Geld & Finanzen
comdirect vs. ING 2026 — welche Direktbank passt zu dir?
Von der Preisdrache-Redaktion · Aktualisiert am · So arbeiten wir
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Die Kernfrage zuerst: Für Geldeingang ab 1.000 Euro im Monat, Gratis-Bargeld und ETF-Sparpläne ohne Ordergebühr liegt die ING nach den Preisverzeichnissen vorn. comdirect gewinnt, wenn dein Geldeingang niedriger ist oder du die Konto-Bedingung über einen Wertpapier-Trade erfüllst, und bei Wertpapier-Sparplänen im Pure Depot ohne Orderprovision. Beide Banken führen neu eröffnete Depots ohne Depotentgelt. Entscheidend sind Details wie die Zahl der Gratis-Abhebungen oder die Sparplan-Provision. Hier steht, was die Preis- und Leistungsverzeichnisse beider Banken dazu sagen (geprüft im Oktober 2026 gegen die aktuellen PDFs, mit Stand-Datum).
Die Bedingungen für das kostenlose Girokonto
ING: Laut Preis- und Leistungsverzeichnis (Stand 14.05.2026, Abschnitt 4 „Girokonto“) ist die Kontoführung kostenlos bei einem Geldeingang von mindestens 1.000 Euro im Kalendermonat oder wenn der Kontoinhaber unter 28 Jahre alt ist. Sonst kostet sie 4,90 Euro im Monat, belastet im Folgemonat. Nicht als Geldeingang zählen Wertpapierumsätze, eigene Überträge und Gutschriften aus Rücklastschriften.
comdirect: Beim Girokonto Aktiv ist die Kontoführung laut Preis- und Leistungsverzeichnis (gültig ab 15.07.2026) kostenlos, wenn eine von vier Bedingungen erfüllt ist: 700 Euro monatlicher Geldeingang, 3 Zahlungen im Monat über Apple Pay oder Google Pay mit der Visa-Debit- oder Visa-Kreditkarte, 1 Wertpapiertrade oder Sparplanausführung pro Monat im zugehörigen Depot, oder unter 28 Jahren mit Status Student, Schüler, Auszubildender oder Praktikant. Sonst fallen 4,90 Euro im Monat an. Der Unterschied: Die ING knüpft an Geld oder Alter, comdirect lässt auch Verhalten genügen.
Karten und Bargeld
- ING: Die Visa Card (Debitkarte) ist im Kontoentgelt enthalten. Abhebungen an allen Geldautomaten mit Visa-Zeichen in Deutschland sind laut Verzeichnis kostenlos (Mindestabhebebetrag 50 Euro, außer bei niedrigerem Guthaben), ebenso in Ländern mit Euro-Währung, ggf. zuzüglich Automatenbetreiber-Entgelt. In EWR-Ländern mit anderer Währung gilt ein Auslandseinsatzentgelt von 2,20 %. Die girocard kostet 1,49 Euro im Monat extra.
- comdirect: Die Visa-Debitkarte ist im Girokonto Aktiv enthalten. Bargeld an Visa-Automaten ist nur begrenzt frei: 3 Transaktionen pro Monat kostenlos, jede weitere 4,90 Euro. Mit der Zusatzleistung „Bargeld Plus“ (6,90 Euro im Monat) entfallen die Kontingente.
Bareinzahlung: Die ING betreibt keine Kassen; Einzahlungen gehen nur mit der girocard an ING-Automaten mit Einzahlfunktion (max. 4.500 Euro im Monat und 25.000 Euro im Jahr; laut Verzeichnis 1 % des Betrags, mindestens 2,50 und höchstens 7,50 Euro, außer das Konto steht im Soll), bei Kassen von Partnern (1,5 % des Betrags) oder bei der Reisebank. comdirect erlaubt im Girokonto Aktiv bei Guthaben 3 Bareinzahlungen pro Kalenderjahr an Commerzbank-Automaten oder -Kassen, jede weitere 4,90 Euro.
Rechenbeispiel Bargeld: Wer fünfmal im Monat in Deutschland Geld holt, zahlt bei der ING nichts, bei comdirect für zwei Abhebungen über dem Kontingent 2 × 4,90 = 9,80 Euro im Monat, also 117,60 Euro im Jahr.
Das Depot und die Orderkosten
Depotführung: Bei der ING ist Depotverwahrung und -verwaltung laut Preis- und Leistungsverzeichnis (Stand 14.05.2026) kostenlos. Bei comdirect beträgt das Depotentgelt 0 Euro für Depots, die ab 15.07.2026 eröffnet wurden; für ältere Depots (bis 14.07.2026) gelten 1,95 Euro im Monat, die ab 2 Trades im Quartal, bei Nutzung eines Girokontos unter derselben Kundennummer oder bei einer Sparplanausführung im Quartal entfallen.
Einzelorders im Inland:
- ING Direkt-Depot: Grundgebühr 4,90 Euro plus 0,25 % vom Kurswert, maximal 69,90 Euro. Direkthandel ohne Handelsplatzgebühr, an Börsen je nach Platz 1,90 bis 2,90 Euro.
- comdirect: 4,90 Euro plus 0,25 % des Ordervolumens, mindestens 9,90 Euro (bis 2.000 Euro Volumen), maximal 59,90 Euro, zuzüglich börsenplatzabhängigem Entgelt (z. B. 0,0025 %, mind. 2,50 Euro bei Tradegate, gettex oder Xetra) und fremder Spesen.
Rechenbeispiel, Kauf für 1.000 Euro: ING 4,90 + 2,50 = 7,40 Euro im Direkthandel; comdirect 4,90 + 2,50 = 7,40 Euro, aber die Mindestgebühr hebt es auf 9,90 Euro, plus mindestens 2,50 Euro Platzentgelt, zusammen rund 12,40 Euro. Über 2.000 Euro Volumen verschwindet der Unterschied bei der Provision, die Platzentgelte bleiben.
ETF-Sparplan: Hier liegt der größte Unterschied
Laut ING-Preis- und Leistungsverzeichnis (Stand 14.05.2026) sind ETF-Sparplan-Käufe über Börse oder Direkthandel kostenlos: Die Orderprovision von 1,75 % vom Kurswert wird nicht dem Kunden belastet, sondern vom Vertriebspartner oder der Bank übernommen. Aktien- und Zertifikate-Sparpläne kosten 1,5 % Provision. Verkäufe laufen zu den normalen Orderkosten.
Das comdirect-Verzeichnis (Stand Juli 2026) weist für ETF-, Aktien- und Zertifikate-Sparpläne dagegen eine Orderprovision von 1,5 % des Anlagebetrags aus, enthalten in der Sparrate, ohne Grundentgelt. Im comdirect Pure Depot gilt dagegen laut Verzeichnis für Sparpläne „kein Grundentgelt und keine Orderprovision“; Einzelorders kosten dort 1,00 EUR Grundentgelt, das Depotentgelt ist „kostenlos“. Der größte Sparplan-Unterschied besteht also gegenüber dem Standard-Depot von comdirect, nicht gegenüber jedem comdirect-Depot. Die comdirect-Produktseite beschreibt das Pure Depot als Starterdepot „für Depotneukunden“: Gehandelt werden dort Aktien, ETFs und festverzinsliche Anleihen über einen einzigen Handelsplatz (gettex). Außerbörslicher Handel, Derivate, Neuemissionen, Wertpapierkredit sowie Zweit- und Gemeinschaftsdepot sind laut der Vergleichstabelle von comdirect im Pure Depot nicht enthalten, im comdirect Depot dagegen schon.
Rechenbeispiel: Bei 100 Euro Sparrate im Monat sind 1,5 % genau 1,50 Euro pro Ausführung, also 18 Euro im Jahr, bei 10 Jahren 180 Euro allein an Provision. Bei der ING (und im comdirect Pure Depot) liegt dieser Posten laut Verzeichnis bei 0 Euro. Grundlagen zum Sparplan stehen im ETF-Sparplan-Ratgeber, zur Steuer im Freistellungsauftrag-Ratgeber.
Service, Bedienung und Einlagensicherung
Beide Banken sind Direktbanken mit App und Web-Zugang; comdirect ist laut Verzeichnis eine Marke der Commerzbank AG, die ING ist die ING-DiBa AG. Bei der Einlagensicherung beträgt der gesetzliche Entschädigungsanspruch laut BaFin maximal 100.000 Euro pro Kunde und Bank, unabhängig von der Zahl der Konten. Die ING nennt im Verzeichnis außerdem die Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken und in der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. Wertpapiere im Depot fallen laut BaFin nicht unter die Einlagensicherung, sind aber Eigentum der Kunden; das Kursrisiko trägst du.
Wer Beschwerden hat, kann sich laut ING-Verzeichnis an den Ombudsmann der privaten Banken wenden. Zur Bedienung der Apps enthalten die Preisverzeichnisse keine Angaben; diesen Punkt kann dieser Vergleich daher nicht belegen.
Typische Fehler beim Wechsel
- Geldeingang nicht geprüft: Bei der ING zählen Wertpapierumsätze und eigene Überträge nicht. Wer sein Gehalt umleitet oder nur Überträge macht, zahlt 4,90 Euro im Monat (58,80 Euro im Jahr).
- Bargeldbedarf unterschätzt: Bei comdirect ist nach 3 Abhebungen im Monat Schluss mit gratis.
- Sparplan-Provision übersehen: 1,5 % je Rate klingen klein, summieren sich aber über Jahre.
- Alt- und Neudepot verwechselt: Das Depotentgelt von 1,95 Euro im Monat betrifft bei comdirect nur Depots, die bis 14.07.2026 eröffnet wurden.
Jahreskosten im Beispiel: drei Kundentypen
Die Rechnungen stützen sich auf die Preisverzeichnisse (ING Stand 14.05.2026, comdirect gültig ab 15.07.2026) und lassen Börsenplatz- und Fremdentgelte außer Acht, soweit nicht genannt.
- Angestellter mit 2.500 Euro Gehalt, 100 Euro ETF-Sparplan, Bargeld 5-mal im Monat: ING Girokonto 0 Euro (Geldeingang über 1.000 Euro), Sparplan 0 Euro, Abhebungen 0 Euro. comdirect Girokonto 0 Euro (über 700 Euro Geldeingang), Sparplan 18 Euro im Jahr (1,5 % von 1.200 Euro), zusätzliche Abhebungen 117,60 Euro im Jahr. Zusammen 135,60 Euro Mehrkosten bei comdirect.
- Student unter 28 Jahren mit 600 Euro Geldeingang: Bei beiden Banken kostenlos, bei comdirect nur mit Berufsstatus Student, Schüler, Auszubildender oder Praktikant. Die ING knüpft allein an das Alter.
- Rentner mit 900 Euro Geldeingang, ohne Sparplan, Bargeld höchstens 3-mal im Monat: ING 4,90 Euro im Monat, also 58,80 Euro im Jahr, weil 900 Euro unter der Schwelle von 1.000 Euro liegen. comdirect Girokonto Aktiv 0 Euro, weil 900 Euro die Schwelle von 700 Euro Geldeingang erfüllen.
Das dritte Beispiel zeigt, wie stark die Schwelle den Ausschlag gibt: 700 gegen 1.000 Euro Geldeingang macht den Unterschied zwischen null und 58,80 Euro im Jahr.
Prüfe vor der Eröffnung immer das aktuelle Preisverzeichnis, denn beide Banken ändern Entgelte und Stichtage regelmäßig. Das comdirect-Verzeichnis nennt ausdrücklich den 15.07.2026 als Stichtag für das entgeltfreie Depot, das ING-Verzeichnis trägt den Stand 14.05.2026. Hebe die Verzeichnisse zum Eröffnungszeitpunkt auf, damit du Änderungen später nachvollziehen kannst.
Für wen sich welche lohnt
ING, wenn dein Geldeingang bei mindestens 1.000 Euro im Monat liegt, du regelmäßig Bargeld holst und einen ETF-Sparplan ohne Provision willst. comdirect, wenn dein Geldeingang unter 1.000 Euro liegt, du ohnehin monatlich eine Wertpapier-Ausführung hast (damit ist die Kontoführung gratis) oder unter 28 Jahre alt und in Ausbildung bist. Beide sind solide; für reine Sparplan-Anleger kann ein Neobroker wie Trade Republic schlanker sein, wie der Depot-Vergleich zeigt.
Worauf es beim Girokonto allgemein ankommt, steht im Girokonto-Vergleich, Angebote auf der Geld-sparen-Seite. Das ist keine Anlageberatung; Kurse schwanken, du kannst Geld verlieren, und Konditionen können sich ändern. Prüfe sie vor der Eröffnung im aktuellen Preisverzeichnis.
Häufige Fragen
Sind comdirect und ING kostenlos?
Mit Bedingung. ING: kostenlos ab 1.000 Euro Geldeingang im Monat oder unter 28 Jahren, sonst 4,90 Euro (Stand 14.05.2026). comdirect Girokonto Aktiv: kostenlos bei 700 Euro Geldeingang, 3 Apple-/Google-Pay-Zahlungen, 1 Trade oder Sparplanausführung im Monat oder als Student unter 28, sonst 4,90 Euro (Stand 07/2026).
Welche Bank hat die besseren ETF-Sparpläne?
Nach den Verzeichnissen die ING: ETF-Sparpläne über Börse oder Direkthandel sind kostenlos (Stand 14.05.2026). Bei comdirect weist das Verzeichnis (Stand 07/2026) im Standard-Depot 1,5 % des Anlagebetrags aus; im Pure Depot fällt für Sparpläne keine Orderprovision an.
Kann ich Girokonto und Depot bei einer Bank kombinieren?
Ja. Bei comdirect hilft das sogar direkt: Das Depotentgelt von 1,95 Euro im Monat (Depots bis 14.07.2026) entfällt bei Nutzung eines Girokontos unter derselben Kundennummer, und ein Trade im Depot macht das Girokonto gratis.
Wie viel Bargeld kann ich gratis abheben?
ING: an Visa-Automaten in Deutschland und der Eurozone kostenlos, ggf. mit Betreiberentgelt. comdirect Girokonto Aktiv: 3 Abhebungen pro Monat frei, danach 4,90 Euro je Abhebung.
Ist mein Geld bei einer Direktbank sicher?
Guthaben ist laut BaFin über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde und Bank geschützt. Wertpapiere sind Eigentum der Kunden und nicht von der Einlagensicherung erfasst; das Kursrisiko der Anlage bleibt.
Welche ist besser für Einsteiger?
Für ein Gehalt ab 1.000 Euro und einen ETF-Sparplan ist die ING nach den Kosten die einfachere Lösung. Wer weniger Geldeingang hat oder noch Student ist, kommt bei comdirect leichter an ein kostenloses Konto.
Quellen und Stand
- ING: Preis- und Leistungsverzeichnis (Stand 14.05.2026) (ing.de)
- ING: Übersicht Preis- und Leistungsverzeichnis (ing.de)
- comdirect: Preis- und Leistungsverzeichnis (gültig ab 15.07.2026) (comdirect.de)
- BaFin: Einlagensicherung und Anlegerentschädigung (bafin.de)
- comdirect: Pure Depot (Starterdepot, Leistungsvergleich mit dem comdirect Depot) (comdirect.de)
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