Ratgeber
Kühlschrank Stromverbrauch: kWh pro Jahr nach Gerätetyp, Größe und Energieklasse
Von der Preisdrache-Redaktion · Aktualisiert am · So arbeiten wir
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Ein Kühlschrank ohne Gefrierteil braucht laut EU-Label im Median 111 kWh im Jahr, eine freistehende Kühl-Gefrierkombination 227 kWh und ein freistehendes Gefriergerät 197 kWh. Mit dem Rechenwert von 35 Cent je kWh sind das rund 39, 79 und 69 Euro im Jahr. Den größten Hebel hat die Energieklasse: Eine Kombination mit 300 bis 399 Litern braucht in Klasse A im Median 109 kWh, in Klasse E 248 kWh. Alle Zahlen stammen aus 5.133 Kühlgeräten in der EU-Energielabel-Datenbank EPREL, Stand 12.10.2026, und gelten für das Label nach Verordnung (EU) 2019/2016, das seit März 2021 im Handel hängt.
Wie viel Strom braucht ein Kühlschrank im Jahr?
Ein typischer freistehender Kühlschrank ohne Gefrierteil kommt laut EU-Label auf 111 kWh im Jahr, das ist der Median von 622 Geräten in EPREL (Stand 12.10.2026). Das sparsamste Viertel liegt bei höchstens 89 kWh, das verbrauchsstärkste Viertel bei mindestens 142 kWh. Sobald ein Gefrierteil dazukommt, verdoppelt sich der Wert ungefähr: Freistehende Kühl-Gefrierkombinationen liegen im Median bei 227 kWh, die Spanne der mittleren Hälfte reicht von 179 bis 277 kWh. Reine Gefriergeräte, also Gefrierschränke und Gefriertruhen, liegen mit 197 kWh dazwischen.
Über alle 5.133 Kühlgeräte gerechnet beträgt der Median 184 kWh. Pro Tag sind das rund 0,5 kWh oder, mit 35 Cent je kWh gerechnet, knapp 18 Cent. Weil ein Kühlgerät rund um die Uhr läuft, ist es neben Heizung und Warmwasser einer der wenigen Verbraucher im Haushalt, die nie Pause machen. Darum lohnt es sich, die Labelzahl beim Kauf genau anzuschauen, auch wenn die Tagesbeträge klein wirken.
Einbaugeräte liegen nah an den freistehenden: Einbaukühlschränke kommen im Median auf 115 kWh, Einbau-Kombinationen auf 215 kWh und Einbau-Gefriergeräte auf 189 kWh. Warum die Werte bei gleicher Größe trotzdem leicht auseinandergehen, erklärt der Ratgeber Einbaukühlschrank oder freistehend.
Welcher Verbrauch ist für welche Größe normal?
Die Größe bestimmt den Grundverbrauch, die Energieklasse den Abstand nach oben oder unten. Die folgende Tabelle zeigt für freistehende Geräte den Median und das sparsamste Modell je Größenklasse laut EU-Label (EPREL, Stand 12.10.2026). Die Kosten sind gerechnet als kWh × 35 Cent; mit deinem Tarif einfach umrechnen.
| Gerät (freistehend) | Modelle | Median kWh/Jahr | sparsamstes Modell | Median Euro/Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Kühlschrank unter 100 l | 121 | 85 | 49 kWh | 29,75 |
| Kühlschrank 100–199 l | 196 | 111 | 46 kWh | 38,85 |
| Kühlschrank 300–399 l | 172 | 114 | 56 kWh | 39,90 |
| Kühl-Gefrierkombination 200–299 l | 270 | 203,5 | 109 kWh | 71,23 |
| Kühl-Gefrierkombination 300–399 l | 820 | 198 | 73 kWh | 69,30 |
| Kühl-Gefrierkombination 400–499 l | 364 | 243 | 80 kWh | 85,05 |
| Kühl-Gefrierkombination ab 500 l | 526 | 313 | 128 kWh | 109,55 |
| Gefriergerät unter 100 l | 109 | 156 | 78 kWh | 54,60 |
| Gefriergerät 200–299 l | 268 | 202 | 84 kWh | 70,70 |
| Gefriergerät 300–399 l | 98 | 210 | 105 kWh | 73,50 |
Zwei Dinge fallen auf. Ein großer Kühlschrank mit 300 bis 399 Litern braucht im Median kaum mehr als einer mit 100 bis 199 Litern, nämlich 114 statt 111 kWh. Und bei den Kombinationen liegt die Klasse 300 bis 399 Liter mit 198 kWh sogar unter der kleineren Klasse mit 200 bis 299 Litern. Der Grund ist die Auswahl: In der großen Klasse stehen deutlich mehr sparsame Geräte, darunter 78 Modelle in Klasse A. Mehr Liter bedeuten also nicht automatisch mehr Strom. Wer eine Kombination sucht, findet die Kaufkriterien im Ratgeber Kühl-Gefrierkombination kaufen.
Wie viel spart Energieklasse A gegenüber E?
Bei einer freistehenden Kühl-Gefrierkombination mit 300 bis 399 Litern spart Klasse A gegenüber Klasse E im Median 139 kWh im Jahr, das sind rund 49 Euro bei 35 Cent je kWh. Die Klassen im Einzelnen, jeweils Median laut EU-Label (EPREL, Stand 12.10.2026):
| Klasse | Modelle | kWh/Jahr | Euro/Jahr | Cent/Tag |
|---|---|---|---|---|
| A | 78 | 109 | 38,15 | 10,5 |
| B | 66 | 135 | 47,25 | 12,9 |
| C | 214 | 163 | 57,05 | 15,6 |
| D | 205 | 203 | 71,05 | 19,5 |
| E | 252 | 248 | 86,80 | 23,8 |
Jede Klassenstufe kostet bei dieser Gerätegröße also 26 bis 45 kWh mehr im Jahr. Über zehn Jahre Nutzung summiert sich der Abstand zwischen A und E auf 1.390 kWh. Zwischen A und D sind es 94 kWh im Jahr, zwischen C und E 85 kWh. Das sparsamste Gerät dieser Größe in den Daten, die LG GBBSE261EV, braucht laut Label 73 kWh bei 375 Litern; die Bosch KGN392I2F kommt mit 363 Litern auf 84 kWh. Alle Modelle der Klasse B mit 60 cm Breite stehen im Datenvergleich Kühl-Gefrierkombinationen Klasse B.
Bei Kühlschränken ohne Gefrierteil ist der Abstand kleiner, weil der Grundverbrauch niedriger ist. Mit 100 bis 199 Litern liegen Klasse C bei 87 kWh, D bei 110 kWh und E bei 139 kWh; C spart gegenüber E also 52 kWh oder gut 18 Euro im Jahr. Klasse A ist hier fast nicht zu bekommen: In dieser Größe gibt es laut EPREL genau ein Modell, den Liebherr RBa30 425i mit 46 kWh bei 160 Litern. Die realistische Wahl für sparsame Kühlschränke ist deshalb meist Klasse C, siehe Kühlschränke der Klasse C im Vergleich.
Was sagt der Verbrauch je 100 Liter?
Der Verbrauch je 100 Liter zeigt, wie effizient ein Gerät seinen Innenraum kühlt, und macht unterschiedlich große Modelle vergleichbar. Wir rechnen ihn aus kWh pro Jahr geteilt durch den Nutzinhalt laut Label. Im Median aller Kühlgeräte sind es 65,8 kWh je 100 Liter. Freistehende Kühlschränke liegen bei 70,4, freistehende Kombinationen bei 57,2 und freistehende Gefriergeräte bei 87,4 kWh je 100 Liter. Gefrieren kostet also je Liter deutlich mehr als Kühlen, was bei einer Zieltemperatur von minus 18 statt plus 4 Grad wenig überrascht.
Besonders deutlich wird der Größeneffekt bei Kühlschränken. Freistehende Geräte unter 100 Litern brauchen im Median 133 kWh je 100 Liter, große Standgeräte mit 300 bis 399 Litern nur 31 kWh. Ein Minikühlschrank mit 83 Litern verbraucht im Jahr 85 kWh, ein großer Kühlschrank mit 372 Litern 114 kWh: mehr als viermal so viel Platz für ein Drittel mehr Strom. Ein besonders effizientes Beispiel ist der Haier H4R306WAH1, laut Label 56 kWh bei 301 Litern, also 18,6 kWh je 100 Liter.
Für dich heißt das: Zwei kleine Geräte brauchen meist mehr als ein großes. Wer einen Zweitkühlschrank für Getränke im Keller betreibt, zahlt für wenig Platz viel Strom. Und wer zwischen 150 und 250 Litern schwankt, sollte die Zahl je 100 Liter mit anschauen statt nur die absolute kWh-Angabe. Kleine Tischgeräte bis 90 cm Höhe vergleicht der Datenvergleich Tischkühlschränke.
Wie entsteht die kWh-Zahl auf dem Label?
Die Jahreszahl auf dem Label ist ein Prüfstandswert, kein gemessener Haushaltsverbrauch. Nach Anhang IV der Delegierten Verordnung (EU) 2019/2016 wird das Gerät bei zwei Umgebungstemperaturen gemessen, 16 und 32 °C. Aus beiden Messungen wird der Mittelwert für 24 Stunden gebildet und mit 365 multipliziert. Türöffnungen und frisch eingeräumte Lebensmittel sind in diesem Verfahren nicht als echte Nutzung nachgestellt. In einer warmen Küche, neben dem Herd oder in einem Sommer ohne Kühlung kann der Verbrauch deshalb höher liegen, in einem kühlen Raum niedriger.
Die Klasse ergibt sich aus dem Energieeffizienzindex (EEI), also dem Verhältnis des gemessenen Verbrauchs zu einem Bezugsverbrauch, der Größe und Fächer des Geräts berücksichtigt. Die Grenzen laut Verordnung: A bis EEI 41, B bis 51, C bis 64, D bis 80, E bis 100, F bis 125, darüber G. Weil der Bezugsverbrauch für Gefrierfächer und mehrere Türen höher angesetzt ist, kann eine Kombination mit 160 kWh dieselbe Klasse tragen wie ein Kühlschrank mit 90 kWh. Vergleiche deshalb Klassen nur innerhalb desselben Gerätetyps und die kWh-Zahl immer zusätzlich.
Die Verteilung zeigt, wie streng die Skala ist: Von 5.133 Kühlgeräten in EPREL tragen 129 Klasse A (2,5 Prozent) und 149 Klasse B (2,9 Prozent). Mehr als die Hälfte, 2.751 Geräte, steht in Klasse E. Ein E auf dem Label ist bei Kühlgeräten also der Normalfall und kein Hinweis auf ein Altgerät.
Warum widersprechen sich viele Verbrauchstabellen?
Viele Tabellen im Netz stammen aus der Zeit vor dem 1. März 2021. Bis dahin galt die Skala mit A+++ nach der alten Verordnung (EU) Nr. 1060/2010, die mit diesem Datum aufgehoben wurde. Das neue Label nach 2019/2016 misst anders, unter anderem mit den beiden Umgebungstemperaturen 16 und 32 °C, und schneidet die Klassen neu von A bis G zu. Zahlen aus alten Broschüren und Ratgebern lassen sich deshalb weder mit den heutigen Klassen noch mit heutigen kWh-Werten sauber vergleichen.
Dazu kommt, dass ältere Übersichten oft mit Durchschnittswerten über alle Größen arbeiten. Wie die Tabelle oben zeigt, liegen allein bei freistehenden Kombinationen die Mediane je nach Größe zwischen 198 und 313 kWh. Eine einzelne Zahl für den Kühlschrank gibt es daher nicht. Die Werte in diesem Ratgeber sind direkt aus den Herstellerangaben in EPREL ausgewertet, Stand 12.10.2026, getrennt nach Typ, Bauart, Größe und Klasse.
Willst du wissen, ob sich der Austausch eines alten Geräts lohnt, ist der einfachste Weg ein Messgerät an der Steckdose über eine Woche. Den gemessenen Wochenwert mal 52 vergleichst du mit der Labelzahl eines neuen Geräts in derselben Größe aus der Tabelle oben. Die Labelzahl des alten Geräts eignet sich dafür kaum, weil sie nach dem alten Verfahren ermittelt wurde.
Was kostet ein Gefrierschrank oder eine Gefriertruhe im Jahr?
Ein freistehendes Gefriergerät mit 200 bis 299 Litern braucht laut EU-Label im Median 202 kWh im Jahr, also rund 71 Euro bei 35 Cent je kWh. Nach Klassen getrennt liegen die Mediane in dieser Größe bei 84 kWh für Klasse A, 148 kWh für C, 197 kWh für D und 240 kWh für E. Sechs der sieben Klasse-A-Modelle dieser Größe sind Truhen, etwa die Exquisit GT220-HE-010A mit 84 kWh bei 217 Litern. Ein solches Gerät kostet rund 29 Euro im Jahr, ein typisches Klasse-E-Gerät gut 84 Euro.
Ob Truhe oder Schrank sparsamer ist, hängt in den Daten von der Größe ab: Bis knapp 300 Liter liegen Truhen vorn, darüber die Schränke. Die Zahlen dazu, samt Stellfläche und Lautstärke, stehen im Ratgeber Gefrierschrank oder Gefriertruhe. Alle Gefriergeräte der Klasse A findest du im Datenvergleich Gefriergeräte Klasse A, die Kaufkriterien im Ratgeber Gefrierschrank kaufen.
Wie senkst du den Verbrauch im Alltag?
Die größte Stellschraube ist der Kauf, danach der Aufstellort. Weil das Label bei 16 und 32 °C gemessen wird, zeigt schon das Prüfverfahren, dass die Umgebung den Verbrauch stark beeinflusst. Stell das Gerät daher nicht direkt neben Herd, Backofen, Heizkörper oder in die Sonne und halte die Lüftungsabstände aus der Montageanleitung ein.
- Temperatur prüfen: Die Prüfung nach Verordnung 2019/2016 setzt für das Frischefach eine Zieltemperatur von 4 °C und für das Gefrierfach minus 18 °C an. Kälter als nötig kostet zusätzlich Strom.
- Größe passend wählen: Ein halb leerer 500-Liter-Kühlschrank braucht mehr als ein gut gefülltes Gerät mit 300 Litern; die Tabelle oben zeigt die Grundverbräuche je Größe.
- Zweitgerät hinterfragen: Ein kleiner Getränkekühlschrank unter 100 Litern kostet im Median rund 30 Euro im Jahr.
- Kombination statt zwei Geräte: Kühlschrank 100–199 l plus Gefriergerät unter 100 l kommen zusammen im Median auf 267 kWh, eine Kombination mit 300 bis 399 Litern auf 198 kWh.
Wie viel ein bestimmtes Modell kostet, rechnet jede Seite der Produktdatenbank Kühlgeräte mit einem Strompreis vor, den du selbst einstellen kannst. Grundsätzliches zum Kühlschrankkauf steht im Ratgeber Kühlschrank kaufen.
Häufige Fragen
Wie viel kWh verbraucht ein Kühlschrank am Tag?
Ein freistehender Kühlschrank ohne Gefrierteil braucht laut EU-Label im Median 111 kWh im Jahr, also rund 0,3 kWh am Tag. Eine Kühl-Gefrierkombination liegt mit 227 kWh im Jahr bei gut 0,6 kWh am Tag.
Was kostet ein Kühlschrank Strom im Jahr?
Mit 35 Cent je kWh gerechnet kostet ein typischer freistehender Kühlschrank rund 39 Euro im Jahr, eine Kühl-Gefrierkombination rund 79 Euro und ein Gefriergerät rund 69 Euro. Mit deinem Tarif: kWh vom Label mal deinen Preis je kWh.
Ist eine Kühl-Gefrierkombination mit 250 kWh viel?
Für 300 bis 399 Liter ja: Der Median dieser Größe liegt laut EPREL bei 198 kWh, Klasse E bei 248 kWh. Bei Geräten ab 500 Litern sind 250 kWh dagegen besser als der Median von 313 kWh.
Lohnt sich Energieklasse A beim Kühlschrank?
Bei einer Kombination mit 300 bis 399 Litern spart Klasse A gegenüber E im Median 139 kWh im Jahr, rund 49 Euro. Bei Kühlschränken ohne Gefrierteil ist Klasse A kaum erhältlich; Klasse C spart dort gegenüber E rund 52 kWh im Jahr.
Warum haben so viele Kühlschränke Energieklasse E?
Seit März 2021 gilt eine strengere Skala nach Verordnung (EU) 2019/2016. Von 5.133 Kühlgeräten in EPREL stehen 2.751 in Klasse E und nur 129 in Klasse A. Die Klassen wurden dabei neu zugeschnitten.
Stimmt der Labelwert im Alltag?
Der Labelwert ist ein Prüfstandswert aus Messungen bei 16 und 32 °C Raumtemperatur. In einer warmen Küche oder bei häufigem Öffnen kann der Verbrauch höher liegen. Für den Vergleich zwischen Geräten ist er trotzdem die beste Grundlage, weil alle gleich gemessen werden.
Quellen und Stand
- Delegierte Verordnung (EU) 2019/2016 zur Energieverbrauchskennzeichnung von Kühlgeräten (Amtsblatt der EU) (eur-lex.europa.eu)
- EPREL: LG GBBSE261EV (Energielabel-Datenbank der EU, Registrierung 2801394) (eprel.ec.europa.eu)
- EPREL: Bosch KGN392I2F (Registrierung 2538429) (eprel.ec.europa.eu)
- EPREL: Liebherr RBa30 425i (Registrierung 1588553) (eprel.ec.europa.eu)
- EPREL: Haier H4R306WAH1 (Registrierung 2245815) (eprel.ec.europa.eu)
- EPREL: Exquisit GT220-HE-010A (Registrierung 2391383) (eprel.ec.europa.eu)
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