Kaufberatung
Durchlauferhitzer kaufen: Leistung, Regelung und Anschluss ehrlich erklärt
Von der Preisdrache-Redaktion · Aktualisiert am · So arbeiten wir
Für eine Dusche oder ein ganzes Bad brauchst du einen elektronisch geregelten Durchlauferhitzer mit 18 bis 24 kW an Drehstrom (400 V), für eine Küchenspüle reichen 11 bis 13,5 kW, und am Handwaschbecken genügt ein Klein-Durchlauferhitzer mit 3,5 kW an der normalen Steckdose. Die Leistung bestimmt, wie viele Liter pro Minute warm ankommen, die Regelung, ob die Temperatur dabei stabil bleibt. Das EU-Energielabel hilft beim Durchlauferhitzer weniger, als man denkt: Fast alle Geräte stehen in Klasse A. Hier steht, worauf es stattdessen ankommt, mit Zahlen aus Herstellerdatenblättern und aus der EU-Energielabel-Datenbank EPREL.
Durchlauferhitzer und Kleinspeicher im Vergleich 2026
| Platz | Modell | Wertung | Leistung | Warmwasser bei 28 K | Einschaltmenge | Temperaturwahl | Jahresverbrauch (EU-Label) | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Unser FavoritClage DEX Next S | 9,0 | 18/21/24/27 kW (umschaltbar), 400 V | 9,2 bis 13,8 l/min | 1,5 l/min | 20 bis 60 °C gradgenau | 482 kWh (Profil S, Klasse A) | Preis prüfen* |
| 2 | Gradgenau mit DrehreglerStiebel Eltron DHB 18/21/24 ST Trend | 8,6 | 18/21/24 kW (wählbar), 400 V | 9,2/10,7/12,3 l/min | über 2,5 l/min | 20 bis 60 °C gradgenau | 481 kWh (Profil S, Klasse A) | Preis prüfen* |
| 3 | Einfach bedienbarClage DCX Next | 8,3 | 18/21/24/27 kW (umschaltbar), 400 V | 9,2 bis 13,8 l/min | 1,5 l/min | 5 Stufen: 35/38/42/48/55 °C | 471 kWh (Profil XS, Klasse A) | Preis prüfen* |
| 4 | Clage DLX 21 Next | 7,9 | 21 kW fest, 400 V | 10,7 l/min | 1,5 l/min | 3 Stufen: 35/45/55 °C | 470 kWh (Profil XS, Klasse A) | Preis prüfen* |
| 5 | Stiebel Eltron HDB-E 18/21/24 Trend | 7,5 | 18/21/24 kW, 400 V | k. A. | über 2,5 l/min | 4 Stufen: 35/43/50/55 °C | 480 kWh (Profil S, Klasse A) | Preis prüfen* |
| 6 | Ohne StarkstromStiebel Eltron SNU 5 Plus (Kleinspeicher) | 7,0 | 2 kW, 230 V mit Stecker | 9,3 l Mischwasser 40 °C je Füllung | entfällt (Speicher) | 35 bis 85 °C | 481 kWh (Profil XXS, Klasse A) | Preis prüfen* |
Clage DEX Next S
Für Bäder, in denen die Temperatur auch bei voller Last gradgenau stimmen soll und Bedienung per Fernbedienung oder App gewünscht ist.
- Vollelektronisch mit Durchflussregelung: senkt den Durchfluss, damit die Wunschtemperatur auch unter Volllast hält
- Niedrige Einschaltmenge von 1,5 l/min, funktioniert mit Sparbrausen
- Bluetooth-Fernbedienung FXS 3 im Lieferumfang, Steuerung per App möglich
- Zulauftemperatur bis 70 °C, geeignet für Solar-Vorwärmung
- Obere Preisklasse der Liste
- Im EU-Label mit 482 kWh nicht sparsamer als einfachere Geräte; der Vorteil liegt in der Regelung
- Leistung
- 18/21/24/27 kW (umschaltbar), 400 V
- Warmwasser bei 28 K
- 9,2 bis 13,8 l/min
- Einschaltmenge
- 1,5 l/min
- Temperaturwahl
- 20 bis 60 °C gradgenau
- Jahresverbrauch (EU-Label)
- 482 kWh (Profil S, Klasse A)
Stiebel Eltron DHB 18/21/24 ST Trend
Für Bad oder Küche, wenn eine gradgenaue Temperatur per Drehregler reicht und das Gerät auch unter dem Waschtisch sitzen soll.
- Elektronisch geregelt mit drei Sensoren (3i), gradgenaue Temperaturskala
- Durchflussbegrenzer 8 l/min hält die Temperatur auch im Winter
- Kappe und Bedienteil drehbar, Untertisch- und horizontale Montage möglich
- Für vorerwärmtes Wasser bis 70 °C geeignet
- Einschaltmenge über 2,5 l/min, höher als bei den Clage-Geräten
- Maximal 24 kW; die 27-kW-Variante ist ein eigenes Modell
- Leistung
- 18/21/24 kW (wählbar), 400 V
- Warmwasser bei 28 K
- 9,2/10,7/12,3 l/min
- Einschaltmenge
- über 2,5 l/min
- Temperaturwahl
- 20 bis 60 °C gradgenau
- Jahresverbrauch (EU-Label)
- 481 kWh (Profil S, Klasse A)
Clage DCX Next
Für alle, die eine stabile Temperatur mit einem Tastendruck wollen und keine gradgenaue Einstellung brauchen.
- Elektronisch geregelt mit TWIN TEMPERATURE Control, temperaturstabil bis zur Leistungsgrenze
- Einschaltmenge 1,5 l/min
- Leistung bei der Installation auf 18 bis 27 kW einstellbar
- Niedrigster Labelverbrauch der Liste: 471 kWh
- Nur fünf feste Temperaturstufen
- Maximaler Durchfluss auf 8 l/min begrenzt
- Leistung
- 18/21/24/27 kW (umschaltbar), 400 V
- Warmwasser bei 28 K
- 9,2 bis 13,8 l/min
- Einschaltmenge
- 1,5 l/min
- Temperaturwahl
- 5 Stufen: 35/38/42/48/55 °C
- Jahresverbrauch (EU-Label)
- 471 kWh (Profil XS, Klasse A)
Clage DLX 21 Next
Für den Austausch an einem vorhandenen 21-kW-Anschluss, wenn drei Temperaturstufen genügen.
- Elektronisch geregelt, temperaturstabil bis zur Leistungsgrenze
- Einschaltmenge 1,5 l/min
- 470 kWh im EU-Label
- Nur drei Temperaturstufen
- Leistung fest; für 18 oder 24 kW gibt es eigene Modelle
- Leistung
- 21 kW fest, 400 V
- Warmwasser bei 28 K
- 10,7 l/min
- Einschaltmenge
- 1,5 l/min
- Temperaturwahl
- 3 Stufen: 35/45/55 °C
- Jahresverbrauch (EU-Label)
- 470 kWh (Profil XS, Klasse A)
Stiebel Eltron HDB-E 18/21/24 Trend
Für den Einstieg in die elektronische Technik, wenn vier feste Temperaturen reichen.
- Elektronisch gesteuert mit 2i-Technologie, stabile Wunschtemperatur
- Mehrstufiges Sicherheitssystem mit Lufterkennung
- Verbrühschutz vom Fachhandwerker intern einstellbar
- Gesteuert statt geregelt: keine gradgenaue Einstellung
- Einschaltmenge über 2,5 l/min
- Leistung
- 18/21/24 kW, 400 V
- Warmwasser bei 28 K
- k. A.
- Einschaltmenge
- über 2,5 l/min
- Temperaturwahl
- 4 Stufen: 35/43/50/55 °C
- Jahresverbrauch (EU-Label)
- 480 kWh (Profil S, Klasse A)
Stiebel Eltron SNU 5 Plus (Kleinspeicher)
Für ein Handwaschbecken ohne Drehstromanschluss, wenn sofort warmes Wasser kommen soll.
- Steckerfertig für 230 V, Absicherung 10 A
- Vakuum-Isolierung: 0,19 kWh Bereitschaftsverbrauch pro Tag bei 65 °C, 0,07 kWh bei 38 °C
- Thermostop- und Antitropf-Funktion
- Warmhalteverlust von rund 26 bis 69 kWh im Jahr, je nach Temperatur
- Drucklose Bauart: braucht eine passende Niederdruck-Armatur
- Nur 5 Liter Inhalt
- Leistung
- 2 kW, 230 V mit Stecker
- Warmwasser bei 28 K
- 9,3 l Mischwasser 40 °C je Füllung
- Einschaltmenge
- entfällt (Speicher)
- Temperaturwahl
- 35 bis 85 °C
- Jahresverbrauch (EU-Label)
- 481 kWh (Profil XXS, Klasse A)
So entsteht die Wertung: Die Wertung gewichtet Datenblatt-Kriterien aus diesem Ratgeber: Art der Regelung (vollelektronisch vor elektronisch geregelt vor elektronisch gesteuert), Einschaltmenge, Flexibilität der Leistung und Ausstattung wie Durchflussbegrenzer und Zulauftemperatur. Technische Werte aus den Herstellerdatenblättern von Clage (Stand 09.26) und Stiebel Eltron; Jahresverbrauch, Lastprofil und Klasse aus der EU-Datenbank EPREL (Verordnung (EU) Nr. 812/2013). Kein Praxistest. Alle Geräte stehen in Klasse A; der Verbrauch gilt jeweils für das angegebene Lastprofil. Preise ändern sich laufend – den aktuellen Preis siehst du beim Händler. *Affiliate-Links: Als Amazon-Partner und Partner weiterer Shops verdienen wir an qualifizierten Verkäufen eine Provision; für dich ändert sich der Preis nicht.
Hydraulisch, elektronisch, vollelektronisch: die Regelung entscheidet über Komfort und Verbrauch
Alle elektrischen Durchlauferhitzer erhitzen das Wasser mit einem Heizelement, während es durch das Gerät fließt. Der Unterschied liegt in der Steuerung, und die Verbraucherzentrale unterscheidet drei Arten. Ein hydraulischer Durchlauferhitzer schaltet seine Heizleistung über den Wasserdurchfluss: Erst ab einer Mindestmenge von mehreren Litern pro Minute springt er an, meist kennt er nur zwei Schaltstufen. Die Temperatur hängt davon ab, wie weit du den Hahn aufdrehst. Wird es bei voll aufgedrehtem Hahn lauwarm und erst beim Drosseln heiß, ist das ein typisches Zeichen für ein hydraulisches Gerät. Mit Sparduschköpfen vertragen sich diese Geräte schlecht, weil der geringe Durchfluss sie gar nicht erst einschaltet.
Ein elektronischer Durchlauferhitzer misst Durchfluss und Temperatur und passt die Leistung stufenlos an. Du stellst eine Temperatur ein, und das Gerät hält sie, auch wenn du die Wassermenge änderst. Die Hersteller unterscheiden hier noch feiner: Stiebel Eltron nennt die Geräte der HDB-E-Trend-Reihe elektronisch gesteuert (2i-Technologie mit zwei Sensoren, Wunschtemperatur in festen Stufen), die DHB-ST-Trend-Reihe dagegen elektronisch geregelt mit drei Sensoren (3i) und gradgenauer Einstellung von 20 bis 60 °C. Vollelektronische Geräte gehen einen Schritt weiter: Reicht die Heizleistung nicht, senken sie den Durchfluss automatisch, damit die Wunschtemperatur auch unter Volllast stimmt. Clage nennt das beim DEX Next S „dynamische Durchflussmengenregelung“.
Laut Verbraucherzentrale kann ein elektronischer Durchlauferhitzer im Alltag bis zu 30 Prozent Strom gegenüber einem hydraulischen sparen, weil er nur so viel heizt, wie für die eingestellte Temperatur nötig ist, und weil du nicht mit Kaltwasser zurückmischen musst. Die Verbraucherzentrale rät deshalb bei Neukauf und Austausch zu elektronischen Geräten. Hydraulische Geräte sind in der Anschaffung günstiger, rechnen sich auf Dauer aber schlechter. Neu würden wir für Dusche und Bad kein hydraulisches Gerät mehr kaufen; als Klein-Durchlauferhitzer am Handwaschbecken, wo ohnehin nur kurz gezapft wird, ist die einfachere Technik vertretbar.
Wie viel kW du brauchst: Liter pro Minute je Zapfstelle
Die Leistung bestimmt, wie viel Wasser pro Minute um wie viele Grad erwärmt werden kann. Das ist reine Physik: Um einen Liter Wasser pro Minute um ein Grad zu erwärmen, braucht es rund 70 Watt. Die Hersteller geben das als Warmwasserleistung an, meist bei einer Temperaturerhöhung von 28 K (zum Beispiel von 12 auf 40 °C, Mischwasser zum Duschen). Laut Clage-Produktinformation zum DEX Next liefern
- 18 kW rund 9,2 Liter pro Minute,
- 21 kW rund 10,7 Liter pro Minute,
- 24 kW rund 12,3 Liter pro Minute,
- 27 kW rund 13,8 Liter pro Minute,
jeweils bei 28 K. Stiebel Eltron nennt für den DHB 18/21/24 ST Trend dieselben Werte und zusätzlich, was bei 50 K übrig bleibt, also wenn du kaltes Winterwasser von 10 auf 60 °C bringen willst: dann sind es nur noch 5,2 bis 6,9 Liter pro Minute. Im Winter, wenn das Kaltwasser kälter aus der Leitung kommt, merkst du die Leistungsgrenze also zuerst.
Daraus ergeben sich Faustwerte je Zapfstelle. Am Handwaschbecken genügen 3,5 bis 6,5 kW: Clage gibt für seinen Klein-Durchlauferhitzer MDX 3 mit 3,5 kW eine Temperaturerhöhung von 25 K bei 2 Litern pro Minute an, das reicht zum Händewaschen, nicht zum Spülen. Für die Küchenspüle sind 11 bis 13,5 kW üblich; der Clage DCX13 Next liefert damit 5,6 bis 6,9 Liter pro Minute bei 28 K. Für eine Dusche sind 18 kW die Untergrenze, für eine Badewanne oder Dusche plus Waschbecken gleichzeitig eher 21 bis 24 kW. 27 kW lohnen sich nur, wenn mehrere Zapfstellen gleichzeitig laufen oder du eine große Wanne schnell füllen willst, und nur, wenn der Hausanschluss das hergibt.
Bevor du dich festlegst, miss deinen eigenen Durchfluss. Die Verbraucherzentrale beschreibt dafür einen einfachen Test: Stoppe, wie viele Sekunden ein 10-Liter-Eimer bei deiner üblichen Duscheinstellung braucht, und teile 600 durch diese Zahl. Kommen 8 Liter pro Minute heraus, ist ein 18-kW-Gerät für 28 K knapp ausreichend, ein 21-kW-Gerät hat Reserve.
Starkstrom, Absicherung und Netzbetreiber: was vor dem Kauf geklärt sein muss
Alle Durchlauferhitzer ab 11 kW laufen an Drehstrom 400 V (3/PE) mit Festanschluss, nicht an einer Steckdose. Die Datenblätter nennen, was die Leitung können muss: Der Clage DEX Next zieht je nach eingestellter Leistung 26, 30, 35 oder 39 A und braucht 4 mm² Kabelquerschnitt bis 21 kW, 6 mm² bei 24 und 27 kW. Stiebel Eltron gibt für den DHB 18/21/24 ST Trend eine Absicherung von 32/32/35 A an, für die 27-kW-Version 40 A. Liegt in der Wand nur eine Leitung für 18 kW, darf das neue Gerät nicht einfach auf 24 kW gestellt werden.
Praktisch sind deshalb Geräte mit umschaltbarer Leistung: Beim Clage DEX Next und DCX Next legt der Installateur die maximale Leistung bei der Montage auf 18, 21, 24 oder 27 kW fest, beim Stiebel DHB 18/21/24 ST Trend auf 18, 21 oder 24 kW. So passt ein Gerät zu unterschiedlichen Altanschlüssen.
Anschließen darfst du einen Starkstrom-Durchlauferhitzer nicht selbst. Nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) dürfen Arbeiten an der elektrischen Anlage hinter der Hausanschlusssicherung nur der Netzbetreiber oder ein Betrieb ausführen, der im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. § 19 NAV verlangt außerdem, dass zusätzliche Verbrauchsgeräte dem Netzbetreiber mitgeteilt werden, wenn sich die vorzuhaltende Leistung erhöht. Viele Netzbetreiber gehen darüber hinaus: In den Technischen Anschlussbedingungen der Mittelhessen Netz zum Beispiel brauchen Einzelgeräte mit mehr als 12 kW Nennleistung die vorherige Zustimmung des Netzbetreibers, Durchlauferhitzer stehen dort ausdrücklich bei den anmeldepflichtigen Anlagen. Die Regeln unterscheiden sich je Netzgebiet; dein Elektrobetrieb kennt sie und übernimmt die Anmeldung. Auch Stiebel Eltron weist im Datenblatt darauf hin, dass nicht steckerfertige Geräte vom Netzbetreiber oder einem eingetragenen Fachbetrieb installiert werden.
Für einen Austausch ist das meist unkompliziert, weil Leitung und Anmeldung schon existieren. Für einen Neueinbau, etwa in einer Altbauwohnung, die bisher einen Gas-Boiler hatte, klärst du zuerst mit dem Elektriker, ob Hausanschluss, Zählerschrank und Leitungsweg 18 kW oder mehr hergeben. Kommt kein Drehstrom ins Bad, bleibt dir dort ein Speicher (siehe unseren Ratgeber zu Warmwasserspeicher und Boiler).
Das EU-Energielabel beim Durchlauferhitzer: warum fast alle in Klasse A stehen
Durchlauferhitzer tragen seit 2015 das EU-Label für Warmwasserbereiter nach Verordnung (EU) Nr. 812/2013; seit September 2017 reicht die Skala von A+ bis F. Gemessen wird mit einem Lastprofil, also einem genormten Zapfplan über einen Tag. Für Durchlauferhitzer sind das die kleinen Profile 3XS, XXS, XS und S; laut Umweltbundesamt stehen sie für einzelne Waschbecken mit unterschiedlich hohem Wasserverbrauch. Die Profile XXS, XS und S zapfen laut Anhang VII der Verordnung jeweils 2,1 kWh Nutzwärme am Tag, 3XS nur 0,345 kWh.
Die Klasse ergibt sich aus dem Warmwasser-Wirkungsgrad, gerechnet in Primärenergie. Weil Strom dabei mit dem Faktor 2,5 bewertet wird, kommt selbst ein Gerät, das fast den ganzen Strom in Wärme verwandelt, nur auf knapp 40 Prozent. Für das Profil S verlangt Anhang II mindestens 38 Prozent für Klasse A, für A+ wären 55 Prozent nötig, und das schafft ein reines Elektrogerät nicht. In unserer Auswertung der EU-Datenbank EPREL haben 109 elektrische Warmwasserbereiter mit Profil XXS bis S die Klasse A, ihr Jahresverbrauch liegt zwischen 446 und 532 kWh, der Median bei 480 kWh. Die Durchlauferhitzer in unserem Vergleich liegen alle zwischen 470 und 482 kWh.
Was heißt das für dich? Die Klasse trennt beim Durchlauferhitzer kaum. Die Verbraucherzentrale rät, zusätzlich den Jahresverbrauch zu vergleichen, und vor allem auf die Regelung zu achten, denn den Unterschied zwischen hydraulischer und elektronischer Technik bildet der Normtest nur unvollständig ab. Auffällig wird das Label erst im Vergleich mit kleinen Speichern: 30-Liter-Speicher mit Profil S stehen in EPREL meist in Klasse B oder C mit 488 bis über 550 kWh, weil sie zusätzlich Wärme verlieren, während sie warten. Alle Modelle mit Profil S findest du in unserem Datenvergleich Lastprofil S, die XXS-Geräte für Handwaschbecken im Vergleich Lastprofil XXS.
Stromkosten selbst rechnen: was eine Dusche wirklich kostet
Der Jahresverbrauch auf dem Label ist ein Normwert. Laut Anhang VIII der Verordnung wird er aus dem gemessenen Tagesverbrauch mal 366 Tage mal 0,6 berechnet, er unterstellt also nicht, dass du jeden Tag das volle Lastprofil zapfst. Für deine eigene Rechnung ist es deshalb einfacher, von deinem Wasserverbrauch auszugehen.
Die Formel: Liter × Temperaturerhöhung in Kelvin × 0,00116 = kWh Wärme. Ein Durchlauferhitzer setzt Strom fast verlustfrei in Wärme um; der Wirkungsgrad von 38 Prozent in Primärenergie entspricht rund 95 Prozent bezogen auf den Strom. Ein Beispiel: Eine fünfminütige Dusche mit 8 Litern pro Minute verbraucht 40 Liter Mischwasser. Von 12 auf 40 °C erwärmt sind das 40 × 28 × 0,00116 = 1,30 kWh Wärme, durch 0,95 geteilt rund 1,37 kWh Strom. Mit dem Rechenwert von 35 Cent je kWh, den wir auch auf unseren Produktseiten verwenden, kostet diese Dusche knapp 48 Cent. Duscht eine Person täglich so, sind das im Jahr rund 500 kWh, also ungefähr so viel, wie das Label für das ganze Normprofil ansetzt.
Drei Hebel zeigt die Rechnung sofort: Weniger Liter pro Minute (ein Sparduschkopf, den nur ein elektronisches Gerät mitmacht), kürzer duschen und eine niedrigere Temperatur. 38 statt 42 °C senken die Temperaturerhöhung von 30 auf 26 K und damit den Strom um gut 13 Prozent. Die Wahl zwischen zwei Klasse-A-Geräten mit 470 und 482 kWh macht dagegen nur 12 kWh im Jahr aus. Deutlich mehr bringt der Wechsel von einem hydraulischen auf ein elektronisches Gerät, weil du nicht mehr mit kaltem Wasser herunterregeln musst.
Am Handwaschbecken: Klein-Durchlauferhitzer oder Kleinspeicher?
Am Gäste-WC oder im Büro stellt sich eine eigene Frage: Ein kleiner Durchlauferhitzer mit 3,5 kW oder ein Untertisch-Kleinspeicher mit 5 oder 10 Litern? Der Speicher hat einen praktischen Vorteil: Er braucht keinen Starkstrom. Der Stiebel Eltron SNU 5 Plus etwa hat laut Datenblatt 2 kW, einen Schutzkontaktstecker für 230 V und eine Absicherung von 10 A. Er liefert sofort warmes Wasser, 9,3 Liter Mischwasser von 40 °C pro Füllung.
Dafür verliert jeder Speicher Wärme, auch wenn niemand zapft. Der SNU 5 Plus hat laut Datenblatt einen Bereitschaftsenergieverbrauch von 0,19 kWh in 24 Stunden bei 65 °C, das sind rund 69 kWh im Jahr nur fürs Warmhalten. Stellst du ihn auf 38 °C, sinkt der Wert laut Hersteller auf 0,07 kWh am Tag, rund 26 kWh im Jahr. Der SNU 10 Plus mit 10 Litern kommt auf 0,31 kWh bei 65 °C, also rund 113 kWh im Jahr. Ein Klein-Durchlauferhitzer verbraucht nichts, solange niemand zapft.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt für das Handwaschbecken deshalb einen Mini-Durchlauferhitzer mit Profil XXS als effizienten Ersatz für ein Untertischgerät und weist auf einen weiteren Punkt hin: Ein selten genutzter Speicher, der auf niedriger Temperatur steht, kann ein hygienisches Risiko sein. Der Kleinspeicher bleibt sinnvoll, wenn kein passender Stromanschluss für einen Durchlauferhitzer da ist (Klein-Durchlauferhitzer ab 4,4 kW brauchen laut Clage eine feste Netzleitung, der 3,5-kW-Typ ist steckerfertig) oder wenn du sofort heißes Wasser zum Spülen willst. Im Label stehen beide fast gleich: SNU 5 Plus und Clage DCX Next liegen mit 481 und 471 kWh nah beieinander.
Ausstattung, die im Alltag zählt: Einschaltmenge, Nacherwärmung, Wasserhärte
Neben Leistung und Regelung lohnt ein Blick auf drei Datenblattwerte. Die Einschaltwassermenge ist der Durchfluss, ab dem das Gerät überhaupt heizt. Clage gibt für DEX Next, DCX Next und DLX Next 1,5 Liter pro Minute an, Stiebel Eltron für HDB-E Trend und DHB ST Trend mehr als 2,5 Liter pro Minute. Je niedriger der Wert, desto besser funktionieren Sparbrausen und ein dünner Strahl zum Zähneputzen.
Die Eignung für vorgewärmtes Wasser ist wichtig, wenn eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe das Wasser vorheizt. Clage erlaubt bei DEX Next, DCX Next und DEX Next S eine Zulauftemperatur bis 70 °C; der Stiebel DHB ST Trend ist laut Datenblatt für vorerwärmtes Wasser bis 70 °C ohne Nacherwärmung geeignet und erwärmt bis 55 °C Zulauftemperatur nach. Ein Durchflussbegrenzer (8 Liter pro Minute beim DHB 18/21/24 ST Trend und beim DEX Next) sorgt dafür, dass im Winter die Temperatur hält, statt lauwarm zu werden.
Fast alle aktuellen Geräte arbeiten mit einem Blankdraht-Heizsystem, das schnell reagiert und wenig verkalkt. Es braucht aber Wasser mit ausreichendem elektrischem Widerstand: Clage nennt mindestens 1.100 Ωcm bei 15 °C, Stiebel Eltron mindestens 900 Ωcm. Die Werte stehen in der Trinkwasseranalyse deines Wasserversorgers, meist als Leitfähigkeit in µS/cm; Stiebel nennt höchstens 1.111 µS/cm. Liegt dein Wasser darüber, frag vor dem Kauf nach einem Gerät mit anderem Heizsystem. Komfortfunktionen wie Display, Verbrauchsstatistik oder App-Steuerung sind dagegen Geschmackssache: Der DEX Next S hat eine Bluetooth-Fernbedienung im Lieferumfang, beim DEX Next ist sie Zubehör.
Empfehlung nach Einsatz: welcher Durchlauferhitzer wohin passt
Bad mit Dusche oder Wanne, eine Person duscht meist allein: ein elektronisch geregelter Durchlauferhitzer mit 18 bis 21 kW und gradgenauer Temperaturwahl, etwa der Stiebel Eltron DHB 18/21/24 ST Trend oder der Clage DCX Next mit fünf festen Stufen. Wer bei Volllast keine Temperaturschwankung will, greift zum vollelektronischen Clage DEX Next S.
Bad mit gleichzeitiger Nutzung von Dusche und Waschbecken oder große Wanne: 24 kW, wenn Leitung und Absicherung es erlauben; 27 kW nur nach Rücksprache mit Elektrobetrieb und Netzbetreiber.
Küchenspüle: ein Gerät mit 11 bis 13,5 kW, etwa der Clage DCX13 Next oder der Stiebel HDB-E 11/13 Trend, beide an 400 V. Für die Küche reicht oft eine Festtemperatur.
Handwaschbecken im Gäste-WC: ein Klein-Durchlauferhitzer mit 3,5 kW an 230 V, wenn nur Hände gewaschen werden. Ein Kleinspeicher wie der Stiebel SNU 5 Plus, wenn du heißes Wasser sofort willst und mit rund 26 bis 69 kWh Warmhalteverlust im Jahr leben kannst.
Ganze Wohnung ohne Drehstrom-Möglichkeit im Bad: Dann ist ein elektrischer Wandspeicher oder, bei Platz im Keller, eine Warmwasser-Wärmepumpe die Alternative; beide behandeln wir im Ratgeber Warmwasserspeicher und Boiler.
Typische Fehlkäufe beim Durchlauferhitzer
Zu wenig Leistung für die Dusche: Ein 11- oder 13,5-kW-Gerät für die Küche liefert bei 28 K nur 5,6 bis 6,9 Liter pro Minute, das reicht für eine Dusche nicht. Für die Dusche gilt 18 kW als Untergrenze.
Mehr Leistung, als die Leitung hergibt: Ein 27-kW-Gerät braucht laut Clage 39 A Nennstrom und 6 mm² Querschnitt. Ein vorhandener 18-kW-Anschluss mit 4 mm² reicht dafür nicht. Umschaltbare Geräte lösen das, aber der Elektriker legt die Stufe fest, nicht du.
Ein hydraulisches Gerät zum Sparen: Die Anschaffung ist günstiger, im Betrieb verlierst du laut Verbraucherzentrale bis zu 30 Prozent gegenüber einem elektronischen Gerät, und Sparbrausen funktionieren oft nicht.
Selbst anschließen: Nicht steckerfertige Geräte gehören nach NAV in die Hand eines eingetragenen Elektrobetriebs, und der Netzbetreiber muss informiert werden. Ein falsch angeschlossener 400-V-Durchlauferhitzer ist lebensgefährlich.
Auf das Label als Unterscheidungsmerkmal setzen: Klasse A haben fast alle; entscheidend sind Regelung, Einschaltmenge und ob die Leistung zu deinem Durchfluss passt. Ob dein Wasser zum Blankdraht-Heizsystem passt, prüfst du anhand der Leitfähigkeit im Datenblatt des Wasserversorgers.
Modelle nachschlagen: Produktdaten
Häufige Fragen
Wie viel kW braucht ein Durchlauferhitzer für die Dusche?
Mindestens 18 kW. Damit kommen laut Herstellerdatenblättern rund 9,2 Liter pro Minute an, wenn das Wasser um 28 Grad erwärmt wird, etwa von 12 auf 40 °C. Mit 21 kW sind es 10,7, mit 24 kW 12,3 Liter pro Minute. Im Winter, wenn das Leitungswasser kälter ist, sinkt die Menge bei gleicher Temperatur.
Kann ich einen Durchlauferhitzer an die Steckdose anschließen?
Nur Klein-Durchlauferhitzer bis 3,5 kW für ein Handwaschbecken sind steckerfertig für 230 V. Geräte für Küche und Dusche ab 11 kW brauchen einen Festanschluss an Drehstrom 400 V, den ein eingetragener Elektrobetrieb herstellt.
Muss ich einen Durchlauferhitzer beim Netzbetreiber anmelden?
Ja, wenn sich die Anschlussleistung erhöht, verlangt § 19 der Niederspannungsanschlussverordnung eine Mitteilung an den Netzbetreiber. Viele Netzbetreiber verlangen für Einzelgeräte über 12 kW zusätzlich ihre vorherige Zustimmung. Die Anmeldung übernimmt in der Regel der Elektrobetrieb, der das Gerät anschließt.
Lohnt sich ein elektronischer Durchlauferhitzer gegenüber einem hydraulischen?
Ja. Ein elektronisches Gerät hält die eingestellte Temperatur und heizt nur so viel wie nötig. Die Verbraucherzentrale nennt bis zu 30 Prozent Stromersparnis gegenüber hydraulischen Geräten, dazu funktioniert es mit Sparduschköpfen.
Warum haben alle Durchlauferhitzer Energieklasse A?
Weil das Label den Wirkungsgrad in Primärenergie bewertet und Strom dabei mit dem Faktor 2,5 zählt. Ein elektrisches Gerät kommt so auf knapp 40 Prozent, und ab 38 Prozent gibt es beim Lastprofil S Klasse A. Die Klasse A+ ist für reine Elektrogeräte praktisch nicht erreichbar; vergleiche deshalb Regelung und Einschaltmenge.
Was kostet eine Dusche mit dem Durchlauferhitzer?
Eine fünfminütige Dusche mit 8 Litern pro Minute, von 12 auf 40 °C erwärmt, braucht rund 1,37 kWh Strom. Bei einem Arbeitspreis von 35 Cent je kWh sind das knapp 48 Cent. Kürzer, mit weniger Durchfluss oder 2 bis 4 Grad kühler zu duschen, senkt den Betrag spürbar.
Quellen und Stand
- Delegierte Verordnung (EU) Nr. 812/2013 zur Energieverbrauchskennzeichnung von Warmwasserbereitern (Amtsblatt der EU) (eur-lex.europa.eu)
- VO (EU) 2013/812, Anhang VIII: Berechnung von Wirkungsgrad und Jahresstromverbrauch (gesetze.legal)
- Umweltbundesamt: Energieverbrauchskennzeichnung für Warmwasserbereiter und Warmwasserspeicher (umweltbundesamt.de)
- Verbraucherzentrale: Durchlauferhitzer kaufen – welcher ist der richtige? (verbraucherzentrale.de)
- Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) § 13: Elektrische Anlage (gesetze-im-internet.de)
- Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) § 19: Betrieb von Verbrauchsgeräten (gesetze-im-internet.de)
- Mittelhessen Netz: Technische Anschlussbedingungen Niederspannung (Stand April 2025) (mit-n.de)
- Clage: Produktinformation DEX Next (Stand 09.26) (clage.com)
- Clage: Produktinformation DEX Next S (Stand 09.26) (clage.com)
- Clage: Produktinformation DCX Next und DCX13 Next (Stand 09.26) (clage.com)
- Clage: Produktinformation DLX Next (Stand 09.26) (clage.com)
- Clage: Produktinformation Klein-Durchlauferhitzer MDX (clage.com)
- Stiebel Eltron: Technisches Datenblatt DHB 18/21/24 ST Trend (fachkunden.stiebel-eltron.de)
- Stiebel Eltron: Technisches Datenblatt HDB-E 18/21/24 Trend (stiebel-eltron.de)
- Stiebel Eltron: Technisches Datenblatt SNU 5 Plus / SNU 10 Plus (stiebel-eltron.de)
- EPREL: Clage DEX Next S (Registrierung 1952722) (eprel.ec.europa.eu)
- EPREL: Stiebel Eltron DHB 18/21/24 ST Trend (Registrierung 1503054) (eprel.ec.europa.eu)
- EPREL: Clage DCX Next (Registrierung 1939381) (eprel.ec.europa.eu)
Technische Angaben im Modellvergleich: Hersteller- und Händlerdatenblätter, Stand 15. Oktober 2026; nicht belegte Werte stehen als „k. A.“. Aktualisiert am . Preisdrache testet nicht selbst im Labor — wie wir Daten auswählen und gewichten, steht unter So vergleichen wir; wie wir Geld verdienen, unter Wie wir Geld verdienen. Fehler gefunden? Schreib uns über die Adresse im Impressum.