Raumheizungs-Jahresnutzungsgrad von mindestens 65 Prozent. Dazu kommen Emissionsgrenzen, bei Scheitholzöfen unter anderem 40 mg/m³ Staub (die Werte stehen in der EU-Verordnung und im Datenblatt deines Modells). Für dich bedeutet das praktisch: Bei einem fabrikneuen Ofen eines seriösen Herstellers sind die Mindestwerte erfüllt, sonst dürfte er nicht verkauft werden. Wichtig ist der Blick auf Händler, die außerhalb der EU sitzen, und auf sehr alte Lagerware.

Wo du zusätzliche Qualität willst, helfen freiwillige Siegel wie der Blaue Engel oder DINplus, die strengere Emissionswerte voraussetzen. Das sind Zusatzkriterien, keine Pflicht. Die gesetzliche Mindestanforderung erfüllen alle neuen Öfen; Unterschiede entstehen eher im echten Betrieb: Wer mit zu feuchtem Holz, mit Luftklappe zu und ohne Anheizphase heizt, verfehlt jeden Prüfwert, egal wie gut das Siegel ist.

Die Abnahme: Was der Schornsteinfeger prüft

Ein Kaminofen darf nicht einfach in Betrieb genommen werden. Vor der ersten Nutzung prüft der Bezirksschornsteinfeger, ob die Anforderungen eingehalten sind (§ 14 der 1. BImSchV, bezogen auf die Anforderungen des § 19). In der Praxis heißt das: Aufstellort, Verbindungsstück (Ofenrohr), Anschluss an den Schornstein, Verbrennungsluftzufuhr, Abstände zu brennbaren Bauteilen und der Nachweis der Typprüfung. Erst nach der Abnahme bzw. der Bescheinigung darfst du heizen. Das Abnahmeprotokoll alleine ist dabei keine Erlaubnis; entscheidend ist, dass die Anlage freigegeben ist. Plane den Termin so, dass Montage und Abnahme vor dem ersten Frost liegen. Im Herbst sind Schornsteinfeger oft Wochen ausgebucht.

Danach gehörst du in das System der wiederkehrenden Prüfungen. Der Feuerstättenbescheid ist ein Verwaltungsakt, in dem der Bezirksschornsteinfeger festlegt, welche Arbeiten (Kehren, Überprüfen, Messen) wann an welcher Anlage nötig sind. Die Feuerstättenschau findet zweimal innerhalb von sieben Jahren statt, mit mindestens drei Jahren Abstand. Die Kehr- und Überprüfungsintervalle richten sich nach Brennstoff und Nutzung — wer im Winter regelmäßig heizt, hat meist mehrere Kehrtermine pro Jahr. Seit 2013 kannst du für Kehren und Messen auch einen anderen zugelassenen Betrieb wählen, die Freigabe, die Feuerstättenschau und der Bescheid bleiben aber beim Bezirksschornsteinfeger. Messungen wie bei Heizkesseln gibt es bei Einzelraumöfen nicht regelmäßig, der Nachweis läuft über die Typprüfung.

Leistung: Warum ein zu starker Ofen ein Fehlkauf ist

Der verbreitetste Fehler: ein Ofen mit zu hoher Nennwärmeleistung. Ein Ofen mit 8 kW im 30-Quadratmeter-Wohnzimmer eines gedämmten Hauses ist in einer halben Stunde ein Saunagerät. Du musst ihn dann mit gedrosselter Luft betreiben — das bedeutet unvollständige Verbrennung, verrußte Scheibe, mehr Schadstoffe, schlechterer Wirkungsgrad. Als grober Anhaltspunkt: Der Wärmebedarf pro Quadratmeter hängt stark vom Dämmstandard ab — von gut 40 W/m² im modernen, gut gedämmten Haus bis weit über 100 W/m² im unsanierten Altbau. Daraus ergeben sich für Wohnräume um 30 bis 50 m² im gedämmten Neubau oft Geräte im Bereich 4 bis 6 kW; im offenen Grundriss mit angeschlossenen Räumen kann es mehr sein. Eine genaue Rechnung braucht Raumgröße, Dämmung, Fenster und ob angrenzende Räume mitwärmen sollen.

Die Leistung sollte zum Spitzenfall passen, nicht zum Maximalfall: Besser ein Ofen, der bei kalten Tagen voll läuft, als einer, der ständig im Schwelbetrieb gehalten wird. Prüfe außerdem den Unterschied zwischen Nenn- und Mindestleistung (Modulationsbereich) und die Heizleistung in den Herstellerangaben. Hersteller geben eine Leistung an, die nur mit der empfohlenen Holzmenge pro Stunde gilt. Wenn du mehr Holz auflegst, überlastest du Ofen und Rohr.

Bauart und Material: Stahl, Guss, Speckstein, Keramik

Stahlöfen sind leicht, heizen schnell auf und kühlen schnell ab — gut für Räume, die nur abends genutzt werden. Gussöfen sind schwerer, speichern mehr Wärme und geben sie länger ab; sie sind robust, aber spröde bei Schlag und Temperaturschock. Speckstein, Keramik oder Kacheln verlängern die Nachwärme deutlich: Der Ofen heizt auch nach dem Erlöschen des Feuers noch Stunden. Dafür dauert das Aufheizen länger und das Gewicht steigt — dann musst du die Tragfähigkeit der Bodenplatte prüfen, besonders im Obergeschoss oder auf Holzbalkendecken. Das ist ein klassischer Punkt, den Käufer im Kopf haben sollten: Ein Ofen mit 300 kg Gewicht bringt Last auf eine kleine Fläche.

Der Brennraum ist mit Schamotte oder Vermiculit ausgekleidet. Vermiculit ist leichter und heizt schneller, nutzt sich aber mechanisch schneller ab; Schamotte ist robuster. Beide sind Verschleißteile, die nach einigen Heizperioden ersetzt werden müssen. Achte auf Ersatzteilverfügbarkeit (Steine, Dichtschnüre, Rost, Glasscheibe) und darauf, ob du die Teile ohne Fachbetrieb tauschen kannst. Eine große Sichtscheibe aus Keramikglas ist hübsch, verlangt aber eine saubere Luftspülung, damit sie nicht schwarz wird. Ein Ofen mit kleiner, gut gespülter Scheibe ist im Alltag oft angenehmer als ein Panoramafenster.

Raumluftabhängig oder raumluftunabhängig

Ein Kaminofen braucht Luft zum Verbrennen. Ein raumluftabhängiger Ofen saugt sie aus dem Zimmer; das funktioniert in einem älteren, nicht luftdichten Haus. In einem modernen, dichten Haus oder bei einer Lüftungsanlage, einer Dunstabzugshaube mit Abluft oder einem Wäschetrockner mit Abluft kann ein Unterdruck entstehen. Dann zieht der Rauch zurück in den Raum, und im schlimmsten Fall steigt die Kohlenmonoxid-Gefahr. Hier sind raumluftunabhängige Öfen gefragt: Sie holen die Luft über eine eigene, dichte Leitung von außen. Du erkennst sie an der DIBt-Zulassung (Kennung Z-43…). Solche Öfen sind nach den üblichen Zulassungen für Unterdruck bis zu 8 Pa im Aufstellraum ausgelegt (einige Systeme bis 12 Pa) — prüfe das konkrete Zulassungsdokument deines Modells. Bei vorhandener Lüftungsanlage braucht es zusätzlich eine Sicherheitseinrichtung (zum Beispiel Differenzdruckwächter oder Fensterkontaktschalter), die die Lüftung abschaltet. Das klärst du mit dem Schornsteinfeger und dem Lüftungsplaner, nicht mit dem Verkäufer allein.

Unabhängig von der Bauart gehört in jeden Raum mit Feuerstätte ein Kohlenmonoxid-Warnmelder (nach EN 50291) — ergänzend zum Rauchmelder. Das ist keine allgemeine gesetzliche Pflicht, aber eine einfache Absicherung für ein Risiko, das du nicht riechst.

Brennstoff und Betrieb: Das zählt im Alltag mehr als das Datenblatt

Die 1. BImSchV erlaubt als Regelbrennstoff unter anderem naturbelassenes stückiges Holz mit einem Feuchtegehalt unter 25 Prozent (bezogen auf das Trockengewicht). In der Praxis heißt das: mindestens zwei Jahre getrocknetes Scheitholz, luftig gelagert, vor Regen geschützt. Frisches Holz hat über 40 Prozent Restfeuchte, verschmutzt Scheibe und Rohr und bringt kaum Wärme, weil ein Teil der Energie das Wasser verdampft. Ein Holzfeuchtemessgerät kostet wenig und rechnet sich beim ersten Raummeter; spalte ein Scheit und messe an der frischen Schnittfläche. Brennholz wird in Raummetern (Rm), Schüttraummetern oder Festmetern verkauft — vergleiche immer in derselben Einheit, denn Schüttraummeter enthalten weniger Holz als geschichtete Raummeter. Als grobe Orientierung hat trockenes Holz einen Heizwert von rund 4 kWh pro Kilogramm; Hartholz wie Buche oder Eiche bringt pro Raummeter mehr Wärme als Fichte.

Verboten ist, was nicht Holz ist: Abfälle, lackiertes oder behandeltes Holz, Spanplatten mit Beschichtung, Verpackungen, Zeitungspapier als Dauerbrennstoff. Es erzeugt Schadstoffe und kann Ordnungswidrigkeiten nach sich ziehen. Sinnvoll ist das Anzünden von oben (Anfeuern mit Kleinholz oben auf dem Stapel, Luft voll auf): Das gibt eine saubere Anheizphase mit weniger Rauch. Und: Die Luftklappe nicht zudrehen, um „länger zu heizen“. Das ist die Hauptquelle für Ruß und Feinstaub und für teerhaltigen Rauch, der sich im Schornstein absetzt (Schornsteinbrandgefahr).

Aufstellung, Abstände, Pflege und Folgekosten

Ein Kaminofen strahlt Wärme ab; brennbare Wände, Möbel und der Fußboden brauchen Abstand oder Schutz. Die genauen Werte stehen in der Bedienungsanleitung (Abstände nach hinten, zur Seite und im Strahlungsbereich der Scheibe) und in den bauordnungsrechtlichen Feuerungsverordnungen der Länder. Üblich ist ein Vorlegeblech oder eine nicht brennbare Bodenplatte, die vor der Feuerraumöffnung deutlich übersteht (meist 50 cm nach vorn und 30 cm zur Seite, aber prüfe die Vorgabe deines Bundeslandes und des Herstellers). Wandschutz mit Hinterlüftung kann die Mindestabstände verkleinern. Das Ofenrohr muss ansteigend und möglichst kurz zum Schornstein führen, mit möglichst wenigen Bögen — jeder Bogen kostet Zug.

Pflege im laufenden Betrieb: Asche regelmäßig entnehmen, aber eine dünne Ascheschicht im Feuerraum belassen (schützt den Rost). Heiße Asche gehört in einen Aschebehälter aus Metall mit Deckel, nicht in den Plastikmüll; sie kann stundenlang glimmen. Nach der Saison Dichtungen, Rost, Brennraumsteine und Türscharniere prüfen. Das Glas reinigst du mit feuchtem Küchenpapier und kalter Holzasche oder einem Ofenglasreiniger. Der Schornsteinfeger kehrt Ofenrohr und Schornstein — die Termine laufen über den Feuerstättenbescheid. Zu den Folgekosten zählen außerdem Brennholz, Schornsteinfegergebühren, Verschleißteile und gegebenenfalls Versicherungsfragen: Melde die Feuerstätte deiner Gebäudeversicherung, wenn deren Bedingungen das verlangen.

Typische Fehlkäufe und für wen was passt

Fehlkauf 1: Ofen vor Schornsteinprüfung. Wenn der Schornstein nicht geeignet ist, liegt der Ofen im Wohnzimmer, aber nicht im Betrieb. Fehlkauf 2: Zu hohe Leistung — siehe oben. Fehlkauf 3: Billigofen ohne Nachweis: Öfen ohne gültigen Prüf- und Konformitätsnachweis oder aus nicht-europäischen Direktimporten kann der Schornsteinfeger nicht abnehmen. Fehlkauf 4: Gebrauchter Altofen ohne Typenschild, Baujahr oder Prüfbericht. Fehlkauf 5: Wasserführender Ofen ohne Konzept — eine Wassertasche, die ohne ausreichend großen Pufferspeicher und Hydraulik betrieben wird, überhitzt oder gibt ihre Wärme nutzlos ab. Als Heizungsersatz im Sinne des Gebäudeenergiegesetzes zählen Einzelöfen in der Regel nicht; frag deinen Energieberater, falls du eine Förderung oder Anrechnung planst.

Für wen was? Wer einen Raum zügig an kalten Abenden wärmen will, ist mit einem Stahlofen gut bedient. Wer lange Nachwärme und gleichmäßige Wärme will und die Bodenlast prüfen lässt, sollte Speckstein oder Keramik ansehen. Wer ein dichtes Haus oder eine Lüftungsanlage hat, braucht einen raumluftunabhängigen Ofen. Wer keinen Schornstein und keinen Holzvorrat hat, ist mit einem Elektro- oder Infrarotgerät oder einer Wärmepumpe oft besser beraten als mit einem Holzofen, der zusätzliche Arbeit, Lagerplatz und Feinstaub bringt. Der Ofen ist kein Sparprojekt, sondern ein Komfortgewinn: Wie viel er wirklich spart, hängt von Holzpreis, deinem Aufwand und deinem Haus ab.

Häufige Fragen

Muss ein Kaminofen vom Schornsteinfeger abgenommen werden?

Ja. Vor der ersten Inbetriebnahme prüft der Bezirksschornsteinfeger, ob die Anforderungen eingehalten sind (Aufstellung, Anschluss, Abstände, Typprüfung). Erst danach darfst du den Ofen nutzen. Kläre den Termin am besten schon vor dem Kauf.

Was bedeutet Stufe 2 der 1. BImSchV?

Für Kaminöfen, die ab dem 22. März 2010 errichtet wurden, gelten seit 1. Januar 2015 Grenzwerte von höchstens 1,25 g/m³ Kohlenmonoxid und 0,04 g/m³ Staub. Der Hersteller muss das per Typprüfung belegen. Für Altöfen galten gestaffelte Nachrüst- oder Stilllegungsfristen, die letzte lief am 31.12.2024 ab.

Werden Kaminöfen verboten?

Ein generelles Verbot gibt es nicht. Betroffen waren alte Öfen, die die Grenzwerte nicht einhalten und nachgerüstet oder außer Betrieb genommen werden mussten. Neue Öfen müssen die Grenzwerte und die Ecodesign-Vorgaben erfüllen. Regional können Heizverbote bei Smog oder Feinstaubalarm oder kommunale Regeln gelten, frag bei deiner Stadt nach.

Welche Leistung braucht mein Kaminofen?

Das hängt von Raumgröße und Dämmung ab. Im gut gedämmten Haus reichen für 30 bis 50 m² oft 4 bis 6 kW, im unsanierten Altbau braucht es mehr. Ein zu starker Ofen ist ein typischer Fehlkauf, weil er dauerhaft gedrosselt laufen muss. Lass dir den Wärmebedarf vom Fachbetrieb oder Energieberater berechnen.

Brauche ich einen raumluftunabhängigen Ofen?

Bei einem dichten Neubau oder wenn eine Lüftungsanlage vorhanden ist, in der Regel ja, und dann mit passender Sicherheitseinrichtung gegen Unterdruck. Erkennbar ist das Modell an der DIBt-Zulassung. In einem älteren, nicht luftdichten Haus ohne Lüftungsanlage kann ein raumluftabhängiger Ofen genügen. Entscheide das mit dem Schornsteinfeger.

Welches Holz darf ich verbrennen?

Naturbelassenes, trockenes Scheitholz mit einem Feuchtegehalt unter 25 Prozent. Lackiertes oder behandeltes Holz, Spanplatten mit Beschichtung, Abfälle und Verpackungen sind verboten. Miss die Feuchte mit einem Holzfeuchtemessgerät.

Wie oft muss der Schornsteinfeger kommen?

Das legt der Feuerstättenbescheid fest. Er nennt Kehr- und Überprüfungstermine. Die Feuerstättenschau findet zweimal in sieben Jahren statt, mit mindestens drei Jahren Abstand. Bei regelmäßigem Heizen im Winter sind meist mehrere Kehrtermine pro Jahr üblich.

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