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Ratgeber

Gefrierschrank oder Gefriertruhe: Energieverbrauch, Stellfläche und Lautstärke im Vergleich

Von der Preisdrache-Redaktion · Aktualisiert am · So arbeiten wir

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Bis knapp 300 Liter Inhalt braucht eine Gefriertruhe weniger Strom als ein Gefrierschrank: Bei 200 bis 299 Litern liegen Truhen laut EU-Label im Median bei 198 kWh im Jahr, Schränke bei 222 kWh. Je 100 Liter sind das 73 gegenüber 87 kWh, rund 16 Prozent weniger. Ab 300 Litern dreht sich das Bild, dort sind die Schränke im Median sparsamer. Dafür nimmt eine Truhe gut 80 Prozent mehr Stellfläche ein. Ausgewertet haben wir 235 Truhen und 343 Gefrierschränke aus der EU-Datenbank EPREL, Stand 12.10.2026.

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Was braucht weniger Strom, Truhe oder Schrank?

Bei üblichen Größen bis 300 Liter braucht die Truhe weniger Strom, bei großen Geräten ab 300 Litern der Schrank. Das zeigt der Vergleich nach Größenklassen laut EU-Label (EPREL, Stand 12.10.2026). Die Kosten sind gerechnet als kWh × 35 Cent je kWh, dem Rechenwert unserer Produktseiten; mit deinem Tarif einfach umrechnen.

InhaltBauformModelleMedian kWh/JahrkWh je 100 lEuro/Jahr
100–199 lTruhe56182101,063,70
100–199 lSchrank85183107,164,05
200–299 lTruhe7919873,069,30
200–299 lSchrank18922287,477,70
300–399 lTruhe4923568,582,25
300–399 lSchrank4920759,572,45

In der häufigsten Größe mit 200 bis 299 Litern liegt die Truhe also 24 kWh im Jahr vorn, das sind rund 8,40 Euro. Dabei fassen die Schränke dieser Klasse im Median sogar etwas mehr, 274 statt 248 Liter; je 100 Liter bleibt der Vorsprung der Truhe trotzdem klar. Bei 100 bis 199 Litern liegen beide praktisch gleichauf. Bei 300 bis 399 Litern brauchen die Schränke 28 kWh weniger, weil in dieser Größe deutlich mehr effiziente Modelle angeboten werden: 20 der 49 Schränke stehen in Klasse A bis C, bei den Truhen ist es eines von 49.

Über alle Größen hinweg ist der Median bei beiden Bauformen mit 201 kWh gleich. Eine pauschale Antwort wie „Truhen sind immer sparsamer“ geben die aktuellen Labeldaten also nicht her; die Antwort hängt an der Größe.

Was zählt in diesem Vergleich als Gefriertruhe?

Als Truhe zählt bei uns jedes freistehende Gefriergerät mit höchstens 95 cm Höhe und mindestens 70 cm Breite. Als Gefrierschrank zählt jedes freistehende Gefriergerät, das höher als 95 cm ist. Diese Regel verwenden auch unsere Datenvergleiche und Produktseiten. Wir brauchen sie, weil das EU-Label selbst nicht zwischen Truhe und Schrank unterscheidet: In EPREL stehen beide als Gefriergerät, mit Bauart freistehend oder Einbau, Höhe, Breite und Tiefe.

Die Regel hat Grenzen. Ein breiter, niedriger Gefrierschrank unter 95 cm würde als Truhe zählen; umgekehrt fallen schmale Tischgefrierschränke unter 95 cm Höhe und unter 70 cm Breite in keine der beiden Gruppen. Davon gibt es laut EPREL 157 Modelle mit im Median 95 Litern und 163 kWh im Jahr, je 100 Liter also 165 kWh. Diese kleinen Geräte sind je Liter die ineffizientesten Gefriergeräte überhaupt; wer sie sucht, findet sie im Datenvergleich kleine Gefrierschränke bis 90 cm Höhe.

Einbau-Gefriergeräte sind in diesem Vergleich nicht enthalten, weil sie in Küchennischen sitzen und mit keiner Truhe konkurrieren. Wie sie abschneiden, steht im Ratgeber Einbau-Gefrierschrank kaufen.

Wie schneiden Truhe und Schrank bei gleicher Energieklasse ab?

Bei gleicher Klasse braucht die Truhe im Bereich 200 bis 299 Liter rund 24 kWh im Jahr weniger als der Schrank, und zwar in jeder Klasse fast gleich. Die Mediane laut EU-Label:

  • Klasse C: Truhe 135 kWh (16 Modelle), Schrank 157 kWh (18 Modelle)
  • Klasse D: Truhe 174 kWh (19 Modelle), Schrank 198 kWh (63 Modelle)
  • Klasse E: Truhe 218 kWh (33 Modelle), Schrank 242 kWh (105 Modelle)

Dass derselbe Buchstabe unterschiedlich viel Strom bedeutet, liegt an der Berechnung. Die Klasse ergibt sich aus dem Verhältnis von gemessenem Verbrauch zu einem Bezugsverbrauch. Nach Anhang IV der Verordnung (EU) 2019/2016 bekommen Gefrierfächer mit automatischer Abtauung dabei einen Ausgleichsfaktor von 1,10, Fächer mit manueller Abtauung 1,00. Ein Gerät mit NoFrost darf also bei gleicher Klasse rund 10 Prozent mehr verbrauchen. Ob ein Modell NoFrost hat, steht nicht in unseren Labelfeldern, sondern im Datenblatt des Herstellers; prüf es dort, bevor du Klassen vergleichst.

Bei der Klasse A ist die Auswahl bei beiden Bauformen klein: 6 Truhen und 3 Schränke über alle Größen. Die sparsamsten Truhen mit rund 217 Litern, etwa die Gorenje FHC22A6W5 oder die Exquisit GT220-HE-010A, kommen laut Label auf 84 kWh im Jahr, rund 29 Euro. Der sparsamste Schrank in dieser Größe, der Liebherr FNa 6635, braucht 99 kWh bei 260 Litern. Alle Modelle der Klasse A listet der Datenvergleich Gefriergeräte Klasse A.

Wie viel Platz brauchen Truhe und Schrank?

Eine Truhe mit 200 bis 299 Litern belegt im Median rund 0,70 Quadratmeter Boden, ein Gefrierschrank gleicher Größe rund 0,39 Quadratmeter. Die Truhe braucht also gut 80 Prozent mehr Stellfläche. Die typischen Maße laut EPREL:

200–299 l, MedianTruheSchrank
Höhe84,7 cm185 cm
Breite101 cm59,7 cm
Tiefe64,2 cm66 cm
Stellfläche0,70 m²0,39 m²
Nutzinhalt248 l274 l

Der Schrank nutzt die Höhe, die Truhe die Fläche. Im Keller oder Hauswirtschaftsraum ist das selten ein Problem, in einer Wohnung mit Abstellkammer schon. Bei der Truhe kommt der Platz über dem Gerät dazu: Der Deckel öffnet nach oben, eine Arbeitsfläche oder ein Regal direkt darüber ist dann nicht nutzbar. Beim Schrank brauchst du dagegen Raum vor dem Gerät, damit Tür und Schubladen ganz aufgehen.

Bei großen Truhen wächst die Breite schnell: Mit 300 bis 399 Litern sind sie im Median 118 cm breit und 70 cm tief, also rund 0,82 Quadratmeter. Gleich große Schränke bleiben bei 60 cm Breite und werden einfach höher, im Median 185,6 cm. Freistehende Gefrierschränke nach Verbrauch sortiert findest du im Datenvergleich freistehende Gefrierschränke, Truhen im Datenvergleich Gefriertruhen.

Ist eine Gefriertruhe lauter als ein Gefrierschrank?

Kaum: Bei 200 bis 299 Litern liegen Truhen laut EU-Label im Median bei 39 dB, Schränke bei 38 dB. Beide fallen damit in die Geräuschklasse C, die nach Verordnung (EU) 2019/2016 von 36 bis unter 42 dB reicht; Klasse B steht für 30 bis unter 36 dB, Klasse A für unter 30 dB. Ein Dezibel Unterschied im Median ist im Alltag nicht zu hören.

Größer ist die Spanne innerhalb der Bauformen. Der leiseste Schrank dieser Größe, der Liebherr FNb 505i, kommt auf 31 dB bei 120 kWh und 238 Litern; der schon genannte Liebherr FNa 6635 auf 33 dB. Die leisesten Truhen liegen bei 32 dB. Weil die Dezibel-Skala logarithmisch ist, sind 31 statt 39 dB ein deutlich ruhigeres Gerät. Wichtig ist das, wenn das Gefriergerät in der Küche, im Flur oder neben dem Schlafzimmer steht. Im Keller spielt die Lautstärke für die meisten keine Rolle.

Wo darf eine Truhe oder ein Gefrierschrank stehen?

Entscheidend ist die Klimaklasse, nicht die Bauform. Sie steht im Datenblatt und gibt nach Verordnung (EU) 2019/2016 an, für welche Raumtemperaturen das Gerät ausgelegt ist: SN von 10 bis 32 °C, N von 16 bis 32 °C, ST von 16 bis 38 °C und T von 16 bis 43 °C. Ein Gerät der Klasse N ist damit nicht für einen Raum gedacht, der im Winter unter 16 °C abkühlt. Steht die Truhe in einer unbeheizten Garage oder einem kalten Keller, achte auf SN oder auf einen Mindestwert, den der Hersteller ausdrücklich für niedrige Temperaturen angibt.

Der Aufstellort beeinflusst auch den Verbrauch. Das Label misst bei zwei Raumtemperaturen, 16 und 32 °C, und bildet daraus den Mittelwert. In einem kühlen Keller arbeitet das Gerät weniger als im Prüfmittel, in einem warmen Hauswirtschaftsraum mit Trockner und Heizungsanlage mehr. Das gilt für Truhe und Schrank gleichermaßen.

Für wen passt die Truhe, für wen der Schrank?

Die Truhe passt, wenn du im Keller oder Hauswirtschaftsraum genug Boden hast, große Mengen auf Vorrat einfrierst, etwa Fleisch vom Hof, Gartenernte oder Großpackungen, und Inhalte bis knapp 300 Liter brauchst. In dieser Größe ist sie laut EU-Label die sparsamere Bauform, und mit 217 Litern gibt es fünf Modelle mit Klasse A und 84 kWh im Jahr. Beim Einräumen liegt das Gefriergut übereinander; Körbe und eine Inhaltsliste helfen, unten nichts zu vergessen.

Der Schrank passt, wenn die Stellfläche knapp ist, das Gerät in Küche oder Wohnung steht oder du oft an einzelne Dinge willst. Schubladen geben einen schnellen Überblick, und du musst dich nicht bücken. Ab 300 Litern ist der Schrank laut Label im Median sogar sparsamer als die Truhe. Für kleine Haushalte ohne Platz für ein eigenes Gefriergerät ist oft eine Kombination die bessere Wahl; was die im Jahr verbraucht, steht im Ratgeber Kühlschrank Stromverbrauch.

Für beide gilt: Die Energieklasse ist der größere Hebel als die Bauform. Eine Truhe der Klasse A mit 84 kWh spart gegenüber einem Schrank der Klasse E mit 242 kWh rund 158 kWh im Jahr, gut 55 Euro. Der Unterschied zwischen Truhe und Schrank in derselben Klasse beträgt dagegen nur rund 24 kWh. Die Kaufkriterien im Detail stehen in den Ratgebern Gefriertruhe kaufen und Gefrierschrank kaufen.

Häufige Fragen

Verbraucht eine Gefriertruhe weniger Strom als ein Gefrierschrank?

Bis knapp 300 Liter ja: Bei 200 bis 299 Litern liegen Truhen laut EU-Label im Median bei 198 kWh im Jahr, Schränke bei 222 kWh. Bei 300 bis 399 Litern sind Schränke mit 207 kWh sparsamer als Truhen mit 235 kWh.

Wie viel Strom braucht eine Gefriertruhe im Jahr?

Über alle 235 Truhen in EPREL im Median 201 kWh, also rund 70 Euro bei 35 Cent je kWh. Die sparsamsten Truhen mit 217 Litern kommen laut Label auf 84 kWh im Jahr.

Wie viel Platz braucht eine Gefriertruhe?

Eine Truhe mit 200 bis 299 Litern ist im Median 101 cm breit und 64 cm tief, belegt also rund 0,70 Quadratmeter. Ein Gefrierschrank gleicher Größe braucht rund 0,39 Quadratmeter, ist dafür 185 cm hoch.

Kann eine Gefriertruhe in der Garage stehen?

Nur wenn die Klimaklasse passt. Klasse SN ist nach EU-Verordnung für 10 bis 32 °C ausgelegt, Klasse N erst ab 16 °C. Für eine unbeheizte Garage braucht es SN oder eine ausdrückliche Herstellerfreigabe für tiefere Temperaturen.

Warum braucht ein Gefrierschrank mit gleicher Klasse mehr Strom als eine Truhe?

Bei 200 bis 299 Litern liegt der Schrank in jeder Klasse rund 24 kWh über der Truhe. Ein Grund kann NoFrost sein: Die EU-Verordnung 2019/2016 setzt für automatisch abtauende Gefrierfächer einen um 10 Prozent höheren Bezugsverbrauch an.

Ist eine Gefriertruhe lauter?

Nein, kaum. Bei 200 bis 299 Litern liegen Truhen im Median bei 39 dB, Schränke bei 38 dB. Die leisesten Schränke dieser Größe kommen auf 31 dB, die leisesten Truhen auf 32 dB.

Quellen und Stand

  1. Delegierte Verordnung (EU) 2019/2016 zur Energieverbrauchskennzeichnung von Kühlgeräten (Amtsblatt der EU) (eur-lex.europa.eu)
  2. EPREL: Gorenje FHC22A6W5 (Energielabel-Datenbank der EU, Registrierung 2311477) (eprel.ec.europa.eu)
  3. EPREL: Exquisit GT220-HE-010A (Registrierung 2391383) (eprel.ec.europa.eu)
  4. EPREL: Liebherr FNa 6635 (Registrierung 2021615) (eprel.ec.europa.eu)
  5. EPREL: Liebherr FNb 505i (Registrierung 1772704) (eprel.ec.europa.eu)

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