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Kaufberatung

Schweißgerät kaufen — welches Verfahren passt zu deinem Projekt?

Von der Preisdrache-Redaktion · Aktualisiert am 7. Oktober 2026

Beim Schweißgerät entscheidet nicht die Ampere-Zahl auf dem Karton, sondern die Frage, was du schweißen willst, wo du es schweißt und wie lange am Stück. Ein Gerät für Zaunreparaturen im Garten ist eine andere Maschine als eines für Edelstahl-Geländer oder Aluminium-Teile. Dazu kommen Dinge, die auf der Verpackung klein gedruckt sind: Einschaltdauer, Steckdosen-Absicherung, Gasflasche, Schutzausrüstung. Hier die Kriterien, nach denen du entscheiden solltest — und die Fehlkäufe, die du dir damit sparst. Wichtig vorab: Dieser Ratgeber ersetzt keine Schweißerausbildung. Bei tragenden oder sicherheitsrelevanten Teilen (Fahrzeugrahmen, Anhängerkupplung, Treppen, Geländer mit Absturzsicherung) gehört die Arbeit in die Hand von jemandem mit Nachweis.

Schweißgeräte im Vergleich 2026

Stand 2026-10-07 · Werbung Links mit * sind Affiliate-Links

PlatzModellWertungVerfahrenSchweißstromEinschaltdauerNetz
1 Unser FavoritGüde GIS 200 8,6 MIG/MAG, MMA, WIGMMA bis 180 A, MIG/MAG bis 190 A, WIG bis 200 A20 % bei Maximalstrom, 100 % bei 100 A230 V, 16 A Preis prüfen*
2 Für EinsteigerStahlwerk MIG 200 ST IGBT 8,2 MIG/MAG, MMA, Fülldraht ohne SchutzgasMIG 45–200 A, MMA 20–180 A (Händlerangaben)k. A.230 V, 16 A Preis prüfen*
3 Für ProfisStahlwerk AC/DC WIG 200 ST Digital 7,9 WIG AC/DC, MMAWIG 10–200 A, MMA 30–160 AWIG 15 % bei 200 A, 60 % bei 150 A; MMA 10 % bei 160 A230 V (einphasig) Preis prüfen*
4 KompaktEinhell TC-IW 170 7,2 MMA, WIGMMA 20–150 A, WIG 30–170 Ak. A.230–240 V, 16 A Preis prüfen*
5 Einhell TC-GW 190 D 7,0 MAG (Schutzgas, Massivdraht)25–160 A, 6 Stufenk. A.230/400 V (Herstellerseite) Preis prüfen*
1
Unser Favorit

Güde GIS 200

Für Einsteiger, die ein Gerät für MIG/MAG, Elektrode und WIG an der Haushaltssteckdose wollen.

8,6/10
  • Drei Verfahren in einem Gerät, laut Beschreibung auch Fülldraht
  • Herstellerdatenblatt mit Einschaltdauer je Verfahren öffentlich
  • Elektroden von 1,6 bis 4,0 mm
  • Anschluss an 230 V
  • Nur 20 % ED bei Maximalstrom, Dauerleistung begrenzt
  • Mehrprozessgerät mit Kompromissen bei WIG
Verfahren
MIG/MAG, MMA, WIG
Schweißstrom
MMA bis 180 A, MIG/MAG bis 190 A, WIG bis 200 A
Einschaltdauer
20 % bei Maximalstrom, 100 % bei 100 A
Netz
230 V, 16 A
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2
Für Einsteiger

Stahlwerk MIG 200 ST IGBT

Für Heimwerker, die Blech und Profile schweißen und optional ohne Gasflasche mit Fülldraht arbeiten wollen.

8,2/10
  • Drei Verfahren in einem Gerät, Fülldraht ohne Gas möglich
  • Automatischer Drahtvorschub mit einstellbarer Induktivität
  • Spulen bis 5 kg und Drahtdurchmesser 0,6–1,0 mm
  • Überhitzungsschutz
  • Rund 11,5 kg, nicht ganz leicht
  • Einschaltdauer in den Quellen nicht eindeutig, vor dem Kauf im Datenblatt prüfen
Verfahren
MIG/MAG, MMA, Fülldraht ohne Schutzgas
Schweißstrom
MIG 45–200 A, MMA 20–180 A (Händlerangaben)
Einschaltdauer
k. A.
Netz
230 V, 16 A
Bei Amazon ansehen*
3
Für Profis

Stahlwerk AC/DC WIG 200 ST Digital

Für alle, die Aluminium und Edelstahl sauber WIG-schweißen wollen.

7,9/10
  • AC/DC, damit auch Aluminium
  • Berührungslose HF-Zündung
  • Hotstart und Antistick bei Elektrode
  • Niedriger Mindeststrom für dünne Bleche
  • Netzstrom laut Händlerangabe bis rund 33 A, eigener Stromkreis nötig
  • Niedrige Einschaltdauer bei Maximalstrom
Verfahren
WIG AC/DC, MMA
Schweißstrom
WIG 10–200 A, MMA 30–160 A
Einschaltdauer
WIG 15 % bei 200 A, 60 % bei 150 A; MMA 10 % bei 160 A
Netz
230 V (einphasig)
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4
Kompakt

Einhell TC-IW 170

Für gelegentliche Reparaturen mit Elektrode und einfacher WIG-Nutzung im Gartenbereich.

7,2/10
  • Elektroden von 1,6 bis 4 mm
  • Antistick-Funktion
  • Lüfter mit Thermostat und Kontrollleuchte
  • Kompakt, Tragegurt
  • Kein MIG/MAG
  • Einschaltdauer nicht belegt, WIG nur mit separatem Brenner
Verfahren
MMA, WIG
Schweißstrom
MMA 20–150 A, WIG 30–170 A
Einschaltdauer
k. A.
Netz
230–240 V, 16 A
Bei Amazon ansehen*
5

Einhell TC-GW 190 D

Für Heimwerker, die Schutzgas-Drahtschweißen (MAG) mit einfacher Ausstattung nutzen wollen.

7,0/10
  • Zweirollen-Drahtvorschub, stufenlos
  • Drahtdurchmesser 0,6–1 mm, 5-kg-Spule
  • Lüfterkühlung und Überhitzungsschutz
  • Druckminderer und Schweißschirm im Lieferumfang
  • Einschaltdauer nicht belegt
  • Nur 6 Strom-Stufen, kein Fülldraht-Hinweis, kein WIG
Verfahren
MAG (Schutzgas, Massivdraht)
Schweißstrom
25–160 A, 6 Stufen
Einschaltdauer
k. A.
Netz
230/400 V (Herstellerseite)
Bei Amazon ansehen*

So entsteht die Wertung: Die Wertung gewichtet die Kriterien dieses Ratgebers nach Herstellerangaben und Händler-Datenblättern: Verfahrensvielfalt und Einsatzbreite, Schweißstrom-Bereich und Einschaltdauer, Netzanschluss. Kein Praxistest. Preise ändern sich laufend – den aktuellen Preis siehst du beim Händler. *Affiliate-Links: Als Amazon-Partner und Partner weiterer Shops verdienen wir an qualifizierten Verkäufen eine Provision; für dich ändert sich der Preis nicht.

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Die vier Verfahren im Überblick

Am Markt für Heimwerker und Werkstatt begegnen dir vier Verfahren, und jedes hat ein klares Einsatzgebiet.

Elektrodenschweißen (MMA, E-Hand) ist das robusteste und günstigste Verfahren. Eine umhüllte Stabelektrode brennt im Lichtbogen ab, die Umhüllung erzeugt Schlacke und Schutzgas gleich mit. Du brauchst keine Gasflasche, es funktioniert auch bei Wind und auf leicht rostigem Material, und die Geräte sind klein und leicht. Dafür ist es schwerer zu lernen, es entsteht Schlacke, die du abklopfen musst, und dünne Bleche unter etwa 1,5 mm sind eine Qual.

MIG/MAG (Schutzgasschweißen) arbeitet mit einem endlos zugeführten Draht und einem Gas. MIG heißt inertes Gas, MAG aktives Gas — für Stahl nimmst du in der Praxis ein aktives Gemisch (meist Argon mit CO2-Anteil), also streng genommen MAG. Das Verfahren ist am einfachsten zu lernen, liefert saubere Nähte und eignet sich für Bleche ebenso wie für dickere Teile. Nachteil: Du brauchst eine Gasflasche, und im Freien bläst Wind das Schutzgas weg.

Fülldrahtschweißen ist eine Variante des Drahtschweißens: Der Draht ist ein Röhrchen mit Pulverfüllung, das das Schutzgas selbst erzeugt. Du brauchst keine Flasche und kannst an vielen Schutzgasgeräten einfach den Draht wechseln. Dafür gibt es mehr Spritzer, mehr Rauch und eine Nacharbeit der Naht.

WIG (TIG) ist das Präzisionsverfahren: Eine nicht abschmelzende Wolframelektrode zündet den Lichtbogen, das Zusatzmaterial hältst du als Stab in der anderen Hand, als Gas dient reines Argon. Das Ergebnis ist die sauberste Naht, ideal für Edelstahl und (mit Wechselstrom) Aluminium. Der Preis dafür: Es ist langsam, braucht zwei ruhige Hände und viel Übung.

Welches Verfahren für welchen Zweck

Eine ehrliche Zuordnung nach Aufgabe spart dir den Zweitkauf.

  • Reparaturen an Gartenzaun, Tor, Anhänger, Landmaschine, Baustahl im Freien: Elektrode. Wind, Rost und Dreck sind hier egal, das Gerät ist transportabel.
  • Blech, Karosseriearbeit, Möbel aus Stahlprofil, Regale, Werkstatt-Bauteile: MIG/MAG. Du schweißt schnell, die Nähte sind sauber, und Einsteiger kommen rasch zu brauchbaren Ergebnissen.
  • Gelegentliche Arbeiten ohne Gasflaschen-Logistik: Fülldraht an einem Gerät, das ihn kann. Beachte, dass Fülldraht eher für dickeres Material und Außenarbeiten taugt, nicht für feine Blecharbeiten.
  • Edelstahl, Aluminium, dünnwandige Rohre, sichtbare Nähte: WIG. Für Aluminium brauchst du ein Gerät mit AC (Wechselstrom), sonst funktioniert es nicht zuverlässig, weil die Oxidschicht des Aluminiums bei Gleichstrom nicht aufgebrochen wird.

Viele Einsteigergeräte werben als "Multi-Prozess" mit MIG, WIG und E-Hand in einem Gehäuse. Das kann praktisch sein, aber lies das Kleingedruckte: Oft sind die Leistungsdaten je Verfahren unterschiedlich, WIG ist dann häufig nur als Lift-Arc ohne Hochfrequenz-Zündung ausgeführt und ohne AC. Ein Mehrprozessgerät ist ein Kompromiss, kein Ersatz für ein gutes Einzelgerät.

Schweißstrom: wie viele Ampere brauchst du?

Der Schweißstrom bestimmt, wie dick das Material sein darf. Als grobe Orientierung gilt: Für Stabelektroden rechnest du mit etwa 30 bis 40 Ampere pro Millimeter Elektrodendurchmesser, eine 2,5-mm-Elektrode läuft also bei rund 70 bis 100 A. Beim Drahtschweißen hängt der Strom von Drahtdurchmesser und Drahtvorschub ab; mit einem 0,8-mm-Draht deckst du den typischen Bereich von Blech bis etwa 4 mm in einer Lage ab.

Wichtiger als die Spitzenzahl ist der Einstellbereich nach unten. Ein Gerät, das "bis 200 A" kann, aber erst ab 40 A sauber regelt, ist für dünnes Blech ungeeignet. Wer Bleche unter 1,5 mm schweißt, braucht einen niedrigen Mindeststrom und eine feine Regelung — sonst brennst du Löcher.

Für den Hobbybereich reichen meist 140 bis 200 A. Mehr bringt nur etwas, wenn du regelmäßig 8 mm und dicker schweißt, und dann kommst du an die nächste Grenze: die Steckdose. Prüfe außerdem, ob die Angabe "max. Schweißstrom" bei dem Verfahren gilt, das du nutzt. Bei Multigeräten unterscheiden sich die Werte für MMA, MIG und WIG häufig deutlich — ein Beispiel aus den Datenblättern: Das Güde GIS 200 nennt 180 A für Elektrode, 190 A für MIG/MAG und 200 A für WIG.

Einschaltdauer: die Zahl, die über den Alltagsnutzen entscheidet

Die Einschaltdauer (ED) sagt, wie lange das Gerät bei einer bestimmten Stromstärke arbeiten darf, bevor es abkühlen muss. Gemessen wird in einem Zehn-Minuten-Zyklus: 60 % ED bei 150 A bedeutet, dass das Gerät sechs Minuten mit 150 A schweißen kann und danach vier Minuten Pause braucht. Fängt der Überhitzungsschutz an zu greifen, leuchtet eine Warnlampe und das Gerät schaltet ab.

Der Haken: Hersteller nennen gern die ED bei niedrigen Strömen oder werben nur mit der Maximalstromstärke. Entscheidend ist die ED bei dem Strom, mit dem du tatsächlich arbeitest. Ein Beispiel aus Händler-Datenblättern: Das Güde GIS 200 gibt für alle Verfahren 20 % ED bei Maximalstrom an, 60 % bei 120 A und 100 % bei 100 A. Das heißt, bei 190 A schweißt du knapp zwei Minuten, dann ist Pause. Für punktuelle Reparaturen reicht das; für eine lange Naht am Stück oder für Serienarbeit sind 100 A Dauerleistung eine harte Grenze.

Faustregel: Für gelegentliche Arbeiten sind 20 bis 30 % ED bei Maximalstrom normal, bei Hobbygeräten sogar üblich. Wer jede Woche längere Nähte setzt, sollte auf Geräte mit 60 % ED bei hohem Strom achten. Und: Die Angabe gilt bei 40 °C Umgebung — in einer kalten Werkstatt hast du etwas mehr Luft, in der Sommerhitze weniger.

230 V oder 400 V: was deine Steckdose hergibt

Fast alle Hobbygeräte bis 200 A laufen an einer normalen Haushaltssteckdose mit 230 V und 16 A Absicherung. Das ist bequem, hat aber Grenzen: Ein Gerät, das bei Maximalstrom über 30 A Netzstrom zieht (die Datenblätter einiger Geräte nennen bei WIG-Betrieb rund 33 A Netzstrom), löst bei Dauerlast eine 16-A-Sicherung aus. Hersteller helfen sich mit Strombegrenzung am Netz; trotzdem solltest du das Gerät an einem eigenen Stromkreis betreiben, ohne weitere Verbraucher, ohne Mehrfachsteckdose und ohne dünne Verlängerungsleitung. Bei Verlängerungen gilt: ausreichender Querschnitt (mindestens 2,5 mm²), vollständig abgerollt.

400 V (Drehstrom, CEE-Stecker) brauchst du erst bei höheren Leistungen: Ab etwa 200 bis 250 A Dauerleistung, bei längerem Einsatz in dickem Material oder in der Werkstatt mit mehreren Geräten. Drehstromgeräte sind schwerer und teurer und brauchen einen CEE-Anschluss, den du als Mieter oder in der Garage oft erst nachrüsten musst — das darf nur ein Elektriker. Manche Geräte sind auf beides umschaltbar; das ist eine gute Zukunftsoption, wenn du erst im Hobby-Bereich anfängst, aber später wachsen willst.

Bei Generatoreinsatz (Baustelle, Garten ohne Strom) sind Inverter-Schweißgeräte empfindlich: Sie brauchen einen Generator mit genügend Dauerleistung und sauberer Spannung. Frag den Hersteller, bevor du kombinierst.

Sicherheit und Schutzausrüstung: kein Sparposten

Schweißen hat reale Risiken: Der Lichtbogen verbrennt die Augen ("Verblitzen") und die ungeschützte Haut, Funken und Spritzer lösen Brände aus, und der Rauch enthält gesundheitsschädliche Stoffe. Plane die Ausrüstung von Anfang an ein.

  • Schweißhelm: am besten ein Automatikhelm, der sich beim Zünden verdunkelt. Er sollte die Schutzstufen etwa DIN 9 bis 13 abdecken, damit du Elektrode, MIG und WIG schweißen kannst, und der Helm sollte nach EN 379 / EN 175 gekennzeichnet sein. Ein Helm ohne Kennzeichnung ist ein Glücksspiel für deine Augen.
  • Handschuhe: Lederne Schweißerhandschuhe, bei WIG dünner für Gefühl. Keine normalen Arbeitshandschuhe.
  • Kleidung: lange, schwer entflammbare Kleidung (kein Polyester, keine Kunstfaser, die schmilzt), Lederschürze oder Schweißerjacke, feste Schuhe, keine offenen Hosenaufschläge, in denen Funken landen.
  • Absaugung und Lüftung: Schweißrauch gehört nicht in die Lunge. Besonders bei Edelstahl (Chrom, Nickel) und verzinktem Stahl (Zinkoxid, "Gießfieber") ist Absaugung wichtig. Schweiße verzinkte Teile nur im Freien oder mit leistungsfähiger Absaugung und entferne die Zinkschicht an der Naht vorher.
  • Brandschutz: Brennbares weit weg, Feuerlöscher oder Eimer Wasser griffbereit, nach der Arbeit Nachkontrolle auf Glutnester. Nie an Behältern schweißen, in denen Kraftstoff, Gas oder Lösungsmittel waren.
  • Gasflasche: gegen Umfallen sichern, Ventil beim Transport schließen, nur geprüfte Druckminderer nutzen.

Draht, Gas, Elektroden: die laufenden Kosten

Der Gerätepreis ist nur der Anfang. Beim Schutzgasschweißen kommen dazu: Gasflasche (Kauf oder Pfand und Füllung), Druckminderer, Schweißdraht in passendem Durchmesser (für Heimwerker meist 0,6 bis 1,0 mm, 0,8 mm ist der Allrounder) sowie Kontaktrohre und Gasdüsen als Verschleißteile. Für Stahl nutzt du Mischgas (Argon mit CO2); reines CO2 ist günstiger, spritzt aber mehr. Für Edelstahl brauchst du ein anderes Gas und passenden Draht. Aluminium mit MIG verlangt Reinargon und ein Gerät mit speziellem Vorschub, das Einsteigergeräte meist nicht haben.

Beim Elektrodenschweißen bezahlst du Elektroden, die je nach Typ (rutil, basisch) unterschiedlich laufen und teils getrocknet werden müssen. Rutile Elektroden sind für Einsteiger angenehm, basische für anspruchsvollere Nähte, aber trockenheitsempfindlich.

Beim Fülldraht fällt die Gasflasche weg, dafür ist der Draht teurer als Massivdraht und es entsteht mehr Rauch. Wichtig beim Gerätekauf: Läuft das Gerät mit Fülldraht in der gewünschten Spulengröße? Viele Geräte nehmen 5-kg-Spulen; kleine 0,45-kg-Spulen sind teurer pro Kilo und gehen schnell leer.

Bei WIG kommen Argon, Wolframelektroden, Düsen und Zusatzstäbe dazu. Prüfe außerdem, ob Brenner und Zubehör mit Standardteilen kompatibel sind, damit du Ersatz nicht beim Hersteller bestellen musst.

Ausstattung, auf die es im Alltag ankommt

Neben den großen Kennzahlen gibt es Details, die über den Frust im Alltag entscheiden.

  • Drahtvorschub: Ein sauberer Vorschub mit Zweirollen- oder Vierrollen-Antrieb sorgt für gleichmäßigen Draht. Billige Geräte mit schwachem Antrieb stottern bei längeren Brennerkabeln.
  • Hotstart, Arcforce, Antistick beim Elektrodenschweißen: Sie helfen beim Zünden und verhindern das Festkleben der Elektrode. Für Einsteiger sehr wertvoll.
  • HF-Zündung oder Lift-Arc bei WIG: Berührungslose Hochfrequenzzündung verhindert Wolfram-Einschlüsse in der Naht; Lift-Arc ist die einfachere Variante.
  • Induktivität/Spannungsfeinregelung bei MIG: Sie beeinflusst die Spritzerbildung und den Einbrand.
  • Brenner: Austauschbarer Zentralanschluss (EZA-Norm) ist ein Pluspunkt, weil Ersatzbrenner günstig und überall erhältlich sind.
  • Gewicht und Handling: Hobbygeräte wiegen etwa 8 bis 15 kg. Für Reparaturen vor Ort zählt jedes Kilo.
  • IP-Schutzklasse: IP21S ist üblich und heißt: nur für trockene Innenräume oder geschützte Orte, nicht im Regen.

Bei allen Geräten gilt: Kaufe nur Geräte mit CE-Kennzeichnung und mit Norm EN 60974-1 im Datenblatt. Außerdem zählt der Service: Gibt es Ersatzteile, Brennerverschleißteile und ein Handbuch auf Deutsch?

Typische Fehlkäufe

Fehlkäufe beim Schweißgerät folgen immer denselben Mustern.

Zu klein für die Aufgabe: Wer ein 120-A-Gerät kauft und dann 6-mm-Stahl verbinden will, quält sich mit schlechtem Einbrand. Die Naht sieht gut aus, hält aber nicht, weil sie nicht durchgeschweißt ist. Bei sicherheitsrelevanten Teilen ist das gefährlich.

Hohe Ampere, aber miserable Einschaltdauer: Das Gerät schaltet nach zwei Minuten ab, und du sitzt dabei in der Hitze und wartest.

Kein Gas-Konzept: Schutzgasgerät gekauft, dann stellt sich heraus, dass die Flaschenfüllung vor Ort schwierig ist oder der Wind im Freien das Gas wegbläst. Für Außenarbeiten bleibt Elektrode oder Fülldraht.

Multigerät statt Fachgerät: Das 3-in-1-Gerät kann alles ein bisschen, aber WIG ohne HF-Zündung und ohne AC taugt für Aluminium nicht. Wer Alu schweißen will, kauft ein AC/DC-WIG-Gerät.

Sparen an der Schutzausrüstung: Der Helm ist keine Nebensache. Ein Billighelm ohne Kennzeichnung kann die Augen schädigen, auch wenn es sich beim Schweißen nicht sofort so anfühlt.

Übersehene Steckdose: Das 230-V-Gerät löst ständig die Sicherung aus, weil auf dem Stromkreis weitere Verbraucher hängen. Das ist ein Problem der Installation, nicht des Geräts.

Und schließlich: Wer nur zweimal im Jahr etwas schweißt, fährt oft besser, einen Schweißbetrieb zu beauftragen oder ein Gerät kurz zu leihen, statt Geld und Garagenplatz zu binden.

Schweißgeräte werden gern mit hohen Streichpreisen beworben, meist zusammen mit einer langen Liste an "Zubehör". Prüfe in jedem Fall, was wirklich im Set steckt: Ein Helm ohne Kennzeichnung oder Dutzende Kleinteile erhöhen den Wert nur auf dem Papier. Ob der aktuelle Preis wirklich niedrig ist, erkennst du am Preisverlauf, nicht an der Prozentzahl neben dem durchgestrichenen Preis — wie das geht, zeigen wir hier: Preisverlauf prüfen.

Häufige Fragen

Welches Schweißgerät ist für Einsteiger am besten?

Für Bleche und Profile in der Werkstatt ist ein MIG/MAG-Gerät am einfachsten zu lernen. Für Reparaturen im Freien und auf rostigem Material ist Elektrodenschweißen (MMA) robuster und braucht kein Gas. Viele Einsteigergeräte bieten beides in einem Gehäuse, oft auch mit Fülldraht ohne Schutzgas.

Was bedeutet Einschaltdauer bei einem Schweißgerät?

Die Einschaltdauer gibt an, wie lange das Gerät in einem Zehn-Minuten-Zyklus bei einem bestimmten Strom schweißen darf. 60 % bei 150 A heißt: sechs Minuten schweißen, vier Minuten Pause. Achte auf die ED bei dem Strom, mit dem du wirklich arbeitest, nicht nur auf die Maximalangabe.

Reicht eine normale 230-V-Steckdose zum Schweißen?

Für Hobbygeräte bis etwa 200 A meist ja, an einem eigenen 16-A-Stromkreis ohne weitere Verbraucher. Dicke Verlängerungskabel mit mindestens 2,5 mm² Querschnitt und vollständig abgerollt sind Pflicht. Für Dauerbetrieb bei hohen Strömen brauchst du 400 V mit CEE-Anschluss.

Kann ich mit Fülldraht ohne Gasflasche schweißen?

Ja, Fülldraht erzeugt sein Schutzgas selbst und funktioniert auch im Freien. Dafür gibt es mehr Spritzer und Rauch, und die Naht braucht Nacharbeit. Das Gerät muss ausdrücklich für Fülldraht geeignet sein, die Polung wird dafür umgesteckt.

Brauche ich ein WIG-Gerät mit AC für Aluminium?

Ja. Aluminium hat eine Oxidschicht, die nur der Wechselstromanteil (AC) zuverlässig aufbricht. Mit reinem DC-WIG gelingt Alu nicht sauber. Für Stahl und Edelstahl reicht DC.

Welche Schutzausrüstung ist Pflicht?

Schweißhelm mit passender Schutzstufe (nach EN 379 gekennzeichnet), Lederhandschuhe, schwer entflammbare Kleidung und feste Schuhe. Dazu Lüftung bzw. Absaugung, besonders bei Edelstahl und verzinkten Teilen, sowie Brandschutz in der Nähe.

Darf ich tragende Teile selbst schweißen?

Bei sicherheitsrelevanten Teilen wie Fahrzeugrahmen, Anhängerkupplungen oder tragenden Konstruktionen sollte ein qualifizierter Schweißer arbeiten, und bei Fahrzeugen kann eine Abnahme nötig sein. Frag im Zweifel einen Fachbetrieb.

Schweißgeräte auf Amazon vergleichen Aktuelle Modelle & Preise direkt auf Amazon — ändert sich laufend.
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